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96 im Europapokal

23 Spiele hat 96 im Europapokal in seiner Geschichte bisher ausgetragen und dabei 7 Siege, 3 Unentschieden und 13 Niederlagen erzielt. Rein zahlenmäßig eine eher negative Bilanz – doch vom sportlichen Wert hat es sich gelohnt: FC Barcelona, Inter Mailand, AS Rom, Leeds United, FC Porto, Ajax Amsterdam und Werder Bremen waren die die klangvollen Namen der bekanntesten Gegner im Europapokal.

Messepokal

Genau genommen waren nur die beiden Spiele gegen Werder Bremen im Jahr 1992 im Europapokal der Pokalsieger „richtige“ Europacup-Spiele.

Die anderen 21 Begegnungen waren Spiele im Messepokal. Dieser internationale Wettbewerb wurde von 1955 bis 1971 ausgetragen, bevor der „Messepokal“ unter der Schirmherrschaft der UEFA als „UEFA-Pokal“ weitergeführt wurde. Die offizielle Bezeichnung des Messepokals lautete Inter-Cities Fairs Cup und basierte auf einer gemeinsamen Idee des Schweizers Ernst Thommen, Ottorino Barassi aus Italien und dem Generalsekretär der  englischen FA, Stanley Rous, die gemeinsam einen europäischen Vereinswettbewerb zur Verbesserung der internationalen Kontakte einführen wollten. Da sich der europäische Fußball noch im Aufbau befand – die UEFA wurde erst 1955 gegründet – nutzen die Ideengeber zur Umsetzung ihrer Idee die bereits bestehende Vereinigung der europäischen Messestädte. Am 18. April 1955 wurde der Messepokal in Basel offiziell ins Leben gerufen. Er begann als Turnier, wurde ab 1960/61 dann als Pokalwettbewerb mit Hin- und Rückspielen ausgetragen.

An diesem Messe-Pokal durften anfangs nur Mannschaften aus Messestädten teilnehmen und ursprünglich sollte eine Stadtauswahl die jeweilige Messestadt repräsentieren. Ab 1964 nahmen dann nur noch Vereinsmannschaften aus Messestädten teil. Dabei war es unerheblich, welchen Tabellenrang die Teilnehmer in der nationalen Liga erreicht hatten. Es wurde ein Teilnahmegesuch gestellt und man wurde entweder zugelassen oder abgelehnt. Erst ab 1968 wurden dann auch die Platzierungen in den jeweiligen Ligen der Länder bei der Bewerbung  berücksichtigt.

1958 bis 1960 fand die zweite Austragung des Messepokals statt. Barcelona besiegte im Finale Birmingham. Hannover 96 trat erstmals auf der europäischen Bühne auf.  Die 96, die in der Regel alle noch einem Beruf nachgingen, trafen dabei auf Berufsspieler. Am 9. November 1958 begann das Europadebüt. In der 1. Runde war der AS Rom zu Gast in Hannover. Am Sonntag, den 9. 11.1958 verlor Hannover 96 trotz eines Tores von Georg Kellermann vor 15.000 Zuschauern mit 1:3 im Niedersachsenstadion. Trotz dreier Gegentore erhielt Reservetorwart Ewald Stiller, der kurzfristig für die Stammkeeper Hans Krämer und Karl Köstler einsprang, gute Kritiken.

09.11.1958 Hannover 96 – AS Rom 1:3 (0:1)

Hannover 96: Stiller – Geruschke, Fassnacht, Schicks, Elzner, Kühn, Wewetzer, Gawletta, Tkotz, Wenker, Kellermann – Trainer: Silken

AS Rom: Cudicini (65. Tesari)  – Griffith, Losi, David, Stucchi, Zaglio, Ghiggia, Guarnacci, Da Costa, Tasso Selmonsson – Trainer: Nordahl

SR: Jörgensen (Dänemark); Zuschauer: 20.000

Tore: 0:1 Tasso (25.); 1:1 Kellermann (69.); 1:2 (74.) Da Costa; 1:3 (78.) Da Costa

Im Rückspiel am 7. Januar 1959 im Olympiastadion in Rom sorgte Gerhard Gollnow mit einem schnellen Führungstor in der 4. Minuten für eine Überraschung. Der AS Rom erholte sich jedoch schnell vom Schock des frühen Gegentores und in der 24. Minute erzielte der Halblinke Tasso den verdienten Ausgleich. In der 2. Halbzeit hielt 96-Torwart Hans Krämer einen vom Römer Griffith getretenen Elfmeter und sicherte das Unentschieden. Mit diesem 1:1 (1:1) endete die erste Europacup-Teilnahme von 96.

