Nachwuchs, Allgemeines

Akademie-Workshop mit DFB-Trainer Marc-Patrick Meister

Vergangenen Freitag war DFB-Trainer Marc-Patrick Meister zu Besuch in der 96-Akademie und gab einen Workshop zum Thema "Talentförderung in Spanien" mit dem Schwerpunkt Coaching. Der U15-Nationaltrainer eröffnete mit einem fachkundigen Impuls-Vortrag, ehe es für unsere Nachwuchstrainer zur Anwendung des neuen Inputs auf dem Platz in die Praxis ging.

Einblicke in die Talentförderung Spaniens
Am Freitag hatte die 96-Akademie Besuch von U15-Nationaltrainer Marc-Patrick Meister. Auf Einladung unseres Sportlichen Leiters U10 bis U15, Johannes Plecksnies, gab der DFB-Coach sehr interessante Einblicke in die spanische Nachwuchsförderung. "Die Idee kam im November bei einer NLZ-Tagung in Düsseldorf auf, wo wir auch das Thema Spanien hatten", erzählt Spanien-Experte Meister, der an der "Universidad Europea de Real Madrid" studierte und dadurch tiefgründige Einblicke in die spanische Talentförderung genoss. Vor seiner Tätigkeit beim DFB war der Fußballlehrer unter anderem im Nachwuchs des Hamburger SV, von Borussia Dortmund oder auch des Karlsruher SC tätig, wo er nach der Freistellung von Mirko Slomka 2017 als Cheftrainer der Profis fungierte. Seit 2019 übt er diese Funktion beim U15-Jahrgang des DFB aus.

Marc-Patrick Meister führt ein in den Impuls-Vortrag "Talentförderung in Spanien".
Schwerpunkt des Vortrags ist das Coaching.

Impuls-Vortrag mit Schwerpunkt Coaching
Der Tag im Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96 begann zunächst mit einem Impuls-Vortrag über "Talentförderung in Spanien" mit dem Schwerpunkt auf dem Coaching. Schnell werden entscheidende Unterschiede zu der Trainingsarbeit in Deutschland deutlich. In Spanien werden beispielsweise selten Übungen ohne Gegenspieler ausgeführt, Trainingsschwerpunkte werden in der Regel in Spielformen integriert. Ein treffendes Gegenbeispiel sind die in Deutschland beliebten Passschleifen, mit denen der Spanier nicht arbeitet. "Spielformen helfen den Spielern in ihrer Entwicklung der Spielintelligenz, indem sie am laufenden Band Entscheidungen treffen müssen", erklärt Meister und verknüpft diesen Ansatz mit dem Schwerpunkt seines Vortrags: "Die Frage ist, wie kann ich das flankieren, wie kann ich das Coachen, wie viel muss ich da überhaupt reingeben, bis hin zu, wo positioniere ich mich in der Übung. Das ist so der entscheidende Unterschied, was die Trainingsstruktur angeht."

Didaktischer Denkanstoß
Unserem Sportlichen Leiter U10 bis U15, selbst ausgestattet mit der A-Lizenz, war der didaktische Denkanstoß ein absoluter Mehrwert für die eigene Nachwuchsarbeit: "Wir haben eine gewisse Routine und dann mal über den Tellerrand hinauszuschauen, einen anderen Blickwinkel zu bekommen, ist immer sehr wichtig. Ich hoffe, dass jeder Einzelne für sich etwas mitnimmt, um das in Zukunft auch in seine Trainingsarbeit einzubauen." Dem tiefgründigen Einblick in die spanische Trainingsmethodik folgte die Ausarbeitung des neuen Inputs in Gruppen, um eine eigene Einheit in Anlehnung dessen zu erarbeiten. "Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen, die unsere Trainer auf dem Platz erzielt haben", berichtet Plecksnies von der anschließenden Praxisphase des Workshops auf einem der Kunstrasenplätze mit unseren Mannschaften U13 und U14, die danach gemeinsam mit Meister ausgewertet wurde.

Der Theorie folgt die Praxis unter Anwendung des neuen Inputs.
Meister im Austausch mit Johannes Plecksnies.

Regelmäßiger Austausch
Insgesamt war diese Fortbildungsmaßnahme ein voller Erfolg und auch Plecksnies plädiert für einen regelmäßigen Austausch dieser Art: "Ich glaube, dass man immer daran arbeiten muss, dass sich unsere Trainer und Mitarbeiter weiterentwickeln. Da sollten wir weiter dranbleiben und versuchen, das in der täglichen Arbeit zu etablieren." Der erste Schritt wurde mit diesem äußerst lehrreichen Tag gesetzt. "Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt", betont der U15-Nationalcoach abschließend, der im Sommer auch auf einer Veranstaltung der 96-Fußballschule referieren wird. Herzlichen Dank und bis bald, Marc!
cvm