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Prib über Hannover und Fürth: "Ich habe zwei Zuhause"

Eine solche Vereinstreue ist dieser Tage sehr selten geworden: Seit nunmehr sechseinhalb Jahren ist Edgar Prib ein Roter, davor trug er von Kindesbeinen an das Trikot der SpVgg Greuther Fürth. Am Sonntag um 13.30 Uhr steht das Aufeinandertreffen mit Eddys Ex-Klub, derzeit Zweitligavierter, an. Vor dem Duell im Sportpark Ronhof spricht Prib über einen Gegner, "der uns mehr liegen könnte als unsere beiden vergangenen", Heimatgefühle und Kartenbestellungen von Familie und Feunden.

Eddy hat die komplette Jugend der Fürther durchlaufen und ist im Sommer 2013 zu unseren Roten gewechselt.

Versetzen wir uns mal etwas in die Zukunft: Sonntagmittag, Du steigst aus dem Bus und gehst zum Platzcheck im Fürther Stadion. Mit welchem Gefühl?

Edgar Prib (30): Das wird sich anfühlen wie nach Hause kommen. Das war ja jahrelang mein Heimstadion. Klar bin ich dann in der Gästekabine und auf der anderen Seite als die Fürther, aber für mich wird es – glaube ich – sein, als ob ich ein Heimspiel hätte (lacht).

Wie viele Karten musstest Du denn für Dein "Heimspiel" besorgen?

Prib:
Ich warte noch auf die eine oder andere Rückmeldung. Aber grundsätzlich wurde mir gesagt: So viele wie möglich (lacht). Viele von meinen Leuten haben aber eh schon Dauerkarten. Deswegen werden es am Schluss vielleicht gar nicht so übertrieben viele werden, aber es sind schon einige aus meinem näheren Umfeld dabei, die gern zuschauen kommen wollen.

Du hast über Dein Gefühl beim Platzcheck gesprochen. Was meinst Du denn: Wie wird Dein Gefühl sein, wenn Du nach dem Spiel wieder vom Platz runtergehst?

Prib:
Hoffentlich fahren wir dann mit drei Punkten wieder nach Hannover. Ich doch klar, dass ich Fußballspieler bin und das Spiel gewinnen möchte. Wenn der Anpfiff ist, ist es egal, gegen welche Ex-Mannschaft, welche Ex-Mitspieler oder Ex-Manager es geht. Ich will gewinnen und so wünsche ich mir dann natürlich auch das Gefühl, wenn ich den Platz verlasse und zurück zur Gästekabine gehe.

Was für einen Gegner erwartest du?

Prib:
Die Fürther haben natürlich richtig Selbstbewusstsein getankt durch die zwei Siege zuletzt, sind richtig gut drauf. Ich erwarte – wie im Hinspiel auch – eine eklige Mannschaft, die schwer zu bespielen ist. Genau das wird auf uns zukommen und da müssen wir gut drauf sein und uns dagegenstemmen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass sie uns mehr liegen als unsere beiden vergangenen Gegner, weil sie selbst mehr Fußball spielen wollen als viele andere Mannschaften in der 2. Liga. Das wird auf jeden Fall sehr, sehr interessant.

Wie viel Kontakt hast Du denn noch zur Fürther Mannschaft oder zu Leuten, die bei der Spielvereinigung arbeiten?

Prib:
So intensiver Kontakt besteht nach all den Jahren natürlich nicht mehr. Aber mit zwei Jungs aus dem aktuellen Team, Mergim Mavrai und Marco Caliguri, habe ich zusammengespielt. Auch in der Geschäftsstelle kenne ich noch viele Mitarbeiter, ebenso den ehemaligen Präsidenten Helmut Hack und natürlich den Manager Rachid Azzouzi, mit dem wir damals ja auch den Bundesliga-Aufstieg geschafft haben. Ab und zu ist noch Kontakt vorhanden, aber natürlich schreibt man sich nicht täglich. So ist eben der Lauf der Dinge.

Du hast vorhin gesagt, ins Fürther Stadion zu kommen, ist wie "nach Hause kommen".  Du hast auch zuletzt immer wieder betont, dass Hannover für Dich eine Heimat geworden ist. Wo fühlst Du Dich zu Hause?

Prib:
Mittlerweile ist es schon so: Wenn ich zu meinem Papa oder meiner Schwiegermutter nach Fürth komme, dann fühle ich mich schon ein bisschen wie zu Besuch. Nach ein paar Tagen dort freuen wir uns einfach auch wieder auf unsere eigenen vier Wände in Hannover. Da, wo ich mein ganzes Zeug habe, wo meine Verlobte ist und unsere Katze, da ist mehr zu Hause, als wenn ich bei meinem Papa eben nur zu Besuch bin. Natürlich kenne ich mich dort aus, meine Familie und meine Freunde wohnen da. Das ist auch eine Art Zuhause. Also habe ich letztlich zwei Zuhause (lacht).

Perfektes Schlusswort! Vielen Dank, Eddy!
hec