07.01.1959  AS Rom - Hannover 96 1:1 (1:1)

AS Rom: Cudicini – Griffith, Losi - David, Stuchhi, Menegotti – Leonardi, Pestrin, Ghiggia, Tasso, Lojodice – Trainer: Nordahl 

Hannover 96 : Krämer – Geruschke, Kühn - Wieczorek, Elzner, Wenker - Wewetzer, Schicks, Gollnow, Schott, Kellermann (46. Min. Tkotz) – Trainer: Silken

Schiedsrichter: Clough (England)  - Zuschauer: 8.000

Tore 0:1 Gollnow (4.), 1:1 Tasso (24.)

1960/61 gewann  AS Rom gegen Birmingham City im Finale. Die meisten Städte wurden jetzt bereits von Vereinen statt von Stadtauswahlen vertreten. Die Spieler von Hannover 96  aus der Oberliga hatten gegen die Profis des italienischen Landesmeister Inter Mailand keine Chance. Im Mailänder San Siro Stadion verlor 96 vor 30.000 deutlich mit 2:8 (0:1). Die italienischen Fans feierten Dieter Meyer, Torwart von 96, für seine zahlreichen Paraden. Zu Beginn der 2. Halbzeit sorgte Freddy Heiser in der 47. Minute gegen Mailands Keeper Boffon für den zwischenzeitlichen Ausgleich und in der 61. Minute konnte Gerhard Gollnow erneut zum 2:2 ausgleichen. Aber am Ende setzten sich die Profis aus Mailand auf Grund ihrer konditionellen und technischen Vorteile deutlich durch.

13.09.1960  Inter Mailand – Hannover 96 8:2 (1:1) 

Inter Mailand: Buffon –  Zaglio, Firmani, Corso, Lindskog, Angelillo, Bicicli, Satti, Invernizzi, Massiero, Bolchi – Trainer: Herrera

Hannover 96: Meyer – Korff, Wiezorek, Kowol, Steinwedel, Bohnsack, Schmidtke, Fischer, Heiser, Gollnow, Kellermann – Trainer: Grothkopp

Schiedsrichter: Ellis (England)  - Zuschauer 17.000

Tore: 1:0 Bicicli (21.), 1:1 Heiser (47.), 2:1 Zaglio (55.), 2:2 Gollnow (61.), 3:2 Lindskog (63./Elfmeter), 4:2 Corso (70.), 5:2 Lindskog (73.), 6:2 Corso (76.), 7:2 Firmani (79.), 8:2 Angelillo (90.)

Im Rückspiel sahen 18.000 Zuschauer eine 1:6 (1:2)-Heimniederlage. Nach vier Minuten ging 96 durch einen Fallrückzieher von Freddy Heiser in Führung. Doch das Inter-Team von Trainer Helenio Herrera zeigte sein Können und gewann das Spiel deutlich. 96-Stopper Heinz Steinwedel hat an dieses Spiel schlechte Erinnerungen. Torwart Dieter Meyer traf ihn bei einer Faustabwehr so unglücklich, dass er mit einem komplizierten Nasenbeinbruch ausscheiden musste.



Von links: Kellermann, Kowol, Heiser, Schmidtke, Wiezorek, Korff, Gollnow, Bohnsack, Fischer, D. Meyer, Steinwedel

05.10.1960  Hannover 96 – Inter Mailand 1:6 (1:2) 

Hannover 96:  Meyer – Flegel, Wiezorek, Kowol, Steinwedel, Bohnsack, Weinberg, Schmidtke, Fischer, Heiser,  Kellermann – Trainer: Grothkopp

Inter Mailand: Buffon – Satti, Bicchierai – Massiero, Guarneri, Invernizzi, Bicicli, Firmani, Corso, Lindskog, Angelillo – Trainer: Herrea

Schiedsrichter: Versyp (Belgien)  - Zuschauer 18.000

Tore: 1:0 Heiser (4.),  Angelillo (25.), 1:2 Corso (40.), 1:3 Lindskog (55.), 1:4 Bicchierai  (75.), 1:5 Wiezorek (77./Eigentor), 1:6 Firmani (85.)

