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11.09.2010

Helmes klaut 96 Dreier

Toll gespielt, am Ende doch noch das unglückliche 2:2 kassiert!

Die Roten führten in Unterzahl bereits 2:0 durch Didier Ya Konan (20.) und Moa Abdellaoue (50.) - Pogatetz musste bereits nach 36 Minuten mit Ampelkarte runter - dann schlug der fast geschlagene Gast doch noch zurück: Der eingewechselte Derdiyok (61.) und Helmes per Freistoß (89.) retteten der Heynckes-Elf einen schmeichelhaften Zähler.

Griffig, willens und laufstark
Es gibt Tage, da kann man einer Fußballmannschaft im Grunde nichts vorwerfen und dennoch ist die Enttäuschung nach Abpfiff größer als die Freude über einen Punkt, den die Verantwortlichen der Roten vorher vermutlich abgenickt hätten. So bezeichnete Coach Mirko Slomka Leverkusen unter der Woche noch als „die Mannschaft mit dem stärksten Kader der Bundesliga.“

Die Roten nahmen vom Anpfiff an jene taktische Lauerstellung ein, die schon gegen Frankfurt und Schalke so gut funktioniert hat: Bis auf einen von Michael Ballack getretenen Freistoß (12.) ließ 96 nichts zu, trat allerdings auch selbst nicht vor René Adlers Kasten in Erscheinung. Trotzdem bot sich den 40.852 Zuschauern in dieser Anfangsphase ein interessantes Spiel, weil deutlich zu spüren war, dass die Roten nur darauf warteten, einen Leverkusener Fehler ausnutzen zu können.

Lange gedulden musste sich weder das Publikum noch Didier Ya Konan, der erneut zusammen mit "Moa" Abdellaoue für kaltschnäuzige Angelegenheiten im Strafraum des Gegners zuständig war. Nach einem langen Pass von Christian Schulz ließ "Moa" das Leder für Didier durch, der sich mit Geschwindigkeit und Geschick gegen Leverkusens Innenverteidiger Sami Hyypiä durchsetzte. Dem schönen Schlenzer des Ivorers konnte Adler nur hinterherschauen, während Hannover sich über eine neue Effektivität und die Führung freute. (20.)


Moritz Stoppelkamp lieferte eine starke Partie ab

16 Minuten später allerdings verging allen, die es mit 96 halten, vorübergehend das Lachen: Emanuel Pogatetz, der einen mit etwas zu viel Motivation ausgestatteten Tag erwischt hatte, rauschte bereits gelb vorbelastet mit gestrecktem Bein Richtung Aturo Vidal und musste zu Recht duschen gehen (36.)

Zehn Rote stark wie elf
Die Roten ließen sich allerdings auch zu zehnt nicht von ihrer Marschroute abbringen und machten mit einem kämpferischen, läuferischen und herzerfrischenden Auftritt die numerische Unterlegenheit nahezu unsichtbar und gingen unbeschadet in die Halbzeitpause.

Und auch im zweiten Spielabschnitt war nichts davon zu spüren, dass auf dem Grün zehn Leinestädter gegen eine vollzählige Werkself spielten. Zunächst war es Sergio Pinto, der aus gut 30 Metern einen seinen gefürchteten Weitschüsse abfeuerte, der aber hauchzart am rechten Eck vorbei ging. (47.) Und es ging weiter Schlag auf Schlag: Nach einem von "Kocka" Rausch getretenen Freistoß knallte Stoppelkamp das Leder Richtung Adler, doch der Schuss wurde zur Ecke abgefälscht (49.). Die führte Pinto von rechts aus und Abdellaoue vollendete mit dem Fuß eiskalt. (50.)

Dem Leverkusener Trainer Jupp Heyncke blieb nichts anderes übrig, als personell zu reagieren und wechselte zehn Minuten nach dem 2:0 Erin Derdiyok für Sidney Sam ein und bewies damit ein ziemlich glückliches Händchen: Bereits zwei Minuten nach seiner Einwechslung traf der Leverkusener Stürmer nach Kopfballvorarbeit von Helmes zum Anschlusstreffer. (62.) Doch unbeeindruckt versuchte allen voran Ya Konan, den dritten Treffer zu erzielen und damit das Spiel zu entscheiden, während der Rest der Mannschaft weiter geschickt verteidigte, um zumindest den Vorsprung zu wahren.

Leverkusen mit schmeichelhaftem Punkt
Und beinahe hätte es auch mit dem historisch guten Bundesligaauftakt mit drei Siegen aus drei Spielen geklappt, wenn dieser Freistoß für die Werkself nicht gewesen wäre, durch den Helmes wenige Minuten vor dem Abpfiff ein schmeichelhaftes Unentschieden für seine Mannschaft rettete.

Slomka, der den Ausgleich von der Tribüne aus schlucken musste, auf die er wegen eines Kniefalls verbannt wurde, den der Schiedsrichter im Nachhinein als "unsportlich" bewertete, war nach der Partie dennoch nicht schwer ums Herz: "Wir haben gegen geschickte Leverkusener dagegen gehalten. Aber am Ende haben sie den Punkt verdient geholt. Drei Punkte wären wunderbar gewesen, aber der Druck des Gegnes war enorm."

Doch war es Steven Cherundolo, der es auf den Punkt brachte: "Wir haben heute fast perfekt gespielt. Ich denke, mit 11 Mann hätten wir gewonnen."
mi

Hannover 96: Fromlowitz - Cherundolo, Haggui, Pogtetz, Schulz - Rausch, Schmiedebach (84. Chahed), Pinto (71. Stindl), Stoppelkamp - Ya Konan, Abdellaoue (69. Djakpa)

Bayer 04 Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Hyypiä (60. Reinartz), Kadlec - Vidal, Ballack (31. Bender), Augusto, Sam (60. Derdiyok) - Kießling, Helmes

Tore: 1:0 Ya Konan (20.), 2:0 Abdellaoue (50.), 2:1 Derdiyok (62.), 2:2 Helmes (90.)

Gelbe Karten: Fromlowitz, Cherundolo/Ballack,Kadlec, Bender, Reinartz

Gelb-rote Karten: Pogtetz/-

Zuschauer: 40.852

Schiedsrichter: Guido Winkmann

Fotos: deisterpics

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Tabelle

Pl Team Td Pkt
4 Borussia M'gladbach 25 60
5 Bayer 04 Leverkusen 8 54
6 VfB Stuttgart 17 53
7 Hannover 96 -4 48
8 VfL Wolfsburg -13 44
9 SV Werder Bremen -9 42
10 1.FC Nürnberg -11 42
11 1899 Hoffenheim -6 41
12 SC Freiburg -16 40