Profis, Stimmen

"Bin im Moment total leer"

Trotz des 3:0 Heimsiegs gegen den SC Freiburg steht durch den Sieg des VfB Stuttgarts unser Abstieg in die zweite Liga seit heute fest. Michael Esser, Marvin Bakalorz und Hendrik Weydandt ließen am 96TV-Mikrofon in ihre Gefühlswelten blicken. Seht und lest hier alle Stimmen zum Spiel!

96-Trainer Thomas Doll: Das ist natürlich kein schöner Moment mit dem Abstieg. Wir sind aber nicht heute abgestiegen. Heute haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht und ein paar Jungs sind zurückgekommen. Wir haben eine tolle Atmosphäre im Stadion erlebt, aber keiner kann sich über diese Leistung richtig freuen. Es ist mein erster Abstieg, das ist bitter.

Freiburg-Trainer Christian Streich: Wir waren viel zu langsam - mit den Beinen und im Kopf. Wir waren chancenlos gegen Hannover. Wir haben verdient verloren und schlecht gespielt. Unser Tank ist leer, Hannover war uns in allen Belangen überlegen. Es tut mir leid, dass ich dabei sein muss, wenn eine Mannschaft absteigt, aber man kann ja auch wiederkommen.

96-Keeper Michael Esser: Das ist natürlich ein extrem beschissenes Gefühl. Wenn man absteigt, dann ist es kein schönes Gefühl. Man arbeitet das ganze Jahr hart dafür, dass man seine Klasse hält und dann reicht es am Ende nicht. Bei uns war es leider so, dass wir uns jetzt auch auf die anderen verlassen mussten, dass die nicht punkten. Dadurch, dass Stuttgart gepunktet hat, bringt unser Sieg nicht mehr. Es hat sich nach dem Spiel extrem gut angefühlt. Die Fans haben uns das ganze Spiel lang unterstützt – für die Fans ist es ja auch nicht ganz so einfach, wenn man weiß, dass man absteigt. Auch hier nochmal ein riesen Kompliment an die Fans. Der Zusammenhalt bei uns war immer super, so viele Verletzte brechen uns dann natürlich das Genick.

96-Stürmer Hendrik Weydandt: Eine sehr, sehr schwierige Gefühlslage. Du hast heute gewonnen, du hast drei Punkte eingefahren, aber letzten Endes ist es egal, weil du abgestiegen bist. Das ist an Ironie kaum zu übertreffen. Das ist das beste Spiel der Saison und am Ende heißt es, du musst runter in die zweite Liga. Also ein sehr schwieriges Gefühl. Ein großes Lob und mein allergrößter Respekt für die Leute, die uns heute und auch die letzten Wochen so unterstützt haben. Es ist nicht selbstverständlich, dementsprechend finde ich das einfach wahnsinnig, dass sie hinter uns stehen, in guten und in schlechten Zeiten. Hätten wir diese Leidenschaft und dieses Selbstvertrauen die Spiele davor gehabt, dann wäre alles anders gelaufen. Du musst jetzt alles Positive aufsammeln und alles Negative wegwischen und dich dann mit einem wohl veränderten Kader, neuer Spielidee und neuem Glauben auf die neue Saison vorbereiten!

96-Kapitän Marvin Bakalorz: Es ist natürlich total enttäuschend abzusteigen, das ist als Sportler oder Fußballer neben einer Verletzung das Schlimmste. Man hat heute gesehen, was in dieser Mannschaft eigentlich steckt, aber das kam deutlich zu spät. Den Fans hat heute einfach gefallen, wie wir Fußball gespielt haben - dass wir jede Minute Gas geben und uns aufopfern, hat man heute gesehen. Das haben die Fans heute toleriert. Wir haben uns nach dem Spiel natürlich auch für eine Runde entschieden, weil die für uns eine riesen Unterstützung waren. Dieser Verein hat richtig gute Fans. Es war ein Gänsehautmoment, aber im Endeffekt sind wir abgestiegen. Für Fülle finde ich es extrem Schade. Was er alles für den Verein geleistet hat und wie viele Tore er für Hannover geschossen hat. Es war bitter und es hat mich auch ein bisschen überrascht.

SC-Stürmer Nils Petersen: Hannover ist leider abgestiegen und wir sind in einer komfortablen Situation. Die Laune bei uns ist nicht gut. Das hat natürlich Gründe. Wenn man die letzten acht Spiele so wenig punktet, kann man es natürlich auf den fehlenden Druck schieben. Auf der anderen Seite haben wir uns immer diese Situation gewünscht. Das war eigentlich der perfekte Gegner für eine erhoffte Nicht-Abstiegsparty. Wenn man 3:0 verlier ohne einen Hauch einer Chance, dann ist das schon hart.