1961/62 siegte in einem rein spanischen Finale Valencia CF nach Hin- und Rückspiel gegen FC Barcelona. Es nahmen nur noch fünf Stadtauswahlen teil. Hannover 96 verlor am 13. September 1961 vor 10.000 Zuschauern in der 1. Runde gegen Espanyol Barcelona unglücklich mit 0:1 (0:0). Die Zuschauer waren begeistert von der Leistung ihrer Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt nur 15. der Oberliga war.

13.09.1961 Hannover 96 – Espanyol Barcelona 0:1 (0:0)

Hannover 96: Meyer – Flegel, Wiezorek, Jörs, Kowol, Fahrtmann, Hartz, Heiser, Schmidtke, Hoff, Nix – Trainer: Grothkopp

Espanyol Barcelona: Piris - Argiles, Dauder, Munot, Bartoli, Sastre, Camps, Carranza, Dominguez, Indio, Czibor – Trainer: Areas

 SR: Castleyn (Belgien) - Zuschauer 12.000

 Tor: 0:1 Camps (52.)

Das Rückspiel fand 14 Zage später im Espanyol-Stadion statt – 96 verlor mit 0:2 (0:1).

27.09.1961  Espanyol Barcelona - Hannover 96 2:0 (1:0)

Espanyol Barcelona: Juanet – Argiles, Bartoli, Dauder, Sastre, Munoz, Czibor, Vinas, Indio, Carranza, Camps – Trainer: Areas

Hannover 96: Meyer – Flegel, Jörss, Steinwedel, Kowol, Fahrtmann, Kettler, Hartz, Heiser, Handtke, Schmidtke – Trainer: Grothkopp

Schiedsrichter: Rigato (Italien)  - Zuschauer: 25.000

Tore: 1:0 Camps (27.), 2:0 Indio (61.) 

 1965/66 siegte der  FC Barcelona im Hin- und Rückspiel gegen Real Zaragoza. Hannover 96 zog in der 1. Runde ein Freilos. In der 2. Runde traf Hannover 96 auf den vielfachen portugiesischen Meister FC Porto. Im Hinspiel in Hannover besiegte 96 die Portugiesen in einem begeisternden Spiel mit 5:0 (2:0). Torschützen waren vor 5.000 Zuschauern Walter Rodekamp (4. Min.) Hans Siemensmeyer (6.), Jürgen Bandura (65.), Udo Nix (73.) und erneut Hans Siemensmeyer (82.).

10.11.1965  Hannover 96 – FC Porto 5:0 (2:0) 

Hannover 96: Grunenberg – Fuchs, Kronsbein, KH. Mühlhausen, Mittrowski, Bena, Klose, Siemensmeyer, Rodekamp, Nix, Bandura – Trainer: Kronsbein

FC Porto: Rui – Luiz, Atraca, Pinto, Almeida, Valdemar; Jaime, Amauri, Antonio, Ernesto, Nobrega – Trainer: Costa 

Schiedsrichter: Tonny Poulsen (Dänemark)  - Zuschauer:  5.000 

Tore: 1:0 Rodekamp (4.), 2:0 Hans Siemensmeyer (6.), 3:0 Jürgen Bandura (65.), 4:0 Udo Nix (73.), 5:0 Hans Siemensmeyer (82.)

Im Rückspiel unterlag 96 vor 25.000 Zuschauern zwar mit 1:2 (1:1) – Torschütze Udo Nix (42. Min.) mit einem 20-Meter-Schuss – qualifizierte sich aber für das Achtelfinale gegen FC Barcelona.

08.12.1965 FC Porto – Hannover 96 2:1 (1:1) 

FC Porto: Americo – Festa, Atraca, Rolando, Almeida, Valdemar; Jaime, Amauri, Antonio, Pinto, Nobrega – Trainer: Costa 

Hannover 96: Podlasly – Fuchs, P. Kronsbein, K.-H. Mühlhausen, Laszig, Bena, Gräber, Siemensmeyer, Rodekamp, Nix, Bandura – Trainer: Kronsbein

Schiedsrichter: Gomez Arribas (Spanien)  - Zuschauer: 25.500

Tore: 1:0  Manuel Antonio (20.), 1:1 Udo Nix (42.), Custodio Pinto (69./Elfmeter)

Diese Spiele gegen den FC Barcelona sollten sich zu den dramatischsten Europapokal-Spielen der Vereinsgeschichte von Hannover 96 entwickeln.

