TL Stegersbach, Profis

Tupferl des Tages: Scotty - ein treuer Roter

Jeden Tag melden wir uns aus dem 96-Trainingslager mit einem Blog, in dem wir kleine und große Geschichten erzählen von Land und Leuten. Unser tägliches Tupferl aus Stegersbach. Genauso heißt auch der Blog, in dem es heute gleich einmal tierisch losgeht.

Zotteliger Fan
Natürlich muss Scotty mit auf das Bild. Er ist ja schließlich auch bei jeder Trainingseinheit der 96-Profis im Thermenstadion dabei. Meist legt er sich auf der Tribüne zwischen die Sitzplatzreihen oder sitzt vor dem geöffneten Fenster der Klubgaststätte unter dem Stadiondach in der Hoffnung, dass vielleicht etwas für ihn abfällt. Wenn jemand an Scotty vorbeigeht, dann freut er sich, es ist praktisch eine Einladung zum Streicheln, die fast alle der hannoverschen Fans wahrnehmen. Auch fast alle 96-Profis kennen den freundlichen Scotty.

Wohnmobil in Stadionnähe
Scotty ist sechs Jahre alt und ein Bearded Collie. Für den zotteligen Hütehund aus Hannover ist es nicht das erste Trainingslager. Seine Besitzer, Klaus und Renate Heise, müssen ein wenig überlegen, das wievielte Mal sie mitgereist sind, um bei der Saisonvorbereitung der Roten ganz dicht dran zu sein. "Es ist sicherlich das zwölfte oder 13. Mal", sagt Klaus Heise. Die zwei Heises und ihr Hund sind in einem silbernen Wohnmobil angereist, Kennzeichen H-SV 9610. Das Wohnmobil steht auf dem Parkplatz vor dem Thermenstadion. Die Heises haben Campingstühle und einen Tisch neben den Wagen gestellt, von dort aus haben sie alles im Blick, wenn der 96-Mannschaftsbus in die Teichgasse einbiegt. "Egal wo wir waren, wir haben uns überall mit den Platzwarten einigen können, dass wir unser Wohnmobil möglichst nah am Trainingsgelände abstellen können", sagt Heise.

Schule schwänzen für 96
Die Heises und Scotty waren auch vergangenen Sommer im Trainingslager am Wörthersee dabei. "Scotty ist ein Reiseprofi", sagt Klaus Heise. Die acht Tage in Stegersbach haben er und seine Frau mit einer kleinen Seentour im Salzkammergut kombiniert, ein bisschen Abwechslung zu 96 muss schließlich auch mal sein. Der 70-jährige Klaus Heise hat früher als 17-Jähriger samstags (ja, liebe Kinder und Jugendliche, Samstag gab es früher Unterricht) die Schule geschwänzt, um seinem Idol, dem 96-Torwart Horst Podlasly, "den Koffer tragen zu können. Das hat er natürlich abgelehnt, aber das war nicht schlimm."

Ein treuer Roter
Heise ist in der hannoverschen Südstadt aufgewachsen, einem Stadtteil, in dem früher Arminia Hannover viele Anhänger hatte. "Als Roter hatte man es da nicht leicht und musste mit einigen Animositäten leben", erzählt Heise. Für ihn bedeute Fußball "Parteinahme und Treue", deshalb steht er für 96 ein und hat dem Klub auch in schlechten Tagen die Stange gehalten. "Wenn man sich entschieden hat für ein Team, dann ist das doch selbstverständlich", sagt er, der mit seiner Frau viele der privaten Planungen rund um die Spiele von 96 gestrickt hat.

Vom Krankenhaus ins Stadion
Renate Heise wusste, auf was sie sich eingelassen hat und unterstützt die Fußballleidenschaft ihres Mannes, der dazu eine unschlagbar schöne Geschichte erzählt, von der er betont, dass "jedes Wort daran wahr ist". Die Geschichte also: 96 hatte an einem Samstag ein Heimspiel, doch Renate Heise lag aus einem schönen Grund im Krankenhaus: die Geburt der Tochter stand bevor. Doch die Geburt zog sich hin, und als die kleine Manka dann endlich da war, sagte Renate Heise zu ihrem Mann: "Los, Du schaffst es noch bis ins Stadion."

Augenmerk auf Neuzugänge
Ja, für solche 96-Geschichten gibt es "Tupferl". Beim heutigen Vormittagstraining werden die Heises und Sotty wieder dabei sein und auf der Tribüne sitzen. "Ich bin eher der zurückhaltende Fan", sagt Klaus Heise über sich. "Ich segele nicht gleich auf jeden zu." Trainingslager haben für ihn einen besonderen Reiz: "Mir gefällt es nicht, ins erste Saison-Heimspiel zu gehen, ohne alle Spieler zu kennen", sagt Heise. Er hat deshalb ein besonderes Auge auf die Neuzugänge. "Wenn ich weiß, wer welche Nummer hat, dann wird aus einer Rückennummer für mich eine Person", sagt er. Und dann falle es ihm als Fan leichter zu sagen: "Das sind meine Jungs.

Duschen im Freibad
Klaus und Renate Heise werden auch die nächsten Tage die "96-Jungs" begleiten. Das Wohnmobil bleibt in Stadionnähe stehen, nur zum Duschen geht es in ein Freibad. Da muss Scotty leider draußen bleiben. Stadien gefallen Scotty besser.
hr