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Der Gegner: Vom Rekordmeister zum Rekordabsteiger

Am Montag empfängt Hannover 96 den 1. FC Nürnberg zum Zweitliga-Heimspiel in der HDI Arena. Wir haben wie gewohnt Kurioses und Historisches zum kommenden 96-Gegner zusammengestellt.

Traditionsklub aus Franken: der 1. FC Nürnberg.

Nächster Gegner: Nürnberg
Was hat das Fachmagazin "Kicker" mit den "Goldenen Zwanzigern" des 1. FC Nürnberg zu tun? Wieso gibt es im Max-Morlock-Stadion einen Javier-Pinola-Block? Und wo ist Ritter Frankie geblieben? Diese und weitere Fragen beantworten wir im Gegner-Porträt vor dem Heimspiel der Roten gegen den 1. FC Nürnberg (Montag, 20.30 Uhr, HDI Arena; Tickets). 

  • Vom Rugbyklub zum Fußballverein: Die 18 Gründungsmitglieder des 1. Fußball-Clubs Nürnberg von 1900 wollten ursprünglich gar nicht Fußball spielen - sondern Rugby. Weil sie aber nicht die notwendigen 30 Spieler zusammenbekamen, beschlossen sie im Juni 1901, Fußball nach den Regeln des englischen Verbands zu spielen. Drei Monate später bestritt der "Club" sein erstes Fußballspiel gegen den 1. FC 01 Bamberg und gewann mit 2:0.

  • "Goldene Zwanziger": Seine sportlich erfolgreichste Zeit erlebte der 1. FC Nürnberg in den 1920er-Jahren mit insgesamt fünf deutschen Meisterschaften (1920, 1921, 1924, 1925 und 1927). Der "Club" aus Franken stellte damals knapp die Hälfte aller deutschen Nationalspieler und prägte den deutschen Fußball derart, dass Walther Bensemann die Redaktion des von ihm gegründeten Fußballmagazins "Kicker" kurzerhand von Stuttgart nach Nürnberg verlegen ließ.

  • Rekordmeister bis 1987: Walther Bensemann war es auch, der dem 1. FC Nürnberg Anfang der 1930er-Jahre prophezeite: "Ich fürchte, dass den sieben fetten Jahren sieben magere folgen werden." So kam es auch. Erst 1936 sicherte sich der Klub seine nächste deutsche Meisterschaft, die sechste in der Vereinsgeschichte. Drei weitere sollten noch folgen - 1948 und 1961 sowie 1968 in der neu gegründeten Bundesliga. Bis 1987 durfte sich der "Club" deshalb deutscher Rekordmeister nennen - ehe er vom FC Bayern München abgelöst wurde.

  • Vereinslegenden im Stadion verewigt: Seine Heimspiele trägt der 1. FC Nürnberg seit 1963 im Max-Morlock-Stadion aus, das Mitte der 1920er-Jahre gebaut wurde und anfangs Städtisches Stadion hieß (später dann Frankenstadion). Mit 50.000 Plätzen gehört es zu den größten in der Bundesrepublik. Kurios: Die Blöcke des Stadions sind nach Vereinslegenden benannt, die zwei von drei Kriterien (mindestens 400 Spiele für den Klub, Meisterspieler des 1. FC Nürnberg oder Nationalspieler während der Zeit beim 1. FC Nürnberg) erfüllt haben. Block 8 etwa ist nach Max Morlock benannt, Block 31 nach Javier Pinola. 

  • Max, das Maskottchen: Die Nürnberger sind auf den Hund gekommen. Seit einem Jahr ist Boxermischling Max das Maskottchen der Initiative "Nürnberg gewinnt", mit der der "Club" gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Die Medienabteilung des Vereins war auf Max aufmerksam geworden, weil dieser bei Trainingseinheiten der Profis immer wieder über den Rasen rannte. Max ist übrigens nicht das erste Maskottchen der Nürnberger. Vorgänger Frankie, ein Ritter, ist vor ein paar Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden.

  • Die Rekordabsteiger: "Der 'Club' is a Depp", sagen sie in Nürnberg, weil der 'Club' die Treue seiner Fans seit jeher auf die Probe stellt. Auf Höhen folgen Tiefen, auf den Aufstieg stets der Abstieg. Neunmal schon mussten die Franken den bitteren Gang von der ersten in die zweite Liga antreten - so oft wie kein anderer Bundesligist. In der Saison 1968/69 brachten es die Nürnberger sogar fertig, als amtierender deutscher Meister abzusteigen. Bis heute einmalig.

  • Ein 96er in der Legenden-Auswahl: Zur Saison 2010/11 wählten die Fans des 1. FC Nürnberg eine "Jahrhundert(+10)-Auswahl". An der Seite von Vereinslegenden wie Max Morlock, Andreas Köpke und Stefan Reuter schaffte es auch ein ehemaliger 96-Profi in den Kader: Raphael Schäfer. Der Torwart war einst bei den Roten ausgebildet worden und absolvierte zwischen 2001 und 2017 fast 400 Pflichtspiele für den "Club".
    hop
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