96 gewann im Niedersachsenstadion gegen den Favoriten aus Katalonien mit 2:1 (1:1). Hans Siemensmeyer bezwang in der 15. und 54. Minute den spanischen Keeper Pesudo zur großen Freude der 40.000 Zuschauer. Das Gegentor für die Spanier fiel kurios: Verteidiger Benitez trat einen Elfmeter scharf, den 96-Keeper Horst Podlasly abwehren konnte, aber Mittelstürmer Zaluda flog mit dem Kopf voraus in die Flugbahn des Balles und erzielte das zwischenzeitliche Unentschieden.

02.02.1966 Hannover 96 – FC Barcelona 2:1 (1:1)

Hannover 96: Podlasly – Steinwedel, Bena, Mittrowski, Laszig, Fuchs, Hoff, Gräber, Siemensmeyer, Rodekamp,  Bandura – Trainer: Kronsbein 

FC Barcelona: Pesudo – Benitez, Eladio, Gallego, Olivella, Torres, Rife, Vergés, Zaldúa, Fusté, Zaballa – Trainer: Olson 

Schiedsrichter: Geluck (Belgien) - Zuschauer: 40.000

Tore: 1:0 Siemensmeyer (15.), 1:1 Zaluda (44.), 2:1 Siemensmeyer (54.)

14 Tage später wollte Trainer Helmut „Fiffi“ Kronsbein vor 60.000 Zuschauern mit einem Abwehrbollwerk das Wunder von Nou Camp schaffen. Aber in der 61. Minute bezwang  Barca-Stürmer Fuste mit einem Fallrückzieher Horst Podlasly im 96-Tor und erzielte so das 1:0-Endergebnis. Da es die heute übliche Auswärtstor-Regel noch nicht gab, war ein Entscheidungsspiel notwendig. Sofort nach Abpfiff wurde per Los Hannover als Austragungsort ermittelt.

16.02.1966  FC Barcelona – Hannover 96 1:0 (0:0)

FC Barcelona: Pesudo – Benitez, Eladio, Vergés, Olivella, Torres, Rife, Muller, Zaldúa, Fusté, Zaballa – Trainer: Olson 

Hannover 96: Podlasly – Bohnsack, Bena, Mittrowski, Laszig, Fuchs, Mühlhausen, Gräber, Siemensmeyer, Rodekamp,  Bandura – Trainer: Kronsbein

Schiedsrichter: Phillips (Schottland)  - Zuschauer: 50.000

Tor: 1:0 Fusté (61.)

Im Entscheidungsspiel in Hannover unterstützten 55.000 Zuschauer das 96-Team. Und nach 11 Minuten konnten diese bereits jubeln. Walter Rodekamp brachte mit einem Fallrückzieher von der Torauslinie den Ball in den Fünfmeterraum, Barcas Torwart Reina verpasste den Ball und Jürgen Bandura drückte diesen zum 1:0-Führungstreffer über die Linie. Bis kurz vor Spielende verteidigte 96 den knappen Vorsprung. Doch Barcas Stürmer Pujol erzielte dann doch noch den Ausgleichstreffer – in der 88. Minute. Danach folgte eine wenig ereignisreiche Verlängerung. Da das heute übliche Elfmeterschießen noch nicht eingeführt war, musste das Los entscheiden. Die Unparteiischen und die Mannschaftskapitäne zogen sich zum Münzwurf in die Katakomben des Niedersachsenstadions zurück. In der Kabine von Schiedsrichter Taylor aus England  wurde eine Münze geworfen. Barcas Vertreter hatten sich für die richtige Seite entschieden und damit das Losglück. 96 schied unglücklich aus und konnte sich am Saisonende nur damit trösten,  dass der FC Barcelona den Europacup gewann.

