Spielberichte 2016/17

0:2-Wahlniederlage gegen Dresden

Kein Wahlerfolg vor heimischer Kulisse: Hannover 96 unterliegt Dynamo Dresden mit 0:2 (0:1). Marvin Stefaniak brachte die Gäste zunächst per Freistoß in Führung (18.), ehe Florian Ballas in Hälfte zwei für den Endstand sorgte (57.). Zudem stand 96 ab der 79. Minute nur noch zu zehnt auf dem Platz, nachdem Salif Sané die Rote Karte gesehen hatte.

Die Kandidaten
Nicht unters Wahlgeheimnis am vierten Spieltag fielen die Startformationen beider Teams. 96-Coach Daniel Stendel setzte auf die gleiche erste Elf wie beim 1:1-Unentschieden gegen den VfL Bochum. Zurückgekehrt auf die Liste der Wahlkandidaten war an diesem Tag auch der wiedergenesene Artur Sobiech. Auf der Gegenseite ließ Coach Uwe Neuhaus Niklas Kreuzer auf der Bank, Akaki Gogia feierte dafür ein Debüt in der SG-Startelf.

Iver Fossum im Zweikampf mit Andreas Lambertz

Der Wahlverlauf, Teil eins
Kaum hatte Schiedsrichter Sören Storks die Partie angepfiffen, ging der Wahlkampf schon in eine heiße Phase. Die Roten zeigten von Beginn an, wer im heimischen Wahllokal der Spitzenkandidat am heutigen Tag sein wollte. Mit einem offensiven Wahlprogramm setzte 96 die SG unter Druck, schnürte den Gegner im eigenen Strafraum ein. Die erste dicke Chance verzeichneten dann allerdings die Gäste für sich. Nach seinem Alleingang scheiterte Aias Aosman am gut aufgelegten 96-Schlussmann Philipp Tschauner (14.). Im Gegenzug hatte Niclas Füllkrug nach einer blitzsauberen Vorlage von Felix Klaus, der sich mit einem Tempolauf auf rechts durchgetankt hatte, die Führung auf dem Fuß, doch die SG-Defensive klärte buchstäblich in allerletzter Sekunde (15.). Das erste Kreuz auf dem Stimmzettel markierte aber die gelb-schwarze Opposition aus Dresden. Marvin Stefaniak zirkelte einen Freistoß aus rund 20 Metern direkt in die Maschen – 0:1-Rückstand (18.). Nur drei Minuten später war es wieder Aosman, der aus 16 Metern erneut in Tschauner seinen Meister fand. Doch Manuel Schmiedebach und seine Wahlkampfhelfer gingen weiter auf Stimmenfang. Sebastian Maier hatte via Freistoß aus rund 25 Metern die beste Gelegenheit, bei den schwarz-weiß-grünen Wählern zu punkten, doch SG-Torhüter Marvin Schwäbe setzte dem Vorhaben ein Ende (30.). Tief stehen und auf Konter spielen sollte sich nicht nur zu diesem Zeitpunkt auszahlen. Unlauteren Wahlkampf vermuteten die 96-Wähler beim Foul von Marco Hartmann an Klaus, der den 96-Flügelflitzer im Strafraum unsanft zu Boden streckte – der geforderte Elfmeterpfiff blieb jedoch aus (34.). Mit einem Direktschuss auf den SG-Kasten ließ Füllkrug kurz vor dem Pausentee noch mal aufhorchen, doch die erste Hochrechnung nach 45 Minuten fiel für 96 nicht positiv aus. Mit dem 0:1 ging es in die Kabine, wo Stendels Wahlkampfteam die Aufgabe hatte, die richtigen Worte zu finden.

Wie verhext: Auch Niclas Füllkrug brachte den Ball an diesem Tag nicht im Tor unter.

Der Wahlverlauf, Teil zwei
Die Prognose für Hälfte zwei sollte verhalten ausfallen. Pascal Testroet suchte sein Glück, fand es aber nicht, weil 96-Schlussmann Tschauner sich als Spielverderber outete und das Ding zur Ecke lenkte (51.). Stendel wich indes nicht von seiner Wahlkampftaktik ab, brachte mit Artur Sobiech und Kenan Karaman frischen Wind in der Offensive. Maier scheiterte zwischenzeitlich mit seinem Schuss an der Querlatte (56.), bevor Tschauner erneut hinter sich greifen musste. Ausgerechnet der ehemalige 96er Florian Ballas nagelte das Leder nach Zuspiel von Andreas Lambertz unhaltbar ins Netz – 0:2 (57.). Die Roten kämpften weiter um den Anschluss – Karaman verzog knapp am rechten Pfosten vorbei (62.). Doch auch die Neuhaus-Elf mischte munter mit, nutzten geschickt mit schnellem Umschaltspiel die sich bietenden Möglichkeiten. Folgerichtig semmelte Gogia seinen Versuch nur haarscharf am linken Aluminium der 96er vorbei (69.). Im weiteren Spielverlauf mutierte Tschauner zum Topkandidaten des Tages. Der 96-Torwart passte einmal mehr den richtigen Moment ab und rettete gegen Stefan Kutschke per Glanztat (75.). Doch es kam noch schlimmer. Sané und Kutschke gerieten zunächst verbal und dann handgreiflich aneinander. Kutschke kassierte gelb, Sané wegen einer Tätlichkeit die rote Karte (79.).

In der Folge sollte bei 96 alles beim Alten bleiben, der Ball fand an diesem gebrauchten Tag den Weg ins gegnerische Tor einfach nicht. Karaman blieb im Eins-zu-Eins-Duell gegen Schwäbe ebenso wie seine Vorgänger erfolglos und sein Team damit weiter torlos. Es wurde nichts mit einem 96-Wahlsieg und der anschließenden Wahlparty am vierten Spieltag. Der Verlauf der Begegnung taugt dennoch zu einer Debatte unter 96-Anhängern, hatten sich doch die Hausherren einige Chancen herausgearbeitet, aber nicht in Tore umgemünzt. Wohl denn geht es in dieser Legislaturperiode am nächsten Sonntag für Hannover 96 auswärts gegen Arminia Bielefeld weiter.
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STATISTIK:

Hannover 96: Tschauner - Sorg, Anton, Sane, Albornoz - Schmiedebach, Fossum (75. Prib) - Harnik (55. Karaman), Maier, Klaus - Füllkrug (55. Sobiech)

SG Dynamo Dresden: Schwäbe - F. Müller, J. Müller, Ballas, Teixeira - Aosman, Hartmann, Lumpi - Stefaniak (76. Kreuzer), Testroet (64. Kutschke), Gogia (72. Konrad)

Tore: 0:1 Stefaniak (18.), 0:2 Ballas (57.)

Gelbe Karten: Tschauner / Lambertz, Müller, Kutschke, Teixera

Rote Karte: Sané

Schiedsrichter: Sören Storks

Zuschauer: 39.200