Spielbericht: Hertha BSC Berlin - H96 1:0 (0:0)
Ein später Treffer André Limas (87.) aus abseitsverdächtiger Position sorgt dafür, dass Hannover 96 nach sechs Spielen ohne Niederlage erstmals wieder geschlagen vom Platz gehen muss.

Ein später Treffer André Limas (87.) aus abseitsverdächtiger Position sorgt dafür, dass Hannover 96 nach sechs Spielen ohne Niederlage erstmals wieder geschlagen vom Platz gehen muss.
Bis dahin sah es bei schwierigen Bodenverhältnissen nach einem typischen 0:0 aus.
Lala erhält Vorzug vor Balitsch
96-Trainer Dieter Hecking entschied sich nach dem 2:1-Erfolg gegen den BVB für den Einsatz des dort bärenstarken Altin Lala. Damit blieb dem wieder gesundeten Hanno Balitsch nur der Platz auf der Bank. Hertha-Coach Lucien Favre brachte den Polen Piszczek für den Schweden Grahn.
Schneefall verhindert Fußball
Aufgrund plötzlich einsetzenden Schneefalls in Berlin mussten die Teams in Durchgang eins auf weißem, glitschigem Untergrund auflaufen, was dem Spielfluss naturgemäß nicht zuträglich ist. Vor allem Hannover hatte große Probleme, ins Spiel zu finden – die ersten 45 Minuten gehörten somit klar dem Gastgeber. Vor allem der Brasilianer Gilberto sorgte für die wenigen Höhepunkte. Nach vier Minuten fasste sich der Hertha-Mittelfeldspieler ein Herz und zog aus der Distanz ab. Enke konnte den gefährlichen Aufsetzer gerade noch aus dem rechten Eck ablenken. Piszczek legte noch einmal quer zu Pantelic, dessen Abschluss aber von Tarnat gestört wurde, so dass der 96-Keeper den abgeblockten Schuss unter sich begraben konnte. Da die Rasenheizung ihren Dienst noch nicht erfüllte, entwickelte sich in der Folge ein unansehnliches Bundesligaspiel. Bälle verhungerten im Schnee oder nahmen zu viel Fahrt auf, so dass Kombinationsfußball nicht möglich war. Das passende Rezept: Weitschüsse! So führte ein eigentlich harmloser 30-Meter-Versuch Gilbertos fast zum 1:0, da 96-Schlussmann Enke ausrutschte. Doch das Spielgerät ging knapp am rechten Pfosten vorbei. (19.). Wenig später setzte sich Fathi am linken Flügel gegen Cherundolo durch und spielte zurück an die Strafraumgrenze. Wieder war es Gilberto, der direkt abzog, das Visier aber zu hoch eingestellt hatte (23.). Auch Piszczeks 13-Meter-Schuss segelte über das Tor (30.). So geriet die verletzungsbedingte Auswechslung von Hertha-Goalgetter Pantelic (36., Zerrung) noch zum Höhepunkt einer wenig ansehnlichen ersten Hälfte, in der 96 zu keinem wirklichen Torschuss kam.
Zweites Abseitstor Limas übersehen
Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild dann aber sofort: die Leinestädter entwickelten jetzt den gewünschten Druck. Vier Chancen innerhalb von sechs Minuten sind Nachweis der Dominanz der Roten in dieser Phase. So flankte Rosenthal von halbrechts auf Hanke am kurzen Pfosten, der direkt verlängerte und erstmals Drobny zu einer Aktion zwang (50.). Bei Pintos Distanzversuchen (54., 56.) musste der Hertha-Keeper dann schon all sein Können zeigen, um die Gästeführung zu verhindern. Dazu landete ein Kopfball Hankes im Anschluss an eine Pinto-Linksecke am Außennetz (55.). Was nach dem furiosen Beginn im zweiten Durchgang folgte, war 25 Minuten Leerlauf, in dem sich beide Teams weitgehend neutralisierten. Dann setzte der Gastgeber plötzlich zu seiner Schlussoffensive an. Weckruf war ein Abseitstreffer des eingewechselten Lima, der Enke von Piszczek bedient aus acht Metern keine Abwehrchance ließ (80.) – doch Schiedsrichter Dr. Felix Brych hatte hier zu Recht abgepfiffen. Im Gegensatz zur spielentscheidenden Szene sieben Minuten später: Simunic hatte links raus zu Fathi gespielt, der scharf nach innen gab. André Lima, der bei Abspiel vor Bewacher Fahrenhorst stand, lenkte das Leder an Enke vorbei in die Maschen (87.). Dieses Mal erkannte der Unparteiische fälschlicherweise auf Tor. Doch die Roten wollten sich noch nicht geschlagen geben und hätten In der Nachspielzeit fast noch den verdienten Ausgleichstreffer erzielt. Ein Freistoß Cherundolos segelte in den Strafraum, in dem sich nun sogar 96-Keeper Enke positionierte. Drobnys Faustabwehr misslang, so dass das Leder Hanke am linken Strafraumeck fand. Doch der 96-Stürmer war zu überrascht, so dass sein Kopfball knapp am linken Pfosten des leeren Tores vorbei strich.
Serie beendet
Ein Abseitstor entschied letztlich eine typische 0:0-Partie letztlich zu Gunsten des Gastgebers, der damit die letzte Erfolgsserie der Roten von sechs ungeschlagenen Spielen beendete. Nach der kommenden Länderspielpause darf sich Hannover auf das nächste Heimspiel gegen Schalke 04 freuen, um Revanche für das Pokalaus gegen die Knappen zu nehmen.
STATISTIK
Hertha BSC Berlin: Drobny – Chahed, A. Friedrich, von Bergen, Fathi – Mineiro, Simunic, Piszczek (86. Okoronkwo), Gilberto, Ebert (93. Lustenberger) – Pantelic (ab 36. Lima)
Hannover 96: Enke -Cherundolo, Vinicius, Fahrenhorst, Tarnat – Lala, Schulz, Rosenthal (90. Kleine), Pinto (77. Stajner), Huszti (66. Balitsch) – Hanke
Tore: 1:0 Lima (87., Fathi)
Gelbe Karten: Mineiro, Chahed / -
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Zuschauer: 33.000
Fotos: S. Zwing