02.03.1966  Hannover 96 – FC Barcelona 1:1 n.V. (1:0; 1:1) 

FC Barcelona nach Münzwurf weiter 

Hannover 96: Podlasly – Bohnsack, Bena, Mittrowski, Laszig, Fuchs, Heiser, Gräber, Siemensmeyer, Rodekamp,  Bandura – Trainer: Kronsbein

FC Barcelona: Reina – Benitez, Olivella, Foncho, Montesinos, Torres, Pereda, Rife, Muller, Pujol, Zaballa – Trainer: Olson

Schiedsrichter: Taylor (England) - Zuschauer: 55.000

Tore : 1:0 Bandura (11.), Pujol (88.).

1967/68 gewann  Leeds United im  Finale gegen Ferencváros Budapest.

Hannover 96 trat in der 1. Runde im Sao-Paolo-Stadion beim AC Neapel an. Vor 35.000 Zuschauern hatte das Team von Trainer  Horst Buhtz ohne den gesperrten Stürmer Josip Skoblar keine Chance und  verlor deutlich mit 0:4 (0:3). Horst Podlasly im Tor verhinderte eine noch höhere Niederlage.

19.09.1967 SSC Neapel – Hannover 96 4:0 (2:0) 

SSC Neapel: Zoff – Nardin – Pogliana, Stenti, Panzanato, Girado, Bigon, Juliano, Altafini, Montefusco, Orlando – Trainer: Pesaola

Hannover 96: Podlasly – Hellingrath, Anders, Laszig, Stiller (41. Bandura), Straschitz, Gräber, Poulsen, Heynckes, Siemensmeyer, Rodekamp – Trainer: Cajkovski

Zuschauer: 35.000

Tore: 1:0 Girardo (14.), 2:0 Altafini (19.), 3:0 0rlando (37.), 4:0 Altafini (73.)

Das Rückspiel im Niedersachsenstadion verfolgten 8.000 Zuschauer. Neapels weltberühmter Keeper Dino Zoff verhinderte zahlreiche Torchancen, so dass es am Ende 1:1 (0:1) hieß. Mit einem 20-Meter-Freistoßtor hatte Hermann Straschitz in der 64. Minute für den Ausgleichstreffer gesorgt.

18.10.1967 Hannover 96 – SSC Neapel  1:1 (0:1)

Hannover 96: Podlasly – Hellingrath, Anders, Breuer, Stiller, Straschitz, Ahnefeld, Poulsen, Bandura, Siemensmeyer (46 Gräber), Rodekamp – Trainer: Cajkovski

SSC Neapel: Zoff – Nardin, Pogliana, Stenti, Panzanato, Girado, Bosdaves (46. Altafini), Juliano, Montefusco, Orlando, Barison  – Trainer: Pesaola

Schiedsrichter: Aalbracht (Holland) - Zuschauer: 8.600

Tore: 0:1 Barison (40.), 1.1 Straschitz (64.)

1968/69 bezwang Newcastle United im Finale Újpest Budapest. Hannover 96 war erneut dabei und traf in der 1. Runde auf Odense BK. Im Niedersachsenstadion sahen 5.000 hannoversche Zuschauer ein 3:2 (3:0).  Hans Siemensmeyer (15.), Jupp Heynckes (25.) und Josip Skoblar (30.) sorgten für eine komfortable Pausenführung. In der 2. Halbzeit ließ die Kraft bei den 96ern nach und die Dänen erzielten noch zwei Tore.

01.10.1968 Hannover 96 – B 1909 Odense 3:2 (3:0)

Hannover 96: Podlasly – Hellingrath, Bohnsack, Anders, Breuer, Stiller, Siemensmeyer, Zobel (46. Plischke), Heynckes, Skoblar, Bandura – Trainer: Cajkovski   

B 1909 Odense: Rask – Larsen, Petersen, Arno Hansen, Lindholm, Johansen, Torben Hansen, Richter, Haastrup, Outzen, Byrholm – Trainer: Toldi

Schiedsrichter: Nilsson (Schweden) - Zuschauer: 5.000

Tore: 1:0 Siemensmeyer (15.), 2:0 Heynckes (25.), 3:0 Josip Skoblar (30.), 3:1 Walther Richter (47.), 3:2 Torben Hansen (53.)

Im Rückspiel in Dänemark sorgte Hans Siemensmeyer mit seinem Tor in der 80. Minute für das 1:0 und die Entscheidung. 96 erreichte die 2. Runde.

