TL Stegersbach, Profis

Tupferl des Tages: Bebilein und die Liebe

Jeden Tag melden wir uns aus dem 96-Trainingslager mit einem Blog, in dem wir kleine und große Geschichten erzählen von Land und Leuten. Unser tägliches Tupferl aus Stegersbach. Genauso heißt auch der Blog, in dem wir Euch heute mit auf einen kleinen Ortsrundgang mitnehmen.

Servus aus Stegersbach: Im Blog gibt's heute einen kleinen Ortsrundgang.

Ganz schön hügelig
Wenn die 96-Profis mit dem Bus zum Training fahren, dann geht es auf dem Panoramaweg vom Falkensteiner Balance Resort erst einmal abwärts. Womit gleich zum Anfang mit dem Vorurteil aufgeräumt werden kann, im Südburgenland sei es flach wie an der deutschen Nordseeküste. Es gibt hier zwar keine Berge, von denen im Winter Touristen auf Skiern ins Tal fahren. Aber die Region ist hügeliger als gedacht, und wer in umgekehrter Richtung hoch zum 96-Mannschaftshotel unterwegs ist, der sieht auch sportliche Zweiradexperten ihr Rad schieben.

Badolin lässt grüßen
Der Panoramaweg trägt seinen Namen zurecht. Wald und Wiesen bieten einen schönen Ausblick, und warum Stegersbach damit wirbt, eine Golf- und Thermenregion zu sein, ist auch nicht zu übersehen. Direkt am Hotel liegt die "Allegria Familientherme", die 14 Becken hat und damit doppelt so viele Becken wie die 96-Akademie in der hannoverschen Eilenriede Fußballplätze. Das Maskottchen der Therme ist  - manchmal kommt es auf die Details an - ein Fischotter namens Badolin ... Biegt der Mannschaftsbus links Richtung Ort ein, grenzt direkt an die Straße eine der 50 Golfbahnen.

Ja, ist denn schon Ostern?
Stegersbach, das bis 1919 zu Ungarn gehörte, hat rund 2500 Einwohner. Der ungarische Name von Stegersbach lautet Szentelek, der kroatische Santalek. Wer durch den Ort schlendert, trifft viele Menschen aus den beiden Nachbarländern. 70 Kilometer östlich von Stegersbach liegt Graz, 120 Kilometer südlich Wien. Und gleich am Ortseingang kommt man erst einmal ins Stutzen. Ein großes, grünes Plakat kündigt die "Osterhasen-Party" am Karsamstag im Bistro Stegersbach an. Weil keine Jahreszahl auf dem Plakat steht, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Die Stegersbacher haben vergessen, das Ding abzunehmen. Oder sie sind extrem weitblickend und werben bereits im Sommer 2019 für die Osterparty 2020. "Ich habe mir den Termin mal notiert", sagt 96-Fan Matthias Zimmerling mit einem Schmunzeln. Das grüne 96-Trikot, mit dem er vor dem Plakat steht, passt farblich perfekt dazu.

Unfairer Vergleich
Zimmerling war mit seinem Sohn bereits vergangenes Jahr am Wörthersee dabei. Er liebt 96 und Österreich und kombiniert diese Liebe zu einem Urlaub, in dem das Zuschauen beim Training wichtiger ist als ein Sprung in einen See oder eine Wanderung. "Ich mag die Gegend hier", sagt der 96-Fan, "aber in Velden am Wörthersee war mehr los." Der Vergleich ist unfair, Zimmerling weiß das, und schiebt schnell hinterher: "Aber in Stegersbach zwängen sich nicht dicht an dicht dicke Autos durch die Straßen."

Preispirat und Hundesalon
Stegersbach hat Schulen, Ärzte, einen Hundesalon, einen Antikladen, Tankstellen, eine alte und eine neue Pfarrkirche und eine Inline-Hockeyhalle, in der an diesem Wochenende ein großes Jugendturnier der "Tigers" ist und eine Stimmung herrscht wie in Hannover beim Eishockey am Pferdeturm. An der Front der Halle hängt ein Transparent, das auf den Christbäume-Verkauf ab 8. Dezember hinweist, "Verkauf ab Hof". Im Zentrum gibt es einen schönen Hauptplatz, direkt gegenüber einen "Genussladen" und ganz in der Nähe einen Laden mit unfassbar viel Krimskrams, der den schönen Namen "Der Preispirat" trägt.

Bebilein und die Liebe
Verlässt man Stegersbach Richtung Hartberg, den gestrigen 96-Testspielgegner, kann man rechts auf einer Wiese eine große, gelbe Plakatwand nicht übersehen. In roter Schrift steht darauf: "Mein süßes Bebilein! Ich liebe Dich von ganzem Herzen! Magst Du mich heiraten? Hoffentlich haben die Stegersbacher vergessen, auch diese Plakatwand abzunehmen. Oder Bebilein hat die Sache etwas anders gesehen.
hr