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21.10.2010

96 auf Wiedergutmachungskurs

9. Spieltag: Hannover 96 - 1. FC Köln

Nach zuletzt zwei Niederlagen gegen St. Pauli und den FC Bayern München ist am kommenden Sonnabend der 1. FC Köln in der AWD-Arena zu Gast. Coach Slomka will mit seinem Team die kleine Negativserie stoppen und dem Publikum ein gutes Spiel bescheren. Ob das gelingt, könnt Ihr ab 15.30 Uhr in unserem LIVETICKER verfolgen.

Zeiten ändern sich
Vor sieben Monaten – es war der 28. März 2010 – las man auf hannover96.de: "96 schlittert dem Abgrund entgegen." Es war der Titel eines Spielberichts, der versuchte, die Darbietung der Roten gegen den 1. FC Köln in Worte zu kleiden. Es dürfte ein schwieriges Unterfangen gewesen sein, endete die Partie doch mit einem niederschmetternden 1:4 und einer Leistung, die den damals drohenden Abstieg unvermeidbarer denn je erscheinen ließ. Dass die Geschichte ein gutes Ende genommen hat, ist bekannt und andernfalls würde 96 auch nicht die Gelegenheit bekommen, am kommenden Samstag Revanche am 1. FC Köln zu nehmen


"Nehmt Ihr den Ball, wir die Punkte"

Die Ausgangsposition der Roten vor der Partie ist gut, aber auch nicht überragend: Mit einer insgesamt überraschend positiven Bilanz aus den ersten acht Saisonpartien sind die Roten von einem erklärten Abstiegskandidaten zu einem ernstgenommen Bundesligisten avanciert. Einen nicht unerheblichen Anteil daran hat nicht nur die Punkteausbeute, sondern auch die – besonders in der AWD-Arena - spielerisch guten Auftritte. Die beiden Niederlagen, die die Mannschaft zuletzt einstecken musste, trüben das aktuelle Bild etwas, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, was das Team tatsächlich kann. Das betont auch Slomka, der von seiner Mannschaft angesichts der eigenen Fähigkeiten erwartet, "sich von den zwei Niederlagen unbeeindruckt zu zeigen."

"Moa" und "Didi" sind zurück - "Emi" leider nicht
Besonders, wenn das kongeniale Sturmduo Ya Konan/Abdellaoue auf dem Platz stand, konnte 96 überzeugen. Nach einer Zeit verletzungsbedingter Trennung der beiden Stürmer werden sie am Samstag gegen Köln wieder gemeinsam für Unruhe im Strafraum des Gegners sorgen können. Sehr zur Freude des Trainers: "Wir können uns über die Rückkehr von "Moa" freuen. Nach sehr gelungenem Integrationstraining ist er nun wieder bei den Mannschaftseinheiten dabei und wird am Sonnabend spielen können."  Und auch Stammkraft "Kocka" Rausch kann erklären, warum die beiden Offensiven für den Erfolg des Teams so wichtig sind: "Moa und Didier sind schon ein außergewöhnliches Sturmduo. Immer unterwegs, nach vorne – aber auch nach hinten. Sie machen einen großen Teil unserer Klasse aus, weil sie nie auszurechnen sind und besondere individuelle Fähigkeiten haben"“, so der Mann für die linke Seite in einem Interview für die Internetpräsenz des 1. FC Köln.

So erfreulich die Genesung von Abdellaoue ist, so unerfreulich ist besonders der unerwartete Ausfall von Emanuel Pogatetz, dessen geheilter Muskelfasserriss im Training durch eine unglückliche Aktion wieder aufgebrochen ist. Da aber der junge Christopher Avevor in seinen beiden Bundesligaeinsätzen in Wolfsburg und München eine gute Figur gemacht und "Emi" würdig vertreten hat, sollte den Roten auch in Hinblick auf die Defensive nicht bange sein, zumal mit Mario Eggimann ein weiterer Innenverteidiger in den Kader zurückkehrt. Definitiv ausfallen wird Mike Hanke, der mit Grippe das Bett hütet. Ob Sergio Pinto nach erlittenem Innenbandriss im Sprunggelenk seinen Platz auf der "Sechs" neben Manuel Schmiedebach wieder einnehmen kann, ist noch ungewiss. "Pinte" konnte den vereinbarten Trainingsplan bisher einhalten, eine endgültige Entscheidung wird wohl erst am morgigen Freitag fallen. Slomka jedenfalls charakterisiert den erfahrenen Mittelfeldmann als "sehr zähen Burschen", der alles daran setzen wird, seinem Team zu helfen.


"Didi": Bei der 1:4-Niederlage vom März noch ohne "Moa" unterwegs


Unruhe in Köln
Der erfreulichen Entwicklung in Hannover steht schlechte Stimmung in Köln gegenüber: Der dürftige Start in die Saison mit mageren fünf Punkten und acht Toren wuchs sich in Kombination mit einem stark kritisierten Interview von Lukas Podolski sowie den Unklarheiten rund um Keeper Faryd Mondragon und dessen Testspielreise mit der Nationalelf Kolumbiens zu einer handfesten Krise am Rhein aus. Spekulationen, dass die Begegnung zwischen Köln und den Roten ein Schicksalsspiel für Kölns Trainer Zvonimir Soldo sei, wies Manager Michael Meier am Donnerstag zurück: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir unseren Weg erfolgreich gehen werden. Dazu müssen wir geschlossen zusammenstehen und nicht von dem eingeschlagenen Weg abweichen. Unser nächstes Ziel ist es, das Spiel in Hannover erfolgreich zu gestalten und so zurück in die Erfolgsspur finden."  Einiges spricht dafür, dass Soldo es mit einer Systemumstellung versuchen will, wieder in die Spur zu kommen und gegen 96 mit zwei Stürmern spielen lässt; Milivoje Novakovic würde damit der erste Startelfplatz seit dem zweiten Spieltag winken. Die Trendwende einleiten kann der Coach des Gegners allerdings nicht mit Giannoulis, McKenna (Knorpelschaden), Schorch (Knieprobleme), Freis (Schulter-OP) und Ishiaku (Sprunggelenksverletzung).

Wenn die Roten hochkonzentriert in die Partie gehen und es ihnen gelingt, die Fehler der Kölner eiskalt auszunutzen, sollte eine Wiedergutmachung der 1:4-Niederlage machbar sein. Unterstützend dazu kommen 43.000 rote Anhänger, die wissen: Die Zeiten, in denen 96 dem Abgrund entgegen schlitterte, sind vorbei.
mi

So könnten beide Teams auflaufen:

Hannover 96: Fromlowitz - Cherundolo, Avevor, C. Schulz, Djakpa - Schmiedebach, Pinto - Stoppelkamp, Rausch - Ya Konan, Abdellaoue

1. FC Köln: Varvodic - Andrezinho, Geromel, Mohamad, Brecko - Petit - Clemens, Lanig, Matuschyk, Jajalo - Podolski

Schiedsrichter: Sippel (München)

Nächstes Spiel

Letztes Spiel

Tabelle

Pl Team Td Pkt
4 Borussia M'gladbach 25 60
5 Bayer 04 Leverkusen 8 54
6 VfB Stuttgart 17 53
7 Hannover 96 -4 48
8 VfL Wolfsburg -13 44
9 SV Werder Bremen -9 42
10 1.FC Nürnberg -11 42
11 1899 Hoffenheim -6 41
12 SC Freiburg -16 40