Hannover 96 - 1. FC Köln 2:1 (2:0)
Zwei frühe Traumtore von Didier Ya Konan (4., 15.) lassen die Roten gegen den 1. FC Köln am Ende jubilieren.

Hannover 96 - 1. FC Köln 2:1 (2:0)
Zwei frühe Traumtore von Didier Ya Konan (4., 15.) lassen die Roten gegen den 1. FC Köln am Ende jubilieren.
Denn der Anschusstreffer Martin Lanigs (85.) fiel zu spät für die Geißböcke, deren Schlussoffensive dank des starken Florian Fromlowitz wirkungslos verpuffte.
Manchmal sind Statistiken richtig gut
Vor jedem Bundesligaspiel werden Topfacts zu der jeweiligen Partie zusammengetragen, und meist handelt es sich dabei um statistische Werte. Ihnen wird oft keine allzu große Bedeutung zugebilligt, allenfalls dann, wenn sie auf einen positiven Ausgang der Partie hindeuten. Vor der Begegnung zwischen Hannover 96 und dem 1. FC Köln sprach die Statistik eine deutliche Sprache, doch verriet sie nicht, welches der beiden Teams sich von ihr benachteiligt sehen musste: Wer in Rückstand gerät, verliert, sagt die Auswertung der ersten acht Spieltage sowohl auf Hannoveraner- als auch auf Kölner Seite. Der Spielverlauf musste also zeigen, ob jene Werte tatsächlich Recht behalten sollten und siehe da: Statistiken taugen. Nicht immer, an diesem Samstagnachmittag aber schon.
Der Auftritt des großartigen "Didi"
Die Partie war gerade einmal vier Minuten alt, da nutzte Didier Ya Konan ein schönes Zuspiel von seinem Kumpel und Landsmann Constant Djakpa zu einem Traumtor und der Führung. Die Kölner Defensivabteilung machte es „Didi“ dabei nicht sonderlich schwer, doch so ein Tor muss man erst mal machen: Der Schlenzer aus 22 Metern taugt mindestens zum Tor der Woche.
Die Mannschaft des 1. FC Köln sah danach das Unglück wohl schon auf sich zukommen, denn das Gesetz "Hinten liegen heißt verlieren" hatte sich sicherlich auch am Rhein herumgesprochen. So wirkten die Kölner mit dem Gegentreffer fahrig bis passiv. Den Roten wiederum spielte das in die Karten und katalysierte das in dieser Saison bisher so erfolgreiche Konterspiel: Der nach Verletzung in die Mannschaft zurückgekehrte "Moa" Abdellaoue passte überlegt auf "Kocka" Rausch, der bewies, dass er als Flankengeber richtig was kann: Seine Hereingabe verwertete abermals der quirlige Teufelskerl von der Elfenbeinküste per Kopf zum frühen 2:0 (15.). Die Abwehr des 1. FC Köln hatte erneut das Nachsehen und auch der überraschend zur Nummer eins avancierte Keeper Miro Varvodic machte keine wirklich gute Figur.
Tor!
Den Roten war es egal, zu groß war die Freude über die beiden Treffer von Ya Konan, der sich mit "Moa" an seiner Seite wieder richtig wohl zu fühlen schien. Die Mannschaft rund um das erfolgreiche Sturmduo schaltete nach der recht komfortablen Führung einen Gang zurück, doch gefährdet wurde der Vorsprung in der ersten Hälfte durch die Kölner auch dadurch nicht; der Gegner kam zu keiner nennenswerten Torgelegenheit. Vielmehr hätte der Mann, durch den die Spezies der Blutegel überraschend zu vielen Sympathien kam, noch mehr Unheil über den angeschlagenen FC bringen können. Doch der von Pinto getretene Freistoß strich kurz vor der Pause knapp übers rechte obere Eck.
Köln fängt sich zu spät
Kölns Trainer Zvonimir Soldo brachte zur zweiten Halbzeit mit Milivoje Novakovic einen zweiten Stürmer und hatte damit das System auf dem Platz, das viele schon von Beginn an erwartet hatten. Erfolg brachte diese Umstellung aus dem Spiel heraus zunächst nicht, wenn man auch den Rheinstädtern das Bemühen nicht absprechen konnte. Die erste richtig gefährliche Aktion war folgerichtig eine Einzelleistung von Mittelfeldspieler Martin Lanig, der mit einem knackigen Schuss aus 30 Metern beinahe ins Schwarze traf, doch Florian Fromlowitz konnte den Ball formidabel aus dem Eck fischen. 96 hingegen agierte nicht mehr so forsch wie noch im ersten Spielabschnitt und kam erst in der 59. Minute durch einen Freistoß zu einer Gelegenheit, doch Christopher Avevor köpfte statt ins Tor in die Arme von Keeper Varvodic.
Das Spiel plätscherte in der Folge so vor sich hin, explodierte spannungstechnisch aber gen Ende noch einmal: Erst drosch Rausch den Ball nach einem der nur noch seltenen Konter Richtung Tor, verzog aber leicht (81.), dann setzte sich auf der anderen Seite der FC in Person von Lanig einmal im Strafraum der Roten durch. Wenig hatte darauf hingedeutet, doch plötzlich stand es 2:1 und Köln war wieder im Spiel. (86.)
"Pinte" bewies, dass er nicht aus Zucker ist.
Die hektische Schlussphase hätte in anderen Zeiten vielleicht noch zu einer Punkteteilung geführt, doch 96 gelang trotz dreiminütiger Nachspielzeit der Heimdreier. Als Schiedsrichter Peter Sippel die Partie abpfiff stand fest: Wer führt, der gewinnt, die Roten sind Tabellendritter und wer nach neun Spieltagen 16 Punkte hat, ist noch nie abgestiegen. Auch diese Statistik darf sich gerne bestätigen.
mi
Hannover 96: Fromlowitz - Cherundolo, Avevor, Christian Schulz – Djakpa, Schmiedebach, Pinto (90.+1 Eggimann), Stoppelkamp (70. Chahed), Rausch - Ya Konan, Abdellaoue (79. Stindl)
1. FC Köln: Varvodic - Andrezinho, Geromel, Mohamad, Brecko (66. Ehret) – Petit, Lanig, Matuschyk (66. Yalcin), Clemens (46. Novakovic), Jajalo - Podolski
Tore: 1:0 Ya Konan (4.), 2:0 Ya Konan (15.), 2:1 Lanig (86.)
Gelbe Karten: Pinto/Brecko
Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 44.214