Profis, Stimmen

"Nach meinem Empfinden habe ich den Ball gespielt"

Nach der 1:2-Niederlage an der Bremer Brücke gegen den VfL Osnabrück erklärt Innenverteidiger Marcel Franke die strittige Elfmeter-Situation noch einmal aus seiner Sicht. Seht und lest hier alle Stimmen zum Spiel.

Schiedsrichter Arne Aarnink bei der Ansicht der Videobilder
Marcel Franke äußerte sich nach dem Spiel zu der Szene.

96-Cheftrainer Kenan Kocak: Wir haben im letztem Drittel die eine oder andere falsche Entscheidung getroffen. Wir wollten wahrscheinlich in Schönheit sterben. Nach dem 0:1 kam ein Knick in unser Spiel. Der Schiri hat dann so entschieden. Es wird heute so entschieden und morgen anders. Das müssen wir akzeptieren. Beim Standard nach der Pause schlafen wir, sind nicht wach. Wir kannten die Variante, aber wir waren nicht da. Der Anschlusstreffer kam zu spät, um etwas Zählbares mitnehmen zu können.

VfL-Trainer Marco Grote: Ein sehr intensives Fußballspiel. Das war sehr temporeich, das hat Spaß gemacht. Wir waren gut im Spiel, haben in der zweiten Halbzeit gut verteidigt. Wir haben das Spiel völlig verdient für uns entschieden. Christian Santos ist Torjäger, will Tore schießen, er ist einfach ein guter Typ.

96-Innenverteidiger Marcel Franke: Der Gegenspieler kommt von hinten, ich versuche zum Ball zu gehen. Nach meinem Empfinden habe ich den Ball gespielt. Ich habe immer gedacht, dass der Videobeweis eingeschaltet wird, wenn eine klare Fehlentscheidung vorliegt. Der Schiedsrichter musste sich die Szene noch einige Male angucken und wusste gefühlt immer noch nicht, wie er entscheidet. Dann hat er am Ende auf Elfmeter entschieden und meinte hinterher zu mir, ich hätte den Ball nicht gespielt. Bis zum 1:0 haben wir ein gutes Spiel gemacht, nicht viel zugelassen, hatten gute Aktionen, noch nicht so zielführend vors Tor, aber dennoch auf einem guten Weg. Dann bekommen wir den Gegentreffer und direkt nach der Pause durch einen Standard das Zweite. Dann wurde es natürlich schwer. Wir haben alles versucht, sind nicht zielstrebig genug gewesen nach vorne, machen zum Ende noch das 2:1, aