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Der Kapitän im 96TV-Interview: "Es macht mich unglaublich stolz"

Gut eine Woche nach seiner Berufung zum Mannschaftsführer war Waldemar Anton zu Gast bei 96TV. Wir sprachen gemeinsam mit unserer Nummer 31 über den gelungenen Pflichtspielauftakt, seine neue Rolle innerhalb des Teams sowie den "polarisierenden" Musikgeschmack unseres Innenverteidigers. Schaut Euch hier das Video an oder lest Euch das komplette Interview durch!

Waldi, danke erst einmal, dass Du Dir die Zeit nimmst. Der 6:0-Auftaktsieg gegen Karlsruhe im Pokal liegt jetzt vier Tage zurück. Den Start kann man sich nicht besser vorstellen, oder?

Waldi:
Ich denke nicht. Wir haben uns viel vorgenommen für das Spiel – dass wir sehr konzentriert da rangehen und in jeder Aktion 100 Prozent bringen. Und das haben wir, denke ich, sehr gut umgesetzt.

Du hast die Kapitänsbinde schon in einigen Testspielen getragen und jetzt am Sonntag quasi zum ersten Mal offiziell. Gibt Dir diese Verantwortung noch mal einen Extra-Schub Motivation?

Waldi:
Motivation eigentlich nicht. Ich bin in jedem Spiel, ob mit oder ohne Binde, gleich motiviert. Aber es macht mich natürlich unglaublich stolz, dass ich die Verantwortung und diese Anerkennung bekommen habe, dass ich die Binde tragen und die Mannschaft aufs Feld führen darf. Das macht mich einfach extrem stolz – auch, weil ich von Klein auf immer schon hier bei Hannover 96 spielen wollte.

Vor gut einer Woche wurde die Entscheidung offiziell. Hat Trainer André Breitenreiter Dir die Entscheidung schon vorher mitgeteilt oder wie lief das genau ab?

Waldi:
Wir haben ein paar Worte miteinander gewechselt, wie das für mich wäre, falls es so kommen sollte. Direkt vorher wusste ich es dann noch nicht, da es ja auch erst kurz vorher klar wurde, aber natürlich haben wir darüber kommuniziert. 

Wie ist es denn jetzt innerhalb der Mannschaft: Wirst Du anders wahrgenommen? Haben Dir alle Spieler gratuliert zu der Entscheidung?

Waldi:
Ein paar haben natürlich gratuliert und Späße kamen auch dazu – ich denke, das ist normal (lacht). Aber sie behandeln mich gleich – und das möchte ich ja auch gerne: Dass sie mich so behandeln wie vorher. Und dass wir einfach diesen Weg zusammen weitergehen.

Also wirst Du nicht anders wahrgenommen?

Waldi:
Nein, eigentlich ist alles so wie vorher – nur, dass auf einen jetzt vielleicht noch mal ein bisschen mehr gehört wird.

In der U19 warst Du in Deiner letzten Saison auch Kapitän. Inwiefern ist es für Dich gut, schon so einen gewissen Erfahrungsschatz zu haben?

Waldi:
Ich denke, in der Jugend sind Spieler da, die noch mal mehr Verantwortung übernehmen müssen. Das ist im Profibereich anders, weil da einfach jeder was sagen kann, jeder seine Meinung mit einbringen kann, darf und sollte. Klar, hat man da dann natürlich auch Vorteile, wenn man schon weiß, wie es früher in der Jugendmannschaft war, Kapitän zu sein und welche Verantwortung da auf einen zukommt.  

Kommen wir zur Nationalmannschaft. In der U21 gehst Du jetzt in Dein drittes Jahr – was nimmst Du dir da für die kommende Saison vor?

Waldi:
Natürlich müssen wir jetzt auf jeden Fall die nächsten Qualifikationsspiele gewinnen und bestmöglich abschließen, damit wir uns für die EM im nächsten Jahr qualifizieren. Ich denke, das ist das Ziel von mir und auch von jedem aus der U21.

Ist denn der Sprung in die A-Nationalmannschaft oder vielleicht auch ins russische Nationalteam auch ein näheres Ziel von Dir?

Waldi:
Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht. Für mich liegt der Fokus jetzt erst einmal darauf, mit Hannover gut zu starten – und was danach kommt, wird man sehen.

Blicken wir wieder auf unsere Roten. Am Samstag steht der Bundesliga-Auftakt bevor. Wie groß ist die Vorfreude?

Waldi:
Sehr groß natürlich. Ich denke, wir haben eine sehr harte Vorbereitung hinter uns, haben viel Blut, Schweiß und Tränen da gelassen. Jetzt freuen wir uns einfach auf die Saison und das erste Pflichtspiel in der Liga.

Auch Bremen hat sich im Pokal keine Blöße gegeben, sie haben mit 6:1 bei Wormatia Worms gewonnen. Was für einen Gegner und was für ein Spiel erwartest Du im Weserstadion?

Waldi:
Es wird natürlich ein schweres Spiel. Die Bremer sind sehr viel unterwegs, haben viele gute Laufwege, besonders im Offensivbereich. Da gilt es einfach, voll konzentriert zu bleiben, immer zu wissen, was der Stürmer gerade machen will. Das wird das Ziel sein: Kompakt zu stehen und dann Nadelstiche zu setzen.

Eine Frage muss ich noch stellen: Im Spielerduell wurde abgestimmt, dass Du den schlechtesten Musikgeschmack innerhalb des Teams hättest. Damals gab es ja nur ein visuelles Statement von Dir – kannst Du da noch etwas zu sagen?

Waldi:
(lacht) Ich weiß nicht, warum die das auf einmal gesagt haben. Ich weiß nur, dass keiner was dagegen sagt, wenn ich im Kraftraum meine Musik anmache. Viele andere machen ja auch selber die Musik gar nicht an – deshalb widerspreche ich da eigentlich! Ich kenne auch ein paar Jungs, die nicht mich da reingeschrieben haben, weil wir eben auch viele unterschiedliche Musikgeschmäcker haben. Aber ich finde jedenfalls, dass es nicht so ist!