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03.08.2008 21:50 Uhr
Schlaudraff schießt Hertha ab
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Cherundolo wieder dabei
96-Coach Dieter Hecking nahm nicht allzu viele personelle Veränderungen gegenüber der 2:4-Auftaktniederlage gegen RCD Mallorca vor. Cherundolo übernahm wieder den rechten Part die Viererkette, im Mittelfeld rückte Lala auf die Sechser-Position, dafür ersetzte Balitsch Rosenthal rechts in der Raute. Im Angriff spielte dieses Mal Schlaudraff den Part neben Hanke. Forssell blieb zunächst auf der Bank. Nicht im Kader stand Jiri Stajner (muskuläre Probleme). Hertha musste dagegen gleich auf fünf Akteure verletzungsbedingt verzichten. Neben Keeper Fiedler (Kreuzbandriss gegen Newcastle) und Dardai (Faserriss Wade) fehlten auch Pantelic (Erkältung), Ebert (Magen-Darm-Infekt) und Kacar (Olympiaabstellung).
Hanno Balitsch setzt sich gegen Lustenberger durch
Beindruckender Auftritt mit beeindruckendem Schlaudraff
Acht Minuten dauerte es, bis ein Missverständnis zwischen Lala und Vinicius Hertha die erste Chance eröffnete. Doch Piszczek legte sich das Leder alleine auf Enke zulaufend zu weit vor, so dass die Gelegenheit verpuffte. 96 zeigte sich in dieser Anfangsphase zwar bemüht, jedoch ohne die nötige Durchschlagskraft. Das änderte sich in Minute 19 – und wie! Jan Schlaudraff nahm einen Pass Brugginks auf, setzte sich im Laufduell gegen Simunic durch und lupfte das Leder technisch sensationell aus 25 Metern über Hertha-Keeper Christofer Gäng. Ein wunderschöner Treffer!
Schlaudraff war es auch, der das nächste Mal für Gefahr sorgte. Von links zog der 96-Neuzugang nach innen, um einen Drehschuss aus 15 Metern loszulassen. Dieses Mal war Gäng im Nachfassen auf dem Posten (28.). Keine zwei Minuten später begeisterte ein toller Angriff die allerdings wenigen Zuschauer im Rund: Zunächst spielte Huszti mit Schlaudraff Doppelpass, dann mit Hanke. Am Ende fehlten dem 96-Stürmer nur wenige Zentimeter, um die erneute Hereingabe des Ungarn verwerten zu können. Und weiter spielten nur die Roten, offensiver Dreh- und Angelpunkt blieb der bärenstarke Schlaudraff. So servierte dieser eine mustergültige Hereingabe von links auf den langen Pfosten, wo Balitsch zum Kopfball kam, aber nur das rechte Außennetz traf (38.). Und auch am hoch verdienten 2:0 Hannovers war Schlaudraff maßgeblich beteiligt. Cherundolo hatte den ehemaligen Bayern-Stürmer am rechten Flügel steil geschickt und Schlaudraff legte im richtigen Moment quer auf Mike Hanke, der aus zwei Metern nur noch eindrücken musste (44.). Von den Hauptstädtern kam derweil kaum etwas. Enke verlebte ruhige Minuten, ohne auch nur einmal eingreifen zu müssen.
Anschluss gut verdaut
Fünf 96-Wechseln zur Pause standen ebenfalls fünf der Berliner gegenüber, nachdem Arne Friedrich bereits nach einer guten halben Stunde mit Rückenproblemen raus musste. Hertha begann den zweiten Durchgang wacher. Nach 52 Minuten tankte sich Mark Stein durch die neu formierte 96-Innenverteidigung durch, ließ Eggimann stehen, scheiterte zunächst jedoch am klasse reagierenden Enke. Den Nachschuss konnte der ehemalige Rostocker jedoch zum Anschluss verwandeln. Einen ersten Warnschuss für 96, bei denen der Spielfluss zunächst verloren gegangen war, gab Pinto per Freistoß aus gut 30 Metern ab, doch das Geschoss strich am rechten Pfosten vorbei (61.). Kurz darauf zielte Rosenthal per Direktschuss zu hoch (64.). Dann aber klingelte es erneut in Gängs Kasten: Pinto wurde von Cherundolo schön auf dem rechten Flügel frei gespielt und hatte viel Zeit, um eine genaue Hereingabe auf den langen Pfosten zu geben. Dort bedankte sich Jan Schlaudraff mit seinem zweiten Treffer (69.). Der alte Abstand war wieder hergestellt.
