TL Stegersbach, Profis

Tupferl des Tages: Über Zimmer ohne Betten

Jeden Tag melden wir uns aus dem 96-Trainingslager mit einem Blog, in dem wir kleine und große Geschichten erzählen von Land und Leuten. Unser tägliches Tupferl aus Stegersbach. Genauso heißt auch der Blog, in dem wir mit Euch heute in zwei besondere Hotelzimmer mitnehmen.

Ohne Betten, aber mit vielen Tischen
Das Reich von Servet Kaya und Raymond Saka im Falkensteiner Balance Resort liegt in der Nähe der Rezeption nahe am Eingang und besteht aus zwei Zimmern ohne Betten, dafür aber mit vielen Tischen. Diese Tische haben Kaya und Saka im Rechteck an die Wände gestellt. Unter jedem der braunen Tische stehen Fußballschuhe, Turnschuhe und Badelaschen nebeneinander, oben drauf liegt fein zusammengelegt alles, was die 96-Profis im Laufe eines Trainingslagertages benötigen: Trikots, Shirts, Hosen, Stutzen. Ein Schulterklopfen oder ein paar freundliche Worte gibt es von den Beiden gratis dazu.

Ohne sie läuft hier nichts: unsere beiden 96-Zeugwarte Raymond Saka (l.) und Servet Kaya.

Vor 23 Uhr ist nicht Schluss
Kaya und Saka sind die Zeugwarte der Roten. Ein Trainingslager wie in Stegersbach ist für sie eine besondere Herausforderung - und harte Arbeit. "Unser Arbeitstag beginnt morgens um 7 Uhr und endet um 23 Uhr", sagt Kaya. Wenn er das formuliert, dann ist das keine Beschwerde, sondern nur eine Beschreibung. Kaya und Saka lieben ihren Job, und das spürt man. Wenn die 96-Spieler ein Mannschaftshotel beziehen, dann lautet die erste und wichtigste Frage: "Wo sind die Zimmer von Servet und Raymond?" Vor dem Training kommen die Spieler bei ihnen vorbei, holen sich ihre Trainingsklamotten ab und bringen sie anschließend wieder zum Waschen zurück.

Alles hat seine Ordnung
Drei Garnituren haben Kaya und Saka für Spieler, Trainer und Staff. Jeweils drei Garnituren für 50 Leute - die Wäscheberge kann man sich gut vorstellen. Eigentlich sind es sogar noch mehr, aber Garnitur Nummer vier ist die Reserve, die es beiden in Notfällen ermöglicht, wie von Zauberhand noch mal ein weißes oder schwarzes Shirt aus einer Aluminiumkiste zu zaubern. Im Reich der 96-Zeugwarte hat alles seine Ordnung. "Die Klamotten sind nach den Nummern der Spieler geordnet", sagt Kaya. Schließlich tragen die 96-Profis unterschiedliche Größen. In Raum eins liegt alles für die Spieler, in Raum zwei alles für Trainer und Staff. "Sonst würden wir hier durcheinanderkommen", sagt Kaya. Gewaschen werden die Klamotten und Handtücher von Hotelmitarbeitern. "Sonst würden wir hier noch nachts um 2 Uhr sitzen", sagt Kaya.

Harmonisches Duo
An Spieltagen verpacken Kaya und Saka Trikots, Hosen, Stutzen und Schuhe wieder in die Aluminiumkoffer, um sie anschließend wieder in der Kabine zu platzieren. Und nach Abpfiff wieder alles zurück in den VWN-Crafter zu packen. "Wir sind bei Spielen immer die Ersten und die Letzten", erzählt Saka. Vier Stunden vor dem Anpfiff sind sie immer am Spielort, schleppen Kisten, legen die Sachen zusammen. Bei ihnen sitzt jeder Handgriff. "Wir arbeiten seit vier Jahren zusammen, da ist alles eingespielt", sagt Kaya, der Saka liebevoll "meinen schwarzen Bruder" nennt. "Wir streiten nie", sagt er.

Hundemüde ins Bett
Servet Kaya hat gestern auf seine Uhr geschaut, die hat einen Kilometerzähler. "Zwölf Kilometer habe ich zurückgelegt", berichtet er. Das ist ein stolzes Pensum, das man am Ende eines langen Arbeitstages auch spürt. "Wenn ich mich um 23 Uhr ins Bett lege, bin ich zwei Sekunden später eingeschlafen", sagt Kaya. "So ein Trainingslager ist für uns tödlich", sagt er - und lacht dabei zum Glück sehr lebendig.
hr