Profis, TL Marbella

Bella Blog - Teil 1: Happy End auf Umwegen

Eigentlich haben wir uns bei Hannover 96 vorgenommen, nur noch nach vorn zu schauen. Für den Auftakt unseres Trainingslager-Blogs müssen wir uns aber selbst eine Ausnahme genehmigen, damit Ihr erfahrt, was alles so auf den drei Flügen nach Malaga passiert ist. Drei? Lest selbst in Teil eins von "Bella Blog".

Warten im Flugzeug: Pirmin Schwegler (rechts) und Co. hatten eine lange Anreise nach Marbella.

Happy End mit Verspätung
Als die große Reise, die am Donnerstagmorgen um 5.45 Uhr mit dem Treffen der 96-Mannschaft am Flughafen in Langenhagen begonnen hatte, um 19.45 Uhr am Hotel The Westin La Quinta in Marbella endete, waren alle vor allem eines: müde. Und froh, dass es am Ende doch noch ein Happy End gegeben hatte - wenn auch mit Verspätung.

Mit zwei Flügen sollte es für das 96-Team ins Trainingslager an der Costa del Sol gehen. So war der Plan. Doch daraus wurden drei Flüge, obwohl ... sagen wir es mal so: die 96-Truppe hatte in drei Flugzeugen gesessen. Doch IX819 der Fluglinie Swiss hob nicht nach Zürich ab. 90 Minuten saßen wir in der Maschine, deren Computersystem erst neu hochgefahren werden musste, danach wurden die Flügel enteist, und als es dann endlich loszugehen schien, hieß es über das Bordmikrofon: "Es gibt Probleme mit den Bremsen. Wir müssen zurück zur Parkposition." Dass zum Aussteigen dann zunächst die Treppen fehlten - geschenkt! Und dass das Sicherheitssystem der Schweizer Fluglinie funktionierte - prima! Sicherheit geht vor. Nicht nur beim Fußball.

Schwegler fürchtet um seinen guten Ruf
Es gab kein Murren im Team, keine Beschwerden. Pirmin Schwegler, der Schweizer in der Mannschaft, brachte die Kollegen und Stewardessen zum Lachen, als er anmerkte: "13 Jahre habe ich für unser Image in Deutschland gearbeitet, und dann das." Sprach's, verschwand kurz und kam mit einem Karton - sehr lecker schmeckender - Schokolade made in Switzerland wieder.

In den folgenden 90 Minuten gelang den Verantwortlichen von 96, Flughafen und Lufthansa eine Meisterleistung. Denn finden Sie mal in anderthalb Stunden 50 Flugplätze, um doch noch nach Malaga zu kommen! Es klappte: Um 10.15 Uhr hob LH2093 mit dem 96-Team an Bord ab nach München. Dass der Pilot nach dem Einsteigen kurz angemerkt hatte, dass es Probleme mit der "Starting engine" gebe, man das aber in den Griff bekomme, soll nicht unerwähnt bleiben.

Lufthansa-Pilot vermisst Heldt
Der Rest der Reisegeschichte ist schnell erzählt: LH2093 war ein Traum von Flug. 55 Minuten, und schwups waren wir in München. Nach vier Stunden Wartezeit ging es um 15.20 Uhr von dort weiter nach Malaga mit LH1834, auch das 150 himmlisch ruhige Minuten über den Wolken mit zwei netten Anekdoten im Vorprogramm: Der Mann beim Boarding erzählte jedem, den er anhand der Klamotten als 96er ausmachen konnte, dass er Fortuna-Düsseldorf-Fan sei ... Und der Pilot erkundigte sich beim Einsteigen nach 96-Manager Horst Heldt, der über Frankfurt nach Malaga geflogen war und den er deshalb in LH1834 vermisste. "Euer Manager ist mit Lufthansa am Mittwochmorgen von München nach Hannover geflogen", rief der Pilot. Ja, antworteten wir, er hat uns erzählt, dass der Flug wegen starker Winde etwas turbulent gewesen sein soll. "Ja", entgegnete der Pilot lächelnd: "Den Flug haben wir gemacht." Von dem Moment an wussten wir: Spätestens jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Und so kam es dann auch.
hr

In unserer Rubrik "Bella Blog" erzählen wir jeden Morgen Geschichten rund um das Tainingslager unserer 96-Profis in Marbella.