Hannover 96 hat seinen ersten Härtetest der Vorbereitung mit einem 0:0-Unentschieden gegen Ligakonkurrenten 1. FC Köln beendet.

Hannover 96 hat seinen ersten Härtetest der Vorbereitung mit einem 0:0-Unentschieden gegen Ligakonkurrenten 1. FC Köln beendet.
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In Bad Kleinkirchheim stand die Defensive sicher, offensiv gab es zu wenig Durchschlagskraft.
Podolski muss passen
96-Cheftrainer Dieter Hecking musste auf sechs Spieler verzichten. Neben den Rekonvaleszenten Schulz, Balitsch, Andreasen und Schlaudraff mussten auch die angeschlagenen Stajner und Krzynówek beim ersten echten Härtetest passen. Zvonimir Soldo konnte neben dem verletzten Novakovic auch nicht auf Lichtgestalt Lukas Podolski zurückgreifen – nach dessen Zerrung wollte der neue FC-Coach kein Risiko eingehen.
Starker 96-Start
Im neuen 4-4-2-System starteten die Roten vor 1.211 Zuschauern in der Sportarena stark. Vor allem der schnelle Neuzugang Constant Djakpa nutzte seine Räume auf dem linken Flügel und kam schnell zu zwei Gelegenheiten. Sein erster Versuch war zu hoch angesetzt (2.), dann konnte Mondragon seinen Distanzschuss abwehren, allerdings genau vor die Füße Forssells, der im Nachschuss allerdings erneut am Köln-Keeper scheiterte (5.). Nach 13 Minuten ließ der Ivorer einen langen Rosenthal-Ball geschickt an der Brust abtropfen, Hanke traf das Spielgerät aber nicht richtig. Es dauerte 24 Minuten, bis die Kölner erstmals selbst gefährlich wurden: Chihi war beim Abschluss regelwidrig gestört worden, den fälligen Freistoß durch Petit aus 17 Metern konnte 96-Keeper Robert Enke aber stark parieren. Eine verabredete Trinkpause nach 25 Minuten schien beide Teams dann etwas Spielfluss verlieren zu lassen. So dauerte es bis zur 40. Minute, ehe Womé aus linker Position einen gefährlichen Schrägschuss abfeuern konnte. Wieder tauchte Enke ab und fischte das Leder aus dem langen Eck. Den Schlusspunkt einer durchaus unterhaltsamen Halbzeit setzte schließlich Pinto mit einem Aufsetzer aus der Distanz, der jedoch das Tor knapp verfehlte (44.).

Abwehr steht sicher: Vinicius gegen zwei "Geißböcke"
Schrecksekunde für Rosenthal
Den besseren Start in Halbzeit zwei, zu denen beide Teams gewechselt hatten, erwischte dann die Soldo-Elf. Brecko zielte aus der Ferne knapp daneben (49.), dann knallte Chihi das Leder in die Wolken (51.). Innerhalb von zwei Minuten sollten dann die beiden dicksten Chancen des Spiels folgen, jeweils eine auf beiden Seiten. Zunächst zielte Bruggink bei einem 17-Meter-Freistoß nur haarscharf am rechten Aluminium vorbei (54.), dann entwischte Freis nach einem Chihi-Pass, umspielte Fromlowitz und scheiterte schließlich an dem auf der Linie postierten Cherundolo (55.). Eine Schrecksekunde erlebten die 96er nach 56 Minuten, als Petit Jan Rosenthal von hinten so böse foulte, dass dieser humpelnd das Spielfeld verlassen musste. Zum Glück gab es schnell Entwarnung. „Rosi“ zog sich lediglich eine Wadenprellung zu und wird lediglich wenige Tage pausieren müssen. Die letzte erwähnenswerte Situation fand in Minute 69 statt. Der für Rosenthal eingewechselte Schmiedebach setzte sich am rechten Flügel klasse durch und passte geschickt in den Rücken der Abwehr. Doch Brugginks Abschlussversuch wurde abgeblockt. Die letzten zwanzig Minuten plätscherten dann eher dahin, so dass am Ende ein torloses Remis zu Buche stand.

