Spielberichte 2016/17

1:2 - 96 scheidet in Pokalkrimi gegen Frankfurt aus

Bitterer Pokalabend: Unsere Mannschaft unterliegt Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Achtelfinale knapp mit 1:2. Martin Harnik brachte unser Team zunächst in Führung, ehe Frankfurt die Partie durch Taleb Tawatha (62.) und Haris Seferovic (66.) binnen weniger Minuten drehte. Unmittelbar vor dem Abpfiff hielt SGE-Keeper Lukas zudem einen Foulelfmeter von Salif Sané (90.+6).

Drei Startelf-Wechsel
Zum Aufeinandertreffen mit dem Dritten der Bundesliga muss 96-Trainer Daniel Stendel in seiner Startelf zwei verletzungsbedingte Änderungen vornehmen. Für Uffe Bech, dem eine Oberschenkelzerrung und ein grippaler Infekt zu schaffen machen, und Stefan Strandberg (Achillessehnenprobleme) kehren Kapitän Manuel Schmiedebach und Noah Joel Sarenren Bazee in die Anfangsformation zurück. Außerdem hütet Samuel Sahin-Radlinger - wie schon in den bisherigen Pokalspielen dieser Saison - den 96-Kasten.

Druckvolle Anfangsphase
Von Beginn an merkt man, dass unsere Roten auf Wiedergutmachung für die 1:4-Liga-Niederlage in Fürth aus sind. Schon früh in der eigenen Hälfte werden die Frankfurter, die anders als viele Zweitligagegner von 96 auch um die Spielgestaltung bemüht sind, unter Druck gesetzt. Kein Wunder, dass auch die erste gute Möglichkeit auf Seiten der Stendel-Elf zu Buche schlägt. Über den rechten Flügel kann sich Noah Sarenren Bazee durchsetzen und die Kirsche auf Sturmpartner Martin Harnik bringen, der aus spitzem Winkel jedoch an Eintracht-Schlussmann Hradecky scheitert (2.).

Auch die Hessen verstecken sich keineswegs und setzen noch in der Anfangsphase Akzente. So ist es Debütant Max Besuschkow, der aus kurzer Distanz eine Hereingabe von Rechtsverteidiger Timothy Chandler an die Latte befördert (6.). Die nächste Aktion gehört ebenfalls den Frankfurtern: Diesmal geht es über die linke Seite, wo Bastian Oczipka im Sechzehner von 96 in Schussposition kommt, jedoch knapp am Tor von Keeper Samuel Sahin-Radlinger vorbeizielt (13.).

Zwei gute Chancen vor der Pause
Danach übernehmen unsere Roten erneut das Kommando: Einen langen Ball von Waldemar Anton legt Martin Harnik an der Sechzehnerkante ab für Kenan Karaman, der den stark reagierenden Hradecky jedoch nicht überwinden kann (30.). Fast der Führungstreffer dann in der 36. Spielminute: Angefangen bei Schmiedebach am eigenen Sechzehner spielen Prib und Karaman vor dem Kasten der Eintracht einen feinen Doppelpass. Am Ende gelingt es unserer Nummer 7 jedoch nicht, den Ball aus gut acht Metern und vollem Lauf in die Maschen zu befördern. So bleibt es nach 45 Minuten torlos und mit einem Unentschieden gehen beide Mannschaften in die Kabine.

Erst die Führung, dann zwei Rückschläge
Gleiches Bild zunächst auch in Hälfte zwei: Zwar kontrollieren die Frankfurter das Geschehen, doch wieder sind es unsere Roten, die sich dem Kasten der Eintracht gefährlich nähern. Und diesmal knallt's: Sarenren Bazee wird von Karaman in die Tiefe geschickt und kann den Ball nach einem Durcheinander im SGE-Strafraum irgendwie zu Harnik bugsieren. Acht Meter zentral vor dem Tor lässt sich unsere Nummer 14 diese Gelegenheit nicht entgehen und netzt zum vielumjubelten Führungstreffer ein (57.).

Die Antwort der Eintracht lässt nicht lange auf sich warten. Über die rechte Seite kombinieren sich Seferovic und Chandler in den Sechzehner unserer Roten. Letzterer ist es dann, der eine maßgenaue Flanke auf den Kopf des eingewechselten Taleb Tawatha schlägt, welcher am zweiten Pfosten freistehend auf Ausgleich stellt (62.). Doch damit nicht genug: Nur vier Minuten später hat Prib einen langen Ball von Hradecky eigentlich schon geklärt. Anstatt allerdings Keeper Sahin-Radlinger zu erwischen, köpft der Linksverteidiger die Kirsche unglücklich dem Frankfurter Seferovic in den Lauf. Die Nummer 9 der Eintracht lässt sich nicht zweimal bitten und schlenzt die Kugel an Sahin-Radlinger vorbei zum 1:2 in die Maschen (66.).

War nicht zu trösten: Elfmeterschütze Salif Sané.

Es hat heute nicht sollen sein
Danach gelingt es unseren Roten nicht mehr, zu zwingenden Torraum-Aktionen zu kommen – bis zur 90. Minute: Artur Sobiech versucht einen langen Ball am SGE-Strafraumrand unter Kontrolle zu kriegen und geht dabei zu Boden. Strafstoß! Nach langen Diskussionen läuft Elfmeterschütze Salif Sané an – und scheitert wie schon einige Mannschaftskollegen am heutigen Abend vor ihm am stark haltenden Eintracht Keeper Hradecky (92.). Unmittelbar darauf pfeift Schiedsrichter Robert Kampka die Partie ab – es hat heute nicht sollen sein.

Leistung als Mutmacher
Nach leidenschaftlichem Kampf und packenden 90 Minuten gehen unsere Roten gegen den Bundesligisten aus Frankfurt als Verlierer vom Platz. Ein Klassenunterschied war nicht erkennbar. Angesichts der Leistung kann man stolz sein auf die 96-Mannschaft – und muss ihnen eine positive Reaktion auf den kürzlichen Rückschlag im Ligabetrieb attestieren. Stark war auch die Reakion der 96-Fans: Sie skandierten nach Abpfiff minutenlang den Namen von Unglücksrabe Salif Sané.
nj

STATISTIK

Hannover 96: Sahin-Radlinger - Sorg, Anton, Sané, Prib - Schmiedebach, Bakalorz - Sarenren Bazee (78. Füllkrug), Klaus (83. Maier) - Karaman, Harnik (78. Sobiech)

Eintracht Frankfurt: Hradecky - Chandler, Abraham (46. Tawatha), M. Hector, Oczipka - Besuschkow (69. Gacinovic), Mascarell, Hasebe, Rebic (90.+3 Blum) - Seferovic, Meier

Tore: 1:0 Harnik (57.), 1:1 Tawatha (62.), 1:2 Seferovic (66.)

Gelbe Karten: Bakalorz, Füllkrug / Mascarell

Besondere Vorkommnisse: Hradecky hält Foulelfmeter von Sané (90.+6)

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz)

Zuschauer: 31.000