09.10.1968  B 1909 Odense - Hannover 96 0:1 (0:0)

 B 1909 Odense: Rask – Larsen (54. Jorgen Hansen), Petersen, Arno Hansen (82. Hartwig), Lindholm, Johansen, Dyrholm, Richter, Haastrup, Torben Hansen, Outzen - Trainer: Toldi 

Hannover 96: Podlasly – Hellingrath, Bohnsack, Anders, Breuer, Loof, Siemensmeyer, Zobel, Heynckes, Skoblar, Bandura – Trainer: Cajkovski

Schiedsrichter: Dorpmans (Niederlande) - Zuschauer: 5.800 Odense Stadion

Tor: 0:1 Siemensmeyer (80.)  

Im November trafen die Spieler von Trainer Cajkovski im Rasunda-Stadion auf den AIK Stockholm. Dort setzte es eine 2:4 (0:0)-Niederlage. In der 48. Minute erzielte Peter Anders per Kopfball die 1:0-Führung, doch die Schweden wurden immer stärker. Hans Siemensmeyer erzielte per Freistoß zwar noch das zwischenzeitliche 2:3, aber die Chancen auf ein Weiterkommen wurden nach dem Abpfiff nur gering eingeschätzt.

12.11.1968 AIK Stockkolm – Hannover 96 4:2 (0:0) 

AIK Stockholm: Hult - Roland Grip, Olsson, Ohlsson, Nildén, Lundberg, Persson, Tord Grip, Andersson, Edenvik, Nilsson - Trainer: Ingevik.

Hannover 96: Helmschrot – Kettler, Breuer. Bohnsack, Anders, Loof, Stiller, Plischke, Ahnefeld, Siemensmeyer, Heynckes – Trainer: Cajkovski.

Schiedsrichter: Mullan (Schottland) - Zuschauer: 514

Tore: 0:1 Anders (48.), 1:1  Ohlsson (54.), 2:1 T. Grip (57.), 3:1 Persson (65.) , 3:2 Siemensmeyer (77.), 4:2 Ohlsson (85.)

Eine Woche später sahen an einem Dienstag 3.000 Zuschauer in Hannover ein spannendes Rückspiel. Die Schweden gingen in der 12. Minute durch Nilsson in Führung. Josip Skoblar glich drei Minuten später per Kopfball aus und erzielte eine Minute später sogar die 2:1-Führung. In der 2. Halbzeit sorgte Jupp Heynckes in der 49. und 51 Minute dann gar für einen beruhigenden Vorsprung. Nach dem AIK-Stürmer Lundblad in der 70. Minute das 2:4 für die Schweden erzielte, drohte eine Verlängerung. Doch in der 77. Minute sorgte Jupp Heynckes mit seinem dritten Tor für den Einzug ins Achtelfinale.

19.11.1968 Hannover 96 – AIK Stockholm 5:2 (2:1)

Hannover 96: Helmschrot (25. Podlasly) - Anders, Hellingrath,  Bohnsack (61. Loof), Breuer, Stiller, Zobel, Bandura, Skoblar, Siemensmeyer, Heynckes – Trainer: Cajkovski.

AIK Stockholm: Hult – Oberg, Nilden, Olsson, R. Grip, Andersson, Nilsson, Holmberg, Persson, Lundblad, Ohlsson – Trainer: Ingevik.

Schiedsrichter: Schaut (Belgien)  - Zuschauer: 4.000

Tore: 0:1 Nilsson (12.), 1:1 Skoblar (16.), 2:1 Skoblar (17.), 3:1 Heynckes (49.), 4:1 Heynckes (51.), 4:2 Lundblad (70.), 5:2 Heynckes (77.)

Eine Woche vor Weihnachten traf Hannover 96 an der Elland Road zum Auswärtsspiel auf den amtierenden Titelverteidiger Leeds United. Das Team war mit Ausnahmespielern wie Jack Charlton, Billy Bremner, Norman Hunter und John Giles besetzt. Es gab für Hannover 96 schließlich eine unerwartet deutliche 1:5 (0:2)-Niederlage. Für das einzige 96-Tor sorgte in der 86. Minute Verteidiger Hans-Josef Hellingrath. Torwart Horst Podlasly erhielt von den 26.000 englischen Zuschauern trotz der fünf Gegentreffer wegen vieler toller Paraden Szenenapplaus.

