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Bundesliga, 2. Spieltag
Schalke - Hannover 1:2

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Tabelle

PL TEAM TD PKT
1 1899 Hoffenheim 4 6
1 1. FC Kaisers.. 4 6
3 1. FSV Mainz 05 3 6
4 Hamburger SV 3 6
5 Hannover 96 2 6
6 Borussia Mönchengladbach 3 4
7 FC St. Pauli 1 3
8 Borussia Dort.. 0 3

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26.07.2010

Stille Post im TransferspielStille Post im Transferspiel

Größenwahn oder geniale Idee? Bei der Besetzung der vakanten Spielmacherposition des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 ist jetzt sogar der Name eines Topstars in der Diskussion: Wie die HAZ erfuhr, haben Trainer Mirko Slomka und Sportdirektor Jörg Schmadtke über die Verpflichtung von Nationalspieler Piotr Trochowski vom Hamburger SV diskutiert.

 
 

Dazu könnte die beiläufige Anmerkungen von Slomka passen, der nach dem Nichtzustandekommen des Elson-Wechsels kürzlich sagte: "Wir dürfen uns nicht zu klein machen. Hannover 96 ist ein gestandener Bundesligist. Und wir können eine zentrale Position anbieten, die einer vielleicht bei einem anderen Klub nicht einnehmen kann, weil sie von anderen Spielern besetzt ist."

Schwer vorstellbar ist allerdings, dass Hannover 96 nach einer Saison mit Millionenverlusten einen solchen Kraftakt leisten kann. Trochowski ist deutscher Nationalspieler mit vier WM-Einsätzen in Südafrika, und er ist in der abgelaufenen Saison für den HSV in 33 Meisterspielen aufgelaufen (vier Tore). Dass Namen dieses Kalibers bei den "Roten" im Gespräch sind, kann einerseits Phantasien beflügeln. Andererseits sorgt es bei aufmerksamen Beobachtern für einige Bauchschmerzen. Die Frage nach dem „Zehner“ ist auf dem besten Weg, zur Kardinalfrage unterschiedlicher Transferphilosophien zu werden.

Die Wünsche des Coaches einerseits und der vom Sportdirektor zu verantwortende Finanzrahmen andererseits sind derzeit schlicht nicht in Übereinstimmung zu bringen – es sei denn, dass von unerwarteter Seite noch einmal eine üppige Kapitalspritze kommt. Slomka und Schmadtke tragen den Konflikt noch nicht offen aus, manchmal erinnert es eher an die Methode "stille Post". Der eine wünscht sich einen Spieler hier. Der andere verweist dort auf den Kassenstand. Beides ist legitim, solange intern die Tonlage stimmt. Aber das ist wohl weniger und weniger der Fall.

Um das zu enträtseln, muss man kein Spion sein, sondern nur das Offensichtliche zur Kenntnis nehmen. Etwa eine Anekdote wie diese: Schmadtke, sein Assistent Valérien Ismaël sowie Slomka haben am Sonnabend allesamt das steirische Bundesliga-Derby zwischen Sturm Graz und dem Kapfenberger SV (2:0) beobachtet. Und zwar getrennt von einander. Schmadtke, der übers Wochenende in Deutschland war, kam direkt vom Flughafen Graz. Ismaël fuhr aus dem Trainingslager im 96-Wagen hin. Und Slomka zog es vor, im geborgten Auto des Spielerhotel-Managers solo an- und abzureisen. Man sollte doch meinen, dass es in dieser entscheidenden Phase der Transferperiode besonders viel Gesprächsbedarf geben sollte...

Auch Klubchef Martin Kind nimmt Zeichen wie diese zur Kenntnis und mahnte deshalb schon kürzlich im "kicker", er wünsche sich von Schmadtke und Slomka eine Verbesserung des "gegenseitigen Miteinanders". Gegenseitiges Miteinander klingt aber sehr stark nach "gemeinsamem Gegeneinander". Derzeit ist Hannover 96 offiziell auf der Suche nach einem linken und einem zentralen Mittelfeldspieler sowie einem Stürmer. Dafür steht nach offizieller Lesart offenbar die Einnahme aus dem Transfer von Jan Rosenthal zum SC Freiburg zur Verfügung. Also rund 600 000 Euro. Jeder Laie weiß, dass das zu wenig für drei Spieler von Format ist. Und nicht einmal ein Zehntel vom Marktwert Trochowskis (laut der Internetplattform transfermarkt.de 8,5 Millionen Euro bei noch einem Jahr Vertragslaufzeit).

Der Schlussspurt in der 96-Transferkampagne wird also so oder so noch zu einer ganz spannenden Angelegenheit.

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