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"Es freut mich, dass wir ein so geschlossenes Team haben"

Unser Torwart Leo Weinkauf war erstmal etwas verdutzt, als wir ihn um ein Interview gebeten haben. Als Ex-Bayern Spieler fiel unsere Wahl diese Woche allerdings schnell auf ihn und dabei haben wir festgestellt, dass wir auch noch gar nicht so viel von unserem Keeper hinter Michael Esser und Philipp Tschauner wissen. Das ändern wir jetzt! Erfahrt für welches naturnahe Hobby Leo schwärmt, wo Ihr ihn aktuell am ehesten antrefft und wie er sich seine Zukunft bei Hannover 96 vorstellt. Viel Spaß beim Anschauen!

Du warst ja etwas verdutzt, dass wir Dich für ein kurzes Interview angefragt haben, aber erstens wissen wir noch gar nicht so viel über Dich und zweitens bist Du mit Blick auf den nächsten Gegner natürlich unser Mann. Denn: Du bist im Sommer vom FC Bayern München zu Hannover 96 gewechselt.

Leo: Ja. Erstmal freue ich mich, dass ich hier sein darf, um ein paar Worte zu wechseln. Und ansonsten habe ich natürlich erstmal gedacht, dass ich aufgrund meiner aktuellen sportlichen Situation als dritter Mann nicht die erste Wahl wäre für dieses Interview. Aber mit meiner Vergangenheit hoffe ich, dass ich hier ein paar Worte über den FC Bayern und unsere aktuelle Situation kundtun kann.

Dann fangen wir doch gleich mal: Was glaubst Du, wie die Bayern in diesem Jahr zu schlagen sind?

Leo: Puh. Die Bayern zu schlagen ist immer schwierig. Aber sie sind in die Saison rein mit einem neuen Trainer – das ist immer schwierig und muss sich alles erst finden. Doch jetzt in den vergangenen Spielen sind sie ja wieder so ein bisschen konstanter geworden, was jetzt vielleicht nicht gerade so positiv für uns ist. Aber ich denke, hier zu Hause mit den Fans im Hintergrund ist da sicherlich – hoffentlich – etwas zu holen.

Was meinst Du, wie sollten wir ins Spiel gehen? Wir haben ja eigentlich ein gutes Spiel in Mainz gemacht, wurden dann so ein bisschen um die drei Punkte betrogen, aber können auch viel Positives aus dem Spiel mitnehmen, oder?

Leo: Ich glaube, dass es bei uns wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung sein muss, dass wir kämpferisch auf jeden Fall wieder ähnliche Tugenden auf den Platz bringen müssen, wie wir es gegen Mainz gemacht haben. Natürlich ist dann im Endeffekt immer auch ab und zu mal das Quäntchen Glück entscheidend. Jetzt war es mal wieder nicht auf unserer Seite. Aber wir müssen es weiter erzwingen, müssen weitermachen – das ist nun mal so im Fußball. Und wir hoffen natürlich, dass es am Samstag dann positiv für uns endet.

Du hast ja auch mit Nationaltorhüter Manuel Neuer zusammen trainiert. Welche Fähigkeit hättest Du gerne von ihm?

Leo: Das ist natürlich schwierig. Die einfachere Frage wäre wohl, welche ich nicht hätte. Er ist natürlich am Fuß Weltklasse, was gerade das moderne Torwartspiel auch noch mal in eine neue Sphäre gepackt hat. Ich glaube, dass er einfach durch seine Dynamik und seine Explosivität noch mal einen Vorteil gegenüber anderen hat. Und dazu kommt einfach seine Ausstrahlung auf dem Platz.

Mit dem Fuß bist Du ja aber auch gar nicht schlecht. Wir haben Dich im Training ja auch schon häufig als Feldspieler gesehen – und gar nicht nur im Tor.

Leo: Jaaa…(lacht). In München lag der Fokus noch mehr darauf, dass wir flach rausspielen und versuchen, lange Bälle zu verhindern. Das haben wir natürlich auch im Training immer wieder versucht, umzusetzen. Das ist mir dann, glaube ich, mit der Zeit immer besser gelungen.

Warst Du denn schon immer Torwart?

Leo: Ich habe mit meinem älteren Bruder angefangen und war da immer der Jüngste und natürlich war es früher immer so, dass der Jüngste ins Tor muss. Dann war ich da irgendwann gar nicht mal so verkehrt und dann haben sie mich im Tor gelassen. Ich habe dann manchmal noch eine Halbzeit im Feld gespielt, auch in der Jugend in Bremen ab und zu noch, aber sofern es eng wurde, bin ich im Tor geblieben.

Okay. Und groß gewachsen bist Du ja auch, von daher passt das ja alles zusammen. Jetzt haben wir ja zu Beginn der Saison ein kurzes Porträt aufgenommen und da musstest Du unter anderem sagen, was Dein Hobby ist. Und Du hast angegeben, dass Du gerne angelst.

