TL Stegersbach 2020, Profis

"Gerry" Zuber lobt die Gastgeber: "Wir fühlen uns hier sehr wohl"

Für Gerhard Zuber ist ein Trainingslager in seiner österreichischen Heimat etwas Besonderes. Der 96-Sportdirektor lobt die Bedingungen im Teamhotel, berichtet von außergewöhnlichen Titeln und erklärt, warum er und Hartbergs Trainer früher mal Rot gesehen haben.

Freut sich auf das Duell mit dem TSV Hartberg und ein damit verbundenes Wiedersehen: 96-Sportdirektor Gerhard Zuber

Heimatgefühle
Für Gerhard Zuber ist ein Trainingslager in Österreich immer ein Nachhausekommen. Das gilt auch für Stegersbach im Burgenland, obwohl Zuber ein gebürtiger Kärntner ist und lange in der Steiermark gelebt und gekickt hat. "Ich kenne das Falkensteiner Balance Resort in Stegersbach schon lange", sagt er. 2008 bei der Europameisterschaft war er mit dem österreichischen Fußballverband als "rechte Hand des ÖFB-Generalsekretärs" dort, später auch mit Schalke 04. Jetzt also mit Hannover 96 in besonderen Zeiten, in denen - so schreiben es die Gesundheitsbehörden und die Deutsche Fußball Liga vor - strenge Hygiene- und Sicherheitsvorschriften im Hotel beachtet werden müssen.

"Alles bestens"

An dem Gesamteindruck von Zuber ändert das nichts. "Das Hotel hat sich bewährt. Wir haben wirklich sensationelle Bedingungen hier im Falkensteiner", sagt er. "Freundliche Gastgeber, tolle Zimmer und gutes Essen - alles bestens. Wir fühlen uns hier sehr wohl."

Außergewöhnliche Meistertitel
Am heutigen Mittwoch steht "Gerry" Zuber eine Begegnung mit seiner sportlichen Vergangenheit bevor. Er hat bis 2009 in Österreich für mehrere Klubs in der 2. und 3. Liga gespielt, ein glänzender Techniker, dem mit 22 Jahren schwere Knorpelschäden im Knie und später viele Verletzungen einen Strich durch die ganz große Spielerkarriere gemacht haben. Vor einigen Jahren wäre er beinahe beim TSV Hartberg gelandet, dem Testspielgegner der Roten am Mittwoch (17.30 Uhr, Bad Waltersdorf), der in Österreich einen steilen Aufstieg bis zum Europa-League-Qualifikanten hingelegt hat. "Warum es damals als Spieler mit dem Wechsel nicht geklappt hat, weiß ich gar nicht mehr genau", sagt Zuber, der selbst ungewöhnliche Erfolge gefeiert hat: dreimal als österreichischer Meister im Beachsoccer, zweimal im Foodvolley und einmal im Futsal. Wenn Zuber in der Mixed Zone der HDI Arena mit den 96-Trainern und -Profis heute Fußballtennis spielt, sind bei diesen Sportarten gefragte Stärken wie das Kopfballspiel schnell zu erkennen.

Abkühlung: Nach dem Vormittagstraining am Dienstag ging es auch für "Gerry" Zuber noch eine Runde in die Eistonne.

Kuriose Rote Karten
Hartbergs heutiger Trainer ist Markus Schopp (früher aktiv auch für den Hamburger SV), mit dem Zuber eine lange Bekanntschaft verbindet. "Wir kennen uns aus unserer Zeit in Graz und haben zusammen in der Futsal-Bundesliga gespielt", sagt Zuber. "Unser gemeinsames letztes Futsal-Spiel endete in der ersten Hälfte mit zwei Roten Karten für Markus und mich." Was war passiert? "Ich habe eine Szene anders interpretiert als der Schiedsrichter, Markus ist seine etwas härtere Spielweise zum Verhängnis geworden..." Als Zuber die Anekdote erzählt, muss er lachen. Schopp und er werden morgen die Erinnerungen daran auffrischen können.

Respekt für kleine Klubs
Obwohl als 96-Sportdirektor die Zeit fehlt, sich Spiele in Österreich anzuschauen, kann Zuber mit Fug und Recht behaupten, "immer Bescheid zu wissen". Mit Respekt verfolgt er die Erfolge seines alten Klubs in Wolfsberg, wo ein Freund von ihm Trainer ist, und in Hartberg. "In Österreich ist die Spitze in der Liga gut. Umso bemerkenswerter ist der Erfolg von Wolfsberg und Hartberg, wo herausragende Arbeit geleistet wird, obwohl dort viel schlechtere Möglichkeiten herrschen als beispielsweise bei den Wiener Klubs", sagt Zuber.

Flachsen mit Harnik
Der 96-Sportdirektor hat früher für den USV Allerheiligen gespielt. Allerheiligen - was für ein Name. "Das ist der Geburtsort von Martin Harnik", sagt Zuber, "er hat 50 Meter vom Stadion gewohnt. Wir haben damals bei 96 viel darüber geflachst." Gespielt hat Zuber auch für den ASK Voitsberg, mit dem er Anfang der 2000er Jahre unter anderem auf den DSV Leoben getroffen ist. Im Leobener Mittelfeld spielte damals Kenan Kocak.
hr