Gut als Sechser, dann gefoult: Jan Rosenthal
Defensivreihen dominieren
Am Ende konnten beide Trainer durchaus zufrieden sein, was ihre Defensivleistung angeht. Schließlich hatten beide Abwehrreihen nicht viel zugelassen. "Man hat gemerkt, dass die Jungs schwere Beine hatten", konstatierte Köln-Trainer Zvonimir Soldo im Anschluss. "Am Anfang sind wir nur schwer ins Spiel gekommen, haben aber insgesamt nur wenig zugelassen." Gegenüber Dieter Hecking sah erfreut, dass die harte Trainingsarbeit der letzten Tage Früchte bereits getragen hat. "Man hat schon gesehen, dass wir gut gearbeitet haben. Wir wollten im neuen System zuallererst gut stehen, was uns gelungen ist." Im Spiel nach vorne entdeckte Hecking dagegen noch "viel Luft nach oben."
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Hannover 96: Enke (46. Fromlowitz) – Cherundolo, Vinicius (46. Eggimann), Haggui, Rausch (60.46.Rama) – Rosenthal (60. Schmiedebach), Pinto (46. Lala), Djakpa, Bruggink – Hanke, Forssell
1. FC Köln: Mondragon – Brecko, Geromel, Mohamad, Womé – Petit (78. Matip), Boateng (46. Pezzoni), Chihi (66. Sanou), Ehret – Freis (78. Brosinski), Ishiaku
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Djakpa / Petit
Schiedsrichter: Krassnitzer
Zuschauer: 1.211
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Hanno Balitsch, der das Spiel von der Tribüne sah: „Man sollte das Spiel heute absolut positiv sehen. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und haben gerade in der Anfangsphase eine sehr gute Raumaufteilung gehabt und sind dort zu der einen oder anderen Chance gekommen. Wenn ein Spiel letzten Endes 0:0 ausgeht, muss man aber auch sagen, dass wir noch daran arbeiten müssen, zielstrebiger nach vorne zu spielen und entschlossener zu sein, um dann auch das Siegtor zu erzielen. Aber im Großen und Ganzen war das schon sehr positiv heute.
zum Training: „Es wird sehr konzentriert im Training gearbeitet, die Jungs ziehen super mit. Gerade im taktischen Bereich wird auch einiges getan, da wir ja eine kleine Systemumstellung vornehmen. Man hat heute schon gesehen, dass wir das System angenommen haben, dass wir uns darin wohler und wohler fühlen. Da gilt es nun in Feinarbeit, daran weiter im Training zu arbeiten.“
zum Wigan-Test: „Man muss ein wenig abwarten, wie ich jetzt auf die gestiegene Belastung reagiere, aber ich würde gerne gegen Wigan ein paar Minuten spielen, wenn es irgendwie hinhaut.“
Dieter Hecking: „Es war heute der erste Test für unser neues System. Ich glaube, wir haben ihn zu siebzig Prozent bestanden. Wir haben sehr wenige Torchancen zugelassen, wir haben einen guten Spielaufbau gehabt, wir haben in der räumlichen Anordnung sehr gut gestanden. Im Spiel nach vorne hätte es mehr sein müssen, das wissen wir alle. Da hat die Frische gefehlt, da gab es noch zu viele leichte Ballverluste. Aber ich denke, in drei Wochen sieht das ein bisschen anders aus. Auf die Leistung heute kann man sicherlich aufbauen und das müssen wir am Montag schon wieder zeigen.
zu den kommenden Tagen: „Wir werden morgen noch einmal einen etwas ruhigeren Tag einschieben. Morgen früh wird zunächst Auslaufen sein, danach werden wir mit der Mannschaft ein wenig raften gehen. Ich denke, das muss auch mal sein. Am Samstag werden wir dann wieder die Arbeit aufnehmen in Bezug auf taktisches Verhalten mit Blickrichtung auf Montag. Dann müssen wir sicherlich mitnehmen, dass wir lauter werden müssen auf dem Platz, dass wir viel mehr kommunizieren müssen untereinander, dass wir im Spiel nach vorne den letzten Pass bringen müssen bzw. das Ballhalten muss da sein. In Ansätzen war das da. Wenn es da ist und der Ball einmal läuft, dann kommen wir in Schwung.“
zum neuen System: „Ich denke schon, dass die Mannschaft das neue System angenommen hat. Man merkt der Mannschaft an, dass sie das nachvollzieht, was wir ihr vorgeben. Das hat man heute gesehen. Natürlich war das heute ein Vorbereitungsspiel, es ging noch nicht hundertprozentig zur Sache. Man hat gemerkt, dass auch die Kölner müde waren. Trotzdem ist es wichtig, dass die Spieler ein Gefühl in der Anordnung finden. Das war heute da – und darauf lässt sich aufbauen.“
Den kompletten Beitrag mit Spielausschnitten und O-Tönen zum Spiel findet Ihr am Freitag auf 96TV!
96TV im Trainingslager
Aus dem Trainingslager in Bad Kleinkirchheim vom 10. bis zum 21. Juli werden wir für 96TV umfassend in Bild und Ton berichten. Gerne könnt Ihr uns Eure Meinung hierzu per Mail an redaktion(at)hannover96.de schicken.