Leo: Ja, das ist auch nach wie vor ein Hobby von mir. Ich bin früher oft mit meinem Vater und meinem Bruder angeln gewesen und dann haben wir uns irgendwann dazu entschlossen, nicht mehr an den Forellenteich zu fahren, sondern auch in einen Sportfischerei-Verein einzutreten. Dann ist mein Cousin irgendwann noch dazu gekommen und wenn wir uns nun alle im Sommer in Oldenburg wiedersehen, gehen wir da mal an den See, Quatschen einfach mal auf einer ganz entspannten Ebene und wenn dann ab und zu auch noch ein Fisch aus dem Wasser gezogen wird, dann wird sich auch gefreut. Das ist dann auch immer noch so ein kleiner Wettkampf. Ich denke, dass ich der ehrgeizigste bin. Es ist immer ganz cool uns eine sehr lustige Veranstaltung.

Was war der dickste Fisch, der dir „ins Netz gegangen“ ist?

Leo: Ich glaube das war ein Hecht. Aber wir freuen uns einfach über jeden Fisch, der da rauskommt. Das ist die Hauptsache.

Du bist seit knapp einem halben Jahr in Hannover, hast du dich soweit schon gut eingelebt?

Leo: Ja. Also ich würde sagen, dass ich so mein nahes Umfeld hier jetzt gefunden habe. Ich weiß wo ich gut essen gehen kann, wo ich mir gut die Zeit vertreiben kann. Man kommt hier immer besser und besser an. Der Weg in meine Heimat Oldenburger ist jetzt natürlich kürzer, das ist dann auch für freie Tage interessant. Dann fahre ich schon auch mal nach Hause und kann jetzt auch wieder mehr Familienevents dort wahrnehmen, wenn etwas ansteht. Gerade am Anfang hier in Hannover war das Wetter natürlich auch noch super. Da war nichts mit Norddeutschem Schietwetter. Also alles in allem bin ich hier sehr zufrieden.

Was sind so deine Lieblings-Hotspots?

Leo:
Aktuell gefällt mir der Weihnachtsmarkt sehr gut. Gerade dieser kleine Wald, den sie da aufgebaut haben, der hat schon Qualität. Ansonsten bin ich so ganz gerne bei mir im Umfeld. An der Eilenriede, im Zoo und ja da kann man es ganz gut aushalten.

Kinderpunsch und Kakao trinkst du dann auf dem Weihnachtsmarkt?

Leo: Natürlich. Professionell.

Wer ist dein bester Kumpel aus der Mannschaft?

Leo: Dadurch, dass ich mir das Zimmer mit ihm teile und jetzt auch mit ihm Silvester feiern darf,  ist das der Kevin Wimmer. Am Anfang wurden wir zusammen aufs Zimmer gesteckt. Ich hatte vorher schon einen österreichischen Zimmerpartner. Da komme ich nicht von los wahrscheinlich. Wir verstehen uns wirklich sehr gut, aber ansonsten gehen wir auch oft nach dem Training mittags essen und da sind dann auch „Bruno“, „Korbi“, „Matze“, ab und an Primin dabei und das finde ich schon wirklich schön. Es freut mich, dass wir ein so geschlossenes Team haben.

Kannst du es denn verraten, was ihr an Silvester macht oder bekommst du dann Ärger?

Leo: Nein. Wir werden in Wien feiern. Der Kevin hat da etwas vorbereitet und da werde ich mich dann auf den Weg machen und da werden wir denke ich mal einen ganz entspannten Abend genießen.

Lass uns nochmal kurz über das Sportliche sprechen. Du bist als dritter Torwart zu Hannover 96 gekommen, spielst in der zweiten Mannschaft stamm. Wünscht man sich nicht gerade als dritter Torwart, der beim Training immer dabei ist, auch bei den Spielen der Profimannschaft dabei zu sein?

Leo: Ja natürlich ist das mein Ziel gewesen von Anfang an, hier den Profivertrag zu unterschreiben und ich habe mir hier meine Chancen auch ein wenig größer eingeräumt, als es vorher in München der Fall war. Hannover gehört in die erste Liga und wir werden sicher alles dafür tun, damit wir in der nächsten Saison auch erstklassig sind und dann wird sich eh zeigen, wie dann die Kaderplanung aussieht. Welche Rolle ich dann dabei spiele, liegt, was die Leistung im Training angeht schon in meiner Hand, aber generell natürlich auch bei den Verantwortlichen, was sie dann in mir sehen. 

Eine Frage noch zum Abschluss: dein Name ist ja Leo. Wie macht ihr das denn, wenn die Abwehrreihe Leo ruft?

Leo: Ja im Zweifel, fühle ich mich immer angesprochen, wenn der Name Leo auf dem Platz fällt. In der Regel weiß ich, wenn ich gemeint bin. Das ist natürlich klar, aber eigentlich gibt es da auch genug Synonyme für Leo wie „Meiner“ oder in der zweiten Mannschaft ist es dann immer die „Eins“, wenn jemand den Ball haben will. So wird die Kommunikation dann schon gut aufrecht gehalten.