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10.10.2010 17:00 Uhr

Jiri sagt Tschüss

Er spielte sein Spiel, weil "alles andere auch Scheiße gewesen wäre", so wie der Tscheche es einmal formuliert hat. Das Abschiedsspiel für "Jürgen" war ein letztes Mal eine Demonstration dessen, wofür er in den letzten acht Jahren in Hannover so gemocht wurde.


Jiris Abschiedsrede in der AWD-Arena

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Etwas Besonderes
Es sollte bis zu ihrer Trennung nicht mehr lange dauern, als die Beatles einst sangen: "And in the end the love you take is equal to the love you make." Am Ende ist alles ausgeglichen; man bekommt zurück, was man gegeben hat. Dass solche Grundsätze nicht nur im Rahmen künstlerisch-philosophischer Erwägungen, die vom "Summer of Love" genährt waren, Gültigkeit haben, ließ sich am vergangenen Sonnabend in der AWD-Arena erleben, als Jiri "Jürgen" Stajner sich verabschiedete. Auch im als grob verschrieenen Fußballgeschäft ist der Nährboden für Emotionales groß und manchen Spielern kommt die Liebe der Fans in ganz besonderer Weise entgegen.

Jiri war und ist in Hannover einer dieser Fußballer, dem die Herzen nur so zufliegen und deswegen war es nur recht und billig, dass er mit einem ihm gewidmeten Spiel verabschiedet wurde. Denn das Spiel Stajners war einer der Hauptgründe für die ungebrochene Zuneigung, seine eigenwillige Persönlichkeit sicherlich auch.


Stajneresk: "Jürgen" behauptet sich wie kein Zweiter gegen Pinto

"Einigermaßen ernsthaft spielen"
Diese Abschiedspartie zwischen Hannover 96 und Slovan Liberec ("Kurzzeitverpflichtung" Hanno Balitsch durfte von Beginn an ran) entwickelte sich zu einem munteren Fußballspiel mit einigen guten Chancen auf beiden Seiten. Es dauerte bis zur 15. Spielminute, als es das erste Mal klingelte und der tschechische Erstligist durch Jan Nezmar in Führung ging. Die Roten, die laut Coach Slomka "einigermaßen ernsthaft spiele" wollten, schalteten in der Folge einen Gang höher, waren aber zunächst nicht vom Glück geküsst. Erst nach einer halben Stunde gelang Mike Hanke der Ausgleich, der zuvor schon mehrfach daran gescheitert war, den Ball im Tor unterzubringen. Den 2:1-Führungstreffer besorgte Jan Schlaudraff kurz vor der Pause.

Die zweite Hälfte nutzte Slomka, um kräftig zu wechseln und mit Lars Fuchs, Niko Gießelmann und Marvin Karow dem Nachwuchs die Gelegenheit zu bieten, sich in den Reihen der Profis vorzustellen. Und auch 96-Urgestein Altin Lala kam zu seinem ersten Auftritt in der AWD-Arena nach langer Verletzungspause.

Letzte Tore
Sportliche Aspekte sollten an diesem Nachmittag allerdings nicht die erste Geige spielen und so wurde der zweite Spielabschnitt zur Bühne für die Hauptperson des Tages. In seiner unnachahmlichen Art gelangen "Jürgen" zwei Tore für Liberec (53., 59.), außerdem durften die 8.000 Fans noch einmal Zeuge von Jiris tollem Auge für den Mitspieler werden, mit dem er seine Mannschaftskameraden diverse Male glänzend in Szene setzte. Wie es in einem Abschiedsspiel üblich ist, wurde der Mann des Tages ausgewechselt; er sollte den Applaus und die Sprechchöre bekommen, die er verdient. Das Publikum wirkte jedoch einigermaßen enttäuscht, dass es schon in der 61. Minute so weit war. Die glühenden Anhänger Stajners konnten zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen, dass der Vorhang erst später fallen würde.

Das Spiel lief weiter – U23-Spieler Lars Fuchs konnte sich in die Torschützenliste eintragen (71.) -, während "Stajni" in der Kabine die Farben tauschte und in Weinrot im Spielertunnel darauf wartete, seinen letzten Auftritt zu haben. Unter tosendem Jubel kam er in der 85. Minute ein letztes Mal für die Roten ins Spiel und es wäre kein gelungener Abschied gewesen, hätte er nicht auch noch für 96 einen Treffer gemacht: Sein 43. Tor im roten Trikot zum 5:6 war der Schlusspunkt.


"Ich hatte Tränen in den Augen", gab Jiri später zu

"Jürgen" stolz: "Die besten Fans meiner Karriere"
"Jürgen" war nie ein großer Redner. Als Stadionsprecher Stefan Kuna ihm unmittelbar nach Abpfiff das Mikrofon in die Hand drückte, waren es wenige Sätze, die aus den Stadionlautsprechern kamen, ihre Wirkung aber dennoch nicht verfehlten: Sie gingen ans Herz und stimmten sentimental, dass die Stjaner-Ära endgültig zu Ende ist.

Die Ehrenrunde, die Jiri lief, besiegelte dieses Ende, sie bescheinigte aber auch, dass alles, was er gegeben hat, zu ihm zurückkam.
mi

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Tabelle

Pl Team Td Pkt
4 Borussia M'gladbach 25 60
5 Bayer 04 Leverkusen 8 54
6 VfB Stuttgart 17 53
7 Hannover 96 -4 48
8 VfL Wolfsburg -13 44
9 SV Werder Bremen -9 42
10 1.FC Nürnberg -11 42
11 1899 Hoffenheim -6 41
12 SC Freiburg -16 40