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Bundesliga, 2. Spieltag
Schalke - Hannover 1:2

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Tabelle

PL TEAM TD PKT
1 1899 Hoffenheim 4 6
1 1. FC Kaisers.. 4 6
3 1. FSV Mainz 05 3 6
4 Hamburger SV 3 6
5 Hannover 96 2 6
6 Borussia Mönchengladbach 3 4
7 FC St. Pauli 1 3
8 Borussia Dort.. 0 3

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29.07.2010

Ohne Schlaudraff geht (fast) nichtsOhne Schlaudraff geht (fast) nichts

Hannover. Gut zwei Wochen sind es noch für den Fußball-Bundesligisten Hannover 96 bis zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokalwettbewerb. Zeit für ein Zwischenzeugnis der Vorbereitung.

 
 

Die Gewinner
Jan Schlaudraff ist die positive Überraschung der Vorbereitung: Die Physis macht mit, mental ist der 27-Jährige derzeit gut drauf, er setzt die entscheidenden Aktionen in den Spielen. Und wenn er fehlt, geht bei 96 bislang nach vorn fast nichts. Toll, wenn Schlaudraff das in der Bundesliga bestätigen kann. Überraschend ist zudem seine Wahl in den Mannschaftsrat. Er kann und muss mit dieser Verantwortung wachsen.

Emanuel Pogatetz ist bisher der mit Abstand beste Neuzugang. Als Innenverteidiger kein Spieleröffnungskünstler, aber mit guter Präsenz, wenn der Gegner mit dem Ball kommt. In der jetzigen Form neben Karim Haggui sicher Stammspieler.

Florian Fromlowitz hat die Nummer 1 nicht nur auf dem Trikot, er hat die Pole Position im Rennen um den Posten zwischen den Pfosten. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Konkurrenten hat es nicht gegeben. Dabei war Fromlowitz gut, aber nicht fehlerfrei: zu sehen etwa beim vermeidbaren Foul, das zum Strafstoß im Testspiel gegen Roter Stern Belgrad führte, und der unglücklichen Figur, die er beim allerdings nicht allein verschuldeten Siegtreffer der Serben machte.

Steve Cherundolo kam spät von der WM, hatte zudem Adduktorenprobleme, doch nach seiner Vertragsverlängerung und der Ernennung zum Kapitän sowie der passablen Vorstellung über eine Halbzeit gegen Genclerbirligi Ankara ist er gesetzt.

Didier Ya Konan muss einfach auch mal genannt werden. Der Ivorer kam mit einem schweren Infekt aus dem Heimaturlaub zurück und hat in puncto Fitness und Form mit tollem Tempo aufgeholt. Er ist bei 96 in vielerlei Hinsicht kaum zu ersetzen – und schon gar nicht als eine Hauptattraktion der Heimspiele.

Die Aufsteiger
Rückkehrer Mikael Forssell ist nach fast einjährigem Verletzungsausfall so gut wie ein Neuzugang – nur, dass er keine Eingewöhnungszeit braucht. Halten die Knochen wie versprochen, dürfen die Fans diese Saison ein paar Tore erwarten – so wie gegen Belgrad.

Manuel Schmiedebach hat in der vergangenen Saison die Gunst der Stunde zum großen Gewinner gemacht: Er ist ein junger Bursche, und im Moment sieht es gut aus für einen Stammplatz.

Christian Schulz ist nicht im eigentlichen Sinne ein Gewinner, weil bei ihm eigentlich fast alles beim Alten ist: gesetzt als linker Verteidiger, Alternative für die Innenverteidigung. Und nur wenn der Trainer ganz, ganz lieb „bitte!“ sagt, wird er auch mal im defensiven Mittelfeld aushelfen. Gut, so einen zu haben!

Karim Haggui – für ihn gilt das Gleiche. Gesetzt in der Innenverteidigung, aufgerückt in den Mannschaftsrat.

Moritz Stoppelkamp ließ in den ersten Tagen bei 96 befürchten, er könnte ein zweiter Valdet Rama sein (siehe Verlierer). Aber das Bild ist korrigiert: Er spielt schnörkellos, zielstrebig, durchsetzungsfähig. Nah dran am Stammplatz.

Christopher Avevor, Willi Evseev, Ron-Robert Zieler – diese drei aus der 96-Junior-Tüte waren im Trainingslager keinesfalls nur Lückenbüßer. Auf alle drei sollten die 96-Fans ein Auge haben.

Die Verlierer
Constant Djakpa ist – ungeachtet seiner fußballerischen Fähigkeiten – ein Unruhestifter im Team und zuweilen ein Fremdkörper im Spiel. Übrigens: Sein Lieblingsfluch, mehrfach im Training zu hören, ist „putain“, französisch für Hure. Das kann man originell finden, muss man aber nicht.

Valdet Rama macht aus seinen Fähigkeiten noch immer zu wenig. Der kann rennen, dribbeln, schießen – aber wann fängt er endlich an, Fußball zu spielen?

Mike Hanke – wollte der nicht zur WM? Wollte der nicht in den Mannschaftsrat gewählt werden? Wollte der nicht ?? Die Eindrücke aus Training und Testspielen sind bislang eher dürftig, und jetzt stoppt ein erneutes Knieproblem seinen Rückweg zur Topleistung. Das wird ein langer, schwerer Weg.

Konstantin Rausch war gut drauf in beiden Trainingslagern und könnte etwas mehr Lob gut vertragen. Einstweilen muss er sich mit dem Wartestand arrangieren, weil Schulz gesetzt ist und Trainer Mirko Slomka für links im Mittelfeld einen Neuen sucht.

Lars Stindl vagabundiert bisher über die Positionen im Mittelfeld. Als Platzhalter für Sergio Pinto ist er neben Schmiedebach ganz gut aufgehoben. Und dann ? mal gucken.

Sofian Chahed bleibt erster Ersatzmann für rechts hinten und eine Alternative für die rechte Position im Mittelfeld – vor allem, wenn 96 mauern und kontern will.

Markus Miller hat kein Feuerwerk der Flugeinlagen gezeigt, mit dem er offensichtlich Fromlowitz zu überflügeln versucht hätte. Einstweilen eine solide Nummer 2.

Nicht zu bewerten
Altin Lala hofft auf das Comeback im September. Nicht abschreiben, den Mann! Das Team hat ihn immerhin in den Mannschaftsrat gewählt.

Sergio Pinto ist kurz vor dem Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining. Hoffentlich findet er nach seiner Knieoperation auch schnell wieder zur Form des Saisonfinales mit dem Klassenerhalt.

Leon Andreasen hat anhaltende Adduktorenprobleme, war in der Vorbereitung ein einziges Mal ein Hingucker: Joggte bei mehr als 30 Grad Hitze bis zum Kreislaufkollaps.

Mario Eggimann kam spät aus dem WM-Urlaub und hat sich mit Rückenproblemen bereits wieder ins 96-Lazarett abgemeldet. Er muss erst mal aufholen.

Marcel Maluck, Torwart Nummer 4, und Henrik Ernst haben den Kader im Trainingslager aufgefüllt – im Bundesligaaufgebot spielen sie derzeit keine Rolle.

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