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26.07.2010
Klimastörungen bei der Spielersuche
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Nach dem Gespräch mit 96-Chef Martin Kind am Freitag kam Schmadtke am Sonnabend mit einem Auftrag zurück ins Trainingslager. "Zwei Spieler" will Schmadtke noch holen. Auf jeden Fall soll ein Spielmacher dabei sein, dazu ein Mittelfeldspieler für links oder ein Stürmer. Der finanzielle Rahmen liegt aber bei nur knapp 800.000 Euro.
Kind und Schmadtke setzen nach wie vor darauf, dass die Zeit bis zum Ende der Transferfrist am 31. August 96 in die Karten spielt. Je geduldiger 96 bleibt, desto preiswerter könnten Spieler werden. Schmadtke spricht von Neuen, "die uns qualitativ ergänzen", und fügt hinzu: "Damit der Trainer eine möglichst große Trainingsgruppe hat, aus dem Vollen schöpfen kann und aussuchen kann, wen er am Wochenende immer auf den Platz stellt." Da schwingt reichlich Ironie mit. Die Atmosphäre zwischen Trainer Mirko Slomka und dem Sportdirektor erreicht inzwischen die Gefriergrenze.
Gestern wiederholte Slomka seinen dringenden Wunsch nach Neuen. "Es gab auch Gespräche mit mir. Führungsspieler kommen auf mich zu und sagen, dass es gut wäre, wenn wir was machen können, sonst bewegen wir uns in einer Region, wo wir jeden Spieltag darum kämpfen, von den Abstiegsplätzen weg zu sein", so der Trainer. Darauf hat natürlich niemand Lust. Schmadtke interpretiert diese Wünsche eher als Einmischung: "Wir tun gut daran, wenn die Spieler ihren Job machen, der Trainer seinen und ich meinen." Jeder macht sein Ding. Ein Ligaspiel Sonnabend bei Sturm Graz beobachteten Schmadtke und Sportkoordinator Valérien Ismaël gemeinsam, Slomka kam auf eigene Faust. Nicht mal ins Stadion gehen sie gemeinsam.
Die Beziehung zwischen Trainer und Sportdirektor ist eine 96-Zweckgemeinschaft, die nur im Erfolgsfall halten wird. Einig sind sie sich bei der Suche nach einem Regisseur. Gastspieler Elis Bakaj wirds nicht. Bakaj verließ gestern Nachmittag das 96-Quartier nach sechs Tagen Training. Interesse gibts auch am Italiener Enzo Maresca (30), zentraler Mittelfeldspieler bei Olympiakos Piräus, und dem marokkanischen Stürmer Mohamed Abdellaoue (24) von Vålerenga Oslo. Den aktuellen Kader schätzt Slomka als gerade gut genug ein, um die Klasse zu halten. "Kein Traumziel für Fans und die Verantwortlichen", sagt er. Hinzu kamen schwache Testspiele gegen Roter Stern Belgrad (2:3) und Kayserispor (0:2). Slomka experimentierte viel, eine spielerische Linie, geschweige denn erste Elf war nicht erkennbar.
Die Aussichten sind besorgniserregend. "Ich kann die Sorge verstehen", so Schmadtke. Jedes weitere verlorene oder schwache Testspiel erhöht zugleich den Druck, neue Spieler zu holen. Für heute Abend gegen Ankara kündigte Slomka an, diesmal nicht in der Halbzeit komplett durchzuwechseln. Ein Sieg wäre ein gutes Signal. Regisseur heute übrigens: Jan Schlaudraff.


















