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14.01.2012

0:1-Niederlage gegen Heerenveen0:1-Niederlage gegen Heerenveen

In einem zeitweise hitzig geführten Testspiel im portugiesischen Trainingslager unterliegen die Roten dem holländischen Ehrendivisionär SC Heerenveen mit 0:1 (0:1). Den Treffer für die Niederländer erzielte Luciano Narsingh (7.).


 

Cherundolo fit, Royer von Beginn an
96-Chefcoach Mirko Slomka startete zunächst in einem 4-2-3-1-System mit Schlaudraff hinter der Spitze Sobiech. Cherundolo stand nach überstandenen Magen-Darm-Problemen wieder zur Verfügung, Chahed blieb zunächst auf der Bank. Noch nicht wieder mitwirken konnte dagegen Sergio Pinto (irritierter Rückennerv), Royer erhielt auf dem rechten Flügel dafür eine Chance von Beginn an. Der SC Heerenveen trat mit einem klassischen holländischen 4-3-3-System mit zwei schnellen Außenstürmern (Narsingh, van la Parra) an.

Probleme mit den holländischen Außen
Kaum angepfiffen, lagen die Roten bereits mit 0:1 hinten. Die 96-Innenverteidigung ließ sich durch einen schnellen Pass Valpoorts überraschen, Luciano Narsingh schlenzte das Leder vom rechten Strafraumeck in den linken Giebel (7.). Zwar versuchte 96 in der Folge, Druck aufzubauen, hatte mehr Spielanteile, wirkliche Gelegenheiten gab es aber in Durchgang eins nicht. Große Probleme hatte man dagegen mit den pfeilschnellen und quirligen Flügelstürmern des holländischen Tabellensiebten, so auch in der 17. Minute, als sich van La Parra links durchsetzen konnte und scharf nach innen gab. Valpoort spritzte in die Hereingabe, traf aber nur den linken Pfosten. Zwei Minuten später landete ein Kopfball Breuers in Zielers Armen. Nach 36 Minuten landete van La Parras Volleyschuss links neben dem 96-Gehäuse. "Wir hatten in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten, uns richtig auf die Holländer einzustellen und sind verdient in Rückstand geraten", musste Mirko Slomka später folgerichtig konstatieren.

Chahed überzeugt auf ungewohnter Position
Das allerdings wurde im zweiten Durchgang deutlich besser, als Sofian Chahed die ungewohnte Rolle als linker Verteidiger übernahm und dieses bravourös löste. "Von der Ordnung und Disziplin, aber auch von den Aktionen nach vorne haben wir uns klar gesteigert", so Slomka. Was fehlte, war die Durchschlagskraft. So vergaben die Roten in ihrer stärksten Phase zwischen der 55. und 65. Minute gleich mehrere Hochkaräter. Nach doppelten Doppelpass mit Rausch zielte der eingewechselte Stoppelkamp knapp links daneben (59.), zwei Minuten später war bei dessen Versuch SCH-Keeper Vandenbussche zur Stelle. Auch Schmiedebachs Fernschuss drehte der Keeper gerade noch um den Pfosten (62.). Die größte Gelegenheit hatte dann Sobiech, als er eine starke Schmiedebach-Flanke nicht gewinnbringend kontrollieren konnte (63.). Eigene Offensivaktionen gelangen den Holländern im zweiten Durchgang nicht mehr, die 96-Viererkette mit dem eingewechselten und erneut starken Avevor ließ nichts mehr anbrennen. Als Vandenbussche später nach Sobiechs Sprint den kurzen Pfosten zumachte (82.) und kurz darauf Royers Schuss mit beiden Fäusten parieren konnte (84.), war die Testspielniederlage besiegelt.


Kein Abschlussglück für Artur Sobiech. Der Pole wartet auf ein Erfolgserlebnis

Kampf um die Startplätze
"Das Ergebnis heute ist nicht wichtig", resümierte Mirko Slomka nach dem Spiel. "Wichtig ist der Rückrundenstart gegen Hoffenheim." Bis dahin wird der Kampf um die eine oder andere Startposition weitergehen. Dabei dürfte nicht nur das enge Rennen um die Rechtsverteidiger-Rolle zwischen Steven Cherundolo und Sofian Chahed im Fokus stehen, auch auf der Sechser-Position und in der Innenverteidigung ist noch nichts entschieden. "Christopher Avevor hat auch heute deutlich gemacht, welche Ansprüche er stellen kann. Er war sehr, sehr schnell und immer präsent", lobte Slomka den Nachwuchsakteur. Ein Sonderlob erhielt auch Sofian Chahed für seine Leistung auf der ungewohnten Linksverteidigerposition. "Ich wollte unbedingt mal eine Pause für Christian Pander", begründete der Coach den ungewöhnlichen Wechsel in der Halbzeit. "Sofian hat stabil gestanden und sehr, sehr gut gespielt. Man sieht, dass er sehr flexibel einsetzbar ist." So mache sich Slomka über seine Defensive trotz der Ausfälle vom Karim Haggui (Afrika Cup) und Christian Schulz (Muskelfaserriss) "nur wenig Sorgen". Das Hauptthema bleibe die Effektivität nach vorne. Artur Sobiech habe seine sehr guten Trainingseinheiten heute leider nicht bestätigen können. "Ich hätte mir und ihm gewünscht, dass er das mal umsetzen kann." Gleichzeitig machte Slomka dem Polen Mut: "Artur ist im Training unglaublich gierig und willig. Die Mannschaft sieht das natürlich und honoriert das."
or

Hannover 96: Zieler – Cherundolo, Eggimann, Pogatetz (46. Avevor), Pander (46. Chahed) – Schmiedebach, Stindl (46. Lala), Royer, Rausch (68. Aycicek), Schlaudraff (46. Stoppelkamp) – Sobiech

SC Heerenveen: Vandenbussche – Janmaat (76. Svec), Gouweleeuw, Zomer, Breuer – Elm (46. Roorda), Kums, Djuricic (76. Sibon) – Narsingh, Valpoort, van La Parra (76. Slagveer)

Tore: 0:1 Narsingh (7.)

Gelbe Karten: Schmiedebach, Lala / Sibon, Breuer

Zuschauer: ca. 200

Aus dem Trainingslager in Vila Nova de Cacela berichten Oliver Rickhof und das 96TV-Team mit Christoph Heckmann und Felix Janoschek, natürlich auch über die Testspiele!

 

 

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