TL Stegersbach 2020, Profis

Tage wie dieser ...: Mick Gudra hat Respekt und Ehrgeiz

"Tage wie dieser": In unserer Trainingslager-Rubrik stellen wir jeden Morgen einen Menschen und seine Arbeit in Stegersbach vor. Im dritten Teil erzählt 96-Jungprofi Mick Gudra von seinen Eindrücken mit den erfahrenen Kollegen, seinem Kampf zurück nach schwerer Verletzung und warum ihm seine Freundin wichtige Tipps geben kann.

"Es macht Bock mit der Mannschaft, und die Stimmung ist sehr gut." - Mick Gudra freut sich über sein erstes Trainingslager mit den 96-Profis.

Schauen und genießen
Für Mick Gudra ist es das erste Trainingslager mit den Profis. Für einen 19-Jährigen ist das ein Reinschnuppern in eine neue Welt, auch wenn er wie Gudra mit den Junioren schon Trainingslager absolviert hat. Doch statt in Haltern ist Gudra jetzt in Österreich und macht vor allem eines: Er genießt und saugt Eindrücke auf. "Ich bin es ja nicht gewohnt mit so erfahrenen Spielern, die viele Erst- und Zweitligaspiele auf dem Buckel haben, in einem Trainingslager zu sein", erzählt Gudra. "Aber es macht Bock mit der Mannschaft, und die Stimmung ist sehr gut." Im Hotel teilt sich Gudra das Doppelzimmer mit Tim Walbrecht, wie er ein Trainingslager-Debütant.

Schock im Februar
Im April hat Gudra seinen ersten Profivertrag unterschrieben, der bis 2023 läuft. Zwei Monate vorher hatte er sich im Training mit den Profis das Kreuzband gerissen, als er unglücklich im Rasen hängengeblieben war. Der Schock war zum Anfang groß. "Die ersten zwei Wochen liegt man nur im Bett, das war schon ein Horror", sagt Gudra. Dann kämpfte er sich langsam Schritt für Schritt zurück; dass ihn 96-Trainer Kenan Kocak mit nach Stegersbach genommen hat, obwohl er sich noch im Aufbautraining befindet, darf Gudra zu Recht als Kompliment verstehen.

Ansporn von Dennis Fischer
Gudra fährt in Stegersbach mit dem Rad, absolviert Läufe, macht Oberkörperkrafttraining und hofft, Ende der Woche auf dem Rasen Übungen absolvieren zu können. Immer dabei: 96-Reha- und Athletiktrainer Dennis Fischer, von dem Gudra schwärmt. "Er ist super und fordert einen richtig", sagt der 19-Jährige. "Es ist gut, dass er alles mitmacht, dass man einen hinten dran hat, der ruft: 'Komm, weiter'. Das ist ein großer Ansporn." Gestern ging es mit dem Mountainbike die Kehre hoch zum Falkensteiner Balance Resort. "Ich habe fünf Minuten dafür gebraucht, das war krass, so etwas habe ich vorher noch nie gesehen."

Ziel vor Augen
Dank Fischer und seinem eigenen Ehrgeiz hat der in Bonn geborene Mick Gudra wieder ein Ziel vor Augen: den sogenannten Return-to-Play-Test, der ihm nach der schweren Verletzung die Rückkehr ins komplette Trainingsprogramm ermöglicht. "Dennis Fischer hat so viel Ahnung davon und weiß, worauf es ankommt", sagt Gudra, "deshalb werde ich gut vorbereitet sein. Ich hoffe, es dauert nicht mehr so lange."

Austausch mit der Freundin
Auch privat stehen dem sympathischen jungen Mann wichtige Schritte ins Neuland bevor: "Ich werde mit meiner Freundin zusammen in eine Wohnung ziehen." Freundin Hannah-Lena Kamm spielt bei den 96-Fußballfrauen, eine ballgewandte Mittelfeldspielerin. "Wir coachen uns gegenseitig", sagt Stürmer Gudra, "ich helfe ihr bei ihren Schwächen im Fußball, und sie sagt mir, was ich noch besser machen kann." Ein 96-Doppelpass, der wunderbar klappt.
hr