Hertha versuchte noch einmal zurückzukommen, aber Ciceros Kopfball war zu hoch angesetzt (75.), kurz darauf verfehlte Rodneis Fußspitze das Leder nach einer Linksecke Rafaels nur um Zentimeter (76.). So hatten die Roten wenig Mühe, den Vorsprung bis zum Schlusspfiff zu verwalten. Fast wäre sogar noch der vierte Treffer gelungen, doch ein Herthaner rettete beim Forssell-Versuch für den bereits vom Finnen umspielten Keeper Gäng knapp vor der Linie (87.). „Chak“ Yankov, erstmals seit langer Verletzungszeit (zuletzt Rippenbruch) wieder auf dem Platz, hatte den neuen 96-Stürmer in die Gasse geschickt. Kurios das Ende der Partie: In der Schlussminute fiel im Estadio de Ono der Strom aus – und somit auch das Flutlicht. Schiedsrichter Solano hatte ein Einsehen und pfiff ab.
Mallorca holt sich den "Summer Cup"
In der letzten Partie des "Summer Cup" setzte sich Lokalmatador RCD Mallorca gegen Newcastle United mit 1:0 durch. Damit kassierten die Magpies von Coach Kevin Keegan die zweite Schlappe im zweiten Spiel. Bereits in der sechsten Minute erzielte Mittelfeldspieler Mario Suarez den einzigen Treffer des Abends.
Mit dem Erfolg über den Vertreter der Premier League und insgesamt elf Punkten machte Real Mallorca im heimischen Estadio de Ono den Turniersieg perfekt. Dahinter folgt die Elf von Dieter Hecking mit acht Punkten.
Hecking ist zufrieden
96-Cheftrainer Dieter Hecking zeigte sich mit den beiden Testspielen auf Mallorca zufrieden. "Wir hatten zwei gute Gegner, haben 60 Minuten gegen RCD Mallorca ordentlich gespielt und die Partie gegen Hertha kontrolliert. "Das heutige Spiel gegen die Berliner war eine rund Sache. Wir haben gut gestanden. Klasse fand ich, wie die Mannschaft sich nach dem Gegentreffer zusammen gerissen und sich mit dem dritten Treffer belohnt hat." Trotz der tollen Leistung Jan Schlaudraffs sieht Hecking noch weiteres Potential nach oben: "Dieser Spielertyp muss erst einmal hier und bei den Mitspielern ankommen. Wir sollten unser Spiel zwar nicht komplett auf ihn zuschneiden, jedoch weitere Optionen nutzen." In der ein oder anderen Szene hätte sich der Coach noch bessere Laufwege gewünscht.
Hannover 96: Enke – Cherundolo, Ismael (46. Eggimann), Vinicius (46. Fahrenhorst), C. Schulz (80. Rausch) – Lala (72. B. Schulz), Balitsch (46. Rosenthal), Bruggink (46. Pinto), Huszti – Hanke (46. Forssell), Schlaudraff (72. Yankov)
Hertha BSC Berlin: Gäng – Chahed (46. Stein), Friedrich (32. Kaka), Simunic (46. von Bergen), Rodnei – Nicu (46. Cicero), Lustenberger (46. Hartmann), Pisczek (46. Rafael), Fardi – Bigalke (65. Arguez), Domovchyski (60. Riedel).
Tore: 1:0 Schlaudraff (19.), 2:0 Hanke (44.), 2:1 Stein (52.), 3:1 Schlaudraff (69.)
Gelbe Karten: Forssell / -