Schade! Hannover 96 verliert gegen den FC Schalke 04 sehr unglücklich mit 0:1 (0:1).

Schade! Hannover 96 verliert gegen den FC Schalke 04 sehr unglücklich mit 0:1 (0:1).
Zum Matchwinner auf Seiten der "Königsblauen" avancierte Raúl, der in der 33. Minute zum am Ende goldenen Treffer einnetzte.
Frühes Verletzungspech
Keine personelle Veränderung gab es im Team von Mirko Slomka nach dem Sieg in Frankfurt. Die Vorfreude auf ein gutes Fußballspiel war im ausverkauften Rund der AWD-Arena spürbar, genauso wie jene Euphorie, die sinnbildlich mit dem Banner „VORWÄRTS NACH WEIT“ in der Nordkurve ihren Ausdruck fand. Die erste Viertelstunde war von zaghaften Bemühungen beider Mannschaften geprägt, die Initiative im Rund zu übernehmen. Dieses gelang den 96ern zusehends besser, ohne zunächst mit Torchancen in Erscheinung zu treten. Früh mussten die Gastgeber umstellen, als Jan Schlaudraff verletzungsbedingt für Stindl den Platz räumen musste. Rausch setzte sich einige Male gut auf der linken Seite durch, aber das starke Abwehrzentrum der Schalker mit Höwedes und Metzelder behielt die 96-Spitzen im Auge. Auch die direkten Zuspiele in die Spitze wurden von aufmerksamen „Knappen“ immer wieder erfolgreich unterbunden. Richtig knapp an der Führung dran waren die 96er lediglich durch einen Distanzschuss Stindls in der 22.Minute, nachdem Metzelder eine Rausch-Flanke nicht weit genug hatte klären können, doch der Ball zischte am linken Winkel vorbei. Zuvor hatte es Pogatetz bereits mit einem Freistoß (18.) aus 22 Metern versucht, doch der Gewaltschuss des Österreichers landete genau auf den Fäusten von Neuer.
Effektiver Sturm in Königsblau
Bereits in der 12. Minute hatte sich angedeutet, dass die Schalker Stürmer ihrerseits schwer zu verteidigen sind. Nach einem Zuspiel von Jefferson Farfán konnte der Schuss von Raúl gerade noch abgeblockt werden. Gegen Klaas-Jan Huntelaar klärte Karim Haggui dann in letzter Sekunde mit einer riskanten, aber starken Grätsche im Strafraum (25.). Der auf Konter lauernde FC Schalke 04 blieb über die Außenpositionen gefährlich und versuchte immer wieder, seine Spitzen in Szene zu setzen. Das gelang in der 33. Minute erfolgreich, als Schmitz sich links durchsetzen konnte und Raúl den Flankenball vor Pogatetz mit einer Grätsche erreichte und über die Linie drückte. Ron-Robert Zieler, der zusammen mit seiner Innenverteidigung bis zu diesem Zeitpunkt hatte alle brenzligen Situationen vor dem 96- Tor klären können, blieb hier keine wirkliche Abwehrchance. Im Anschluss an den Schock des wenig verdienten Rückstands fanden die Roten zunächst weiterhin kaum Freiräume vor. So ging es dann mit einem 0:1 in die Kabine.
Klaas-Jan Huntelaar wird von Christian Schulz und Emanuel Pogatetz gestoppt
Mit Kampfgeist aus der Pause
Die zweite Hälfte ließ gleich erkennen, dass sich die Mannschaft von Mirko Slomka mehr vorgenommen hatte. Die Schalker zogen sich mit der Führung im Rücken zurück und lauerten auf Konter, währen die Roten mit begeisternden Fans im Rücken spüren ließen, den Ausgleich unbedingt zu wollen. Was folgte, war ein direkter Schlagabtausch der gesamten 96-Mannschaft mit der Schalker Defensive, im Speziellen mit Keeper Manuel Neuer. „Moa“ Abdellaoue konnte zunächst die schöne Vorarbeit von Ya Konan nicht nutzen und verzog knapp(49.). Als Pinto dann von der Strafraumgrenze abzog (64.), musste Neuer schon sein ganzes Können nachweisen und zeigte zum Leidwesen der 96-Fans eine Glanzparade. Es schien, als ließe Schalke Trainer Felix Magath seine Mannschaft die zuletzt angestammte Spielweise der Roten kopieren, doch die Konter der Königsblauen wurden letzlich von den aufmerksamen 96-Verteidigern vereitelt. Ron-Robert Zieler erwies sich dabei als abgeklärter und mitspielender Rückhalt und ließ sich auch von einem Kabinettstückchen des Torschützen Raúl, der es mit einem Distanzschuss fast von der Mittellinie versuchte, nicht überlisten.
Am Ende fehlen die Kräfte
Die besseren Szenen in der zweiten Halbzeit gehörten eindeutig den Roten, die aber ihre Chancen zum Ausgleich nicht nutzen konnten. So auch Pogatetz mit seinem Kopfball gegen die Laufrichtung von Neuer (65.) direkt im Anschluss an Pintos Großchance. Doch der Nationaltorwart konnte das Leder gerade noch an die Oberkante der Latte lenken. Kurz danach war es Rausch, dessen Schuss nach schöner Ya Konan-Ablage in der 73. Minute knapp am linken Pfosten vorbei strich. Schalke 04 blieb vereinzelnd gefährlich, so beim Hammer des eingewechselten Pander, der jedoch knapp knapp an Zielers Tor vorbeiflog. Hannover 96 kämpfte um den eigentlich verdienten Punkt, doch auch der Schuss des eingewechselten Stoppelkamp ging über das Gehäuse. Der Kräfteverschleiß nach eine leidenschaftlichen Partie war der Mannschaft in den letzten Minuten anzumerken, so dass alles Anrennen am Ende umsonst blieb.
Heute ohne eigenes Tor, aber mit gewohnt viel Einsatz: Didi Ya Konan (gegen Höwedes)
Leidenschaft contra Effektivität
Hannover 96 verpasste es letztlich, die Dominanz der zweiten Halbzeit in Tore umzumünzen. Dabei zeigten sich die Roten mit der ungewohnten Situation, selbst das Spiel machen zu müssen, stark verbessert, doch die größere Effektivität vor dem Tor hatte dieses Mal der FC Schalke. Jene Tugenden, die 96 bisher ausgezeichnet hatten, lagen dieses Mal auf Seiten des Gegners. So bescherte ein effektiv aufspielendes Schalke mit dem starken Rückhalt Manuel Neuer den Roten eine unglückliche Heimniederlage.
nb
STATISTIK
Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Schulz - Schmiedebach, Pinto (82. Stoppelkamp), Schlaudraff, (13. Stindl) Rausch - Ya Konan, Abdellaoue
FC Schalke 04: Neuer - Moritz, Höwedes, Metzelder, Schmitz - Kluge, Rakitic (85. Papadopoulos), Farfan, Draxler (58. Pander) - Raul, Huntelaar (89. Edu)
Tore: 0:1 Raul (33., Schmitz)
Gelbe Karten: Stindl / Neuer, Schmitz
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster)
Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)
Fotos: deisterpics