18.12.1968 Leeds United – Hannover 96 5:1 (2:0)

Leeds: Sprake - Reaney, Madeley, Bremner, J. Charlton, Hunter, O`Grady, Lorimer, Jones, Giles, Gray. Manager: Revie

Hannover 96: Podlasly -  Hellingrath,  Bohnsack, Anders, Breuer, Stiller, Zobel, Bandura, Skoblar, Siemensmeyer (46. Loof), Heynckes. Trainer: Cajkovski.

SR: Bueno Perales (Spanien); Zuschauer: 25.200

Tore: 1:0 O`Grady (4.); 2:0 Hunter (35.); 3:0 Lorimer (52.); 4:0 J. Charlton (62.); 5:0 Lorimer (64.); 5:1 Hellingrath (86.)

Das Rückspiel fand erst 1969 statt. Hannover 96 kämpft beherzt gegen den designierten englischen Meister und verlor vor 16.000 Zuschauern mit 1:2 (0:2). Bundestrainer Helmut Schön sah ein interessantes Spiel, das Leeds durch zwei schnelle Tore von Belfitt (5.) und Jones (16.) früh entschieden war. Jupp Heynckes erzielte in der 85. Minute noch den verdienten Ehrentreffer. Unrühmlicher Höhepunkt der kämpferisch geführten Partie war der Platzverweis von  Terry Cooper nach einem bösen Foul an 96- Verteidiger Winfried Wottka.

04.02.1969  Hannover 96 – Leeds United 1:2 (0:2)

Hannover 96:  Helmschroth - Hellingrath, Loof, Anders, Breuer, Stiller, Zobel (61. Wottka), Brune, Bandura,  Heynckes, Kettler (23. Ritter) Trainer: Cajkovski

Leeds: Sprake - Reaney, Cooper,  Bremner, J. Charlton, Hunter, O`Grady, Lorimer, Jones, Belfitt, Gray . Manager: Revie

SR: Dorpmans (Niederlande)  - Zuschauer: 16.000

Tore: 0:1 Belfitt (5.); 0:2 Jones (16.); 1:2 Heynckes (85.)

 

1969/70 gewann Arsenal London gegen den belgischen Vertreter RSC Anderlecht. Hannover 96 traf in der 1. Runde auf Ajax Amsterdam. Am 17.09.1969 sahen 20.000 Zuschauer in Hannover ein sehr spannendes Spiel,  das überraschend mit 2:1 (2:1) für den Gastgeber endete. Der Gegner aus den Niederlanden bot namhafte Spieler wie Cruyff, Mühren, Krol, Haan und Suurbier auf – kein 96-Fan erwartete ernsthaft einen Sieg. Doch nachdem Jupp Heynckes einen Abstoß von Horst Podlasy  zur 1:0 Führung verwandelte (20.) und Josip Skoblar mit einem Kopfball (42.) noch vor der Halbzeit den 2:1 Endstand erzielte, hofften viele 96-Fans auf einen Erfolg in Amsterdam.

17.09.1969 Hannover 96 – Ajax Amsterdam 2:1 (2:1)

Hannover 96: Podlasly - Loof, Stiller, Hellingrath, Siemensmeyer, Bandura, Cebinac, Zobel, Heynckes, Skoblar Brune (60. Ritter). Trainer Cajkovski

AJAX:  Bals – Vasovic, Suurbier, Hulshoff, Krol, Rijnders, Muller, Mühren, Swart, van Dijk, Surrendonk. Trainer Michels

 SR: Loreaux (Belgien) - Zuschauer 26.000

Tore: 1:0 Heynckes (20.); 1:1 Swaart (32.); 2:1 Skoblar (42.)

Doch im Rückspiel sorgte Johan Cruyff in der 47. Minute mit dem 2:0 - Treffer für das Ende aller Hoffnungen. Am Ende siegte Ajax mit 3:0 (1:0). Niemand ahnte nach dem Abpfiff, dass diese Partie für lange zeit das letzte Pflichtspiel von Hannover 96 im Ausland sein sollte - bis in der Saison 2011/12 die Auftritte in der Europa League folgten.

