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Doll über Kapitän Anton: "Jemand, der vorweg marschiert"

Vor fast genau drei Jahren gab Waldemar Anton sein Profidebüt für 96, seit Beginn dieser Saison führt er unsere Roten als Kapitän aufs Feld. Aktuell erlebt er mit seinem Team die wohl schwerste Phase seiner Zeit bei 96 - aber für seine Art, die Situation anzunehmen und damit umzugehen, findet Cheftrainer Thomas Doll lobende Worte.

Kein Lautsprecher, aber ein Mann klarer Worte: Waldemar Anton

"Unglaubliche Power"
Es war ein Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am 27. Februar 2016, in dem ein damals 19 Jahre junger Nachwuchsspieler namens Waldemar Anton kurz vor dem Schlusspfiff eingewechselt wurde und damit erstmals Bundesligaluft schnupperte. Heute - fast genau drei Jahre später - ist Anton mit 22 Jahren zum jüngsten Kapitän der Liga avanciert. Und das aus gutem Grund: "Waldi ist jemand, der vorweg marschiert. Er ist noch ein sehr, sehr junger Spieler, der eine unglaubliche Power hat, wenn man sieht, mit was für einem Tempo er oft dabei ist", lobte Doll seinen Spielführer im Rahmen der Pressekonferenz am Donnerstag.

Viele Gespräche zwischen Trainer und Kapitän
Anton ist nach außen kein Lautsprecher. Das muss er auch nicht sein. Schließlich hat sein Wort intern Gewicht. Auch beim Trainer, der sich häufig und intensiv mit Anton austauscht: "Wir haben die Woche viel geredet über Dinge, die wichtig sind und die die Mannschaft betreffen", verriet Doll. Dass die aktuelle Situation auch den Kapitän vor Herausforderungen stellt, ist klar. Anders als von außen zuweilen angenommen, ist für ihn die Binde keine Bürde, sondern eine Aufgabe, mit der er wächst und sich weiter entwickelt. "Waldi muss natürlich auch lernen, er ist sehr engagiert und muss gucken, dass er in gewissen Situationen nicht zu viel möchte", sagte Doll und nannte ein Beispiel: "Dadurch geht er manchmal eventuell zu schnell in den Zweikampf."

Wichtig und wertvoll
Aber er betonte auch: "Mir ist so ein Spieler viel wichtiger und wertvoller als jemand, der immer nur abwartend reagiert." Jetzt müsse er einfach eine gute Balance finden zwischen dieser Power und mehr Ruhe und Abgeklärtheit in gewissen Situationen. "Das wird er hinkriegen!", ist sich Doll zweifellos sicher. Und er geht mit seiner Prognose sogar noch einen Schritt weiter: "Er hat eine richtig große Karriere vor sich."

Das ist allerdings Zukunftsmusik, die an diesem Wochenenende keine Rolle spielt. Am Sonntag muss Anton erneut vorweg marschieren. Wieder steht ein Duell mit dem VfB Stuttgart an - eben jenem Klub, gegen den unser Defensivmann vor drei Jahren sein Profidebüt gab. Ein Spiel, das 96 übrigens mit 2:1 gewann...
jb/hec