Profis, Stimmen

"Wir haben eine Stunde lang gut mitgehalten"

96-Kapitän Waldemar Anton und Angreifer Hendrik Weydandt sind enttäuscht, loben aber den Mut der Mannschaft. Und Manager Horst Heldt ärgert sich über individuelle Fehler. Die Stimmen zum Spiel in Dortmund.

"Wir sollten jetzt nicht alles schlechtreden": 96-Angreifer Hendrik Weydandt (links).

96-Manager Horst Heldt: "Wenn man 1:5 verliert und auch im zweiten Rückrundespiel keine Punkte einfährt, ist es schwer, von Fortschritt zu sprechen. Aber ich finde, wir haben das 60 Minuten lang ordentlich gemacht, hatten unsere Chancen. Leider haben wir uns dann durch einen individuellen Fehler das zweite Tor gefangen, das dritte folgte ziemlich schnell – spätestens da war die Partie erledigt. Wir haben dann nicht mehr die Möglichkeiten gehabt, das Ergebnis zu verändern. Wir werden das Spiel jetzt gemeinsam analysieren und besprechen. Es geht um 96 und darum, die Liga zu halten."

96-Trainer André Breitenreiter: "Wenn ich das Spiel Revue passieren lassen, dann finde ich, dass wir hier über 60 Minuten ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht haben. Von Beginn an haben wir uns als Einheit auf dem Platz präsentiert. Wir haben es dem Gegner sehr schwer gemacht, waren mutig und haben offensiv hoch gepresst und den BVB zu vielen langen Bällen gezwungen. Das 2:0 ist dann leider viel zu einfach gefallen. Das war sehr schade, dass dieser Fehler passiert ist. Dann haben wir gemerkt: jetzt wird es schwer. Der BVB nutzt das eiskalt aus. Am Ende des Tages ist der Sieg verdient, wenn auch etwas zu hoch."

96-Kapitän Waldemar Anton: "Meiner Meinung nach ist das Ergebnis zu hoch ausgefallen. Wir haben 60 Minuten lang ein super Spiel gemacht. Alle haben gekämpft, alle waren mutig. Damit kann man arbeiten. Und das gibt Selbstbewusstsein für das nächste Spiel. Aber jetzt sind wir natürlich erst mal alle enttäuscht."

96-Torwart Michael Esser: "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben 60 Minuten lang gut mitgespielt, dann hat die Kraft nachgelassen, und am Ende sind wir ein Stück weit unter die Räder gekommen. Deshalb stehen wir jetzt mit leeren Händen da. Wir bekommen ein einfaches Gegentor zum 0:2 - das hat uns das Genick gebrochen. Wir machen zu viele individuelle Fehler, da kann der Trainer nichts für. Da müssen wir Spieler uns selbst an die Nase fassen.

BVB-Trainer Lucien Favre: "Es war eine sehr schwierige erste Halbzeit für uns. Hannover 96 hat es uns schwer gemacht, Torchancen zu kreieren. Sie haben sehr hoch gepresst, haben viel Mut gezeigt, und es hat Zeit gebraucht, bis wir die Lücke gefunden haben. In der Pause haben wir gesagt, dass wir schnell das 2:0 machen müssen. Danach wurde es einfacher."

96-Stürmer Hendrik Weydandt: "Wir machen das bis zur 60. Minute gut. Dann geben wir alles auf, was wir uns vorgenommen haben: Wille, Zielstrebigkeit, den Mut, nach vorne zu spielen. Und dann gehst du in so einem Stadion unter. Ich glaube aber, das kann in Dortmund jeder Mannschaft passieren. Wir sollten jetzt nicht alles schlechtreden. Wir haben eine Stunde lang gut mitgehalten und unsere Chancen gehabt."

BVB-Torschütze Mario Götze: "Wir haben uns am Anfang schwergetan. Es fehlte zunächst der Zugriff. Hannover hat das in der ersten Halbzeit gut gemacht. Entsprechend waren wir trotz der Führung mit dem Verlauf der ersten Halbzeit nicht ganz so zufrieden. In der zweiten Hälfte lief es dann echt gut. Wir haben unsere Torchancen genutzt und verdient gewonnen."
hop/sk/jb