24.09.1969  Ajax Amsterdam – Hannover 96 3:0 (1:0)

AJAX: Bals – Stuy, Vasovic, Suurbier, Hulshoff, Krol, Rijnders, Muller, Mühren, Cruyff, van Dijk, Keizer. Trainer Michels 

Hannover 96: Podlasly - Loof, Bohnsack, Stiller, Hellingrath, Siemensmeyer, Bandura, Cebinac (46. Zobel), Heynckes, Skoblar (67. Ritter), Brune. Trainer Cajkovski

SR: Taylor (England) -  Zuschauer: 19.900

Tore:1:0 Cruyff (22.); 2:0 Swaart (47.); 3:0 G. Mühren (69.)

Europapokal der Pokalsieger

1992/93  gewann der AC Parma im Finale gegen Royal Antwerpen mit 3:1. Hannover 96 qualifizierte sich durch den überraschenden Sieg nach Elfmeterschießen im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Mönchengladbach für den Europapokal der Pokalsieger. Nach der langen internationalen Abstinenz hofften Spieler und Fans auf einen berühmten internationalen Gegner – das Los wollte es anders: es bescherte mit Werder Bremen zwar den amtierenden Europapokalsieger, allerdings sollte die Reise nicht ins Ausland gehen,  sondern lediglich gut 100 Kilometern in Richtung Norden. Werder war für Hannover 96, dessen Mannschaft in der 2. Bundesliga ums Überleben kämpfte, ein fast übermächtiger Gegner. Im Hinspiel sorgten die Bremer Wynton Rufer (19. und 28.) und Rune Braseth (45.) vor 17.000 Zuschauern für einen beruhigenden 3:1-Halbzeitvorsprung für Werder. Roman Wojcicki hatte in der 26.Minute per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 für Hannover 96 ausgeglichen. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Schlusspfiff, obwohl Michael Schjönberg in der 63. Minute die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter David Elleray erhielt und Hannover 96 das Spiel mit 10 Mann beenden musste.

15.09.1992  Werder Bremen – Hannover 96 3:1 (3:1)

Werder: Reck - Bratseth, Votava, Beiersdorfer (30. Hermann), Bockenfeld, Harttgen, Herzog, Eilts, Bode, Rufer (69. Wolter), Allofs. Trainer: Rehhagel

Hannover 96: Sievers, Wojcicki, Sundermann, Klütz, Heemsoth, Groth, Sirocks, Bicici, Schjönberg, Koch (66. Kretzschmar), Djelmas (64. Mathy). Trainer: Vogel

SR: Elleray (England) - 17. 000 Zuschauer

Tore: 1:0  Rufer (19.); 1:1 Wojcicki (26.); 2:1 Rufer (28.); 3:1 Bratseth (45.)

Damit war das Bremer Team von Trainer Otto Rehhagel klarer Favorit für das Rückspiel in Hannover. Das 96-Team von Trainer Eberhard Vogel hielt aber dagegen und lieferte ein begeisterndes Rückspiel. Am Ende konnten die Bremer froh sein, dass ihr Keeper Oliver Reck mit zahlreichen Paraden dafür sorgte, dass Werder trotz einer 1:2- (1:2) Niederlage eine Runde weiter kam. 96-Mittelfeldspieler Reinhold Daschner sorgte in der 29. und 33. Minute für die 2:1-Pausenführung, nachdem Wynton Rufer per Elfmeter in der 18. Minute für die anfängliche Führung der Hanseaten gesorgt hatte. 27.500 Zuschauer feuerten Hannover 96 unermüdlich an und hofften – leider vergeblich – auf ein weiteres Tor und damit die ersehnte Verlängerung.

Dieses  war die bisher letzte Partie von Hannover 96 in einem europäischen Wettbewerb.

30.09.1992  Hannover 96 – Werder Bremen 2:1 (1:1)

Hannover 96: Sievers - Raickovic, Klütz, Sundermann, Groth, Daschner (75 Breitenreiter), Sirocks, Bicici, Kretzschmar, Djelmas, Jursch (62. Koch). Trainer: Vogel

Werder: Reck - Bratseth, Votava, Beiersdorfer (23. Harttgen), Wolter, Bockenfeld, Herzog (58. Hermann), Eilts, Bode, Rufer,  Allofs. Trainer: Rehhagel

SR: van der Ende (Niederlande) - Zuschauer: 27.500

Tore: 0:1 Rufer (18./FE); 1:1 Daschner (29.); 2:1 Daschner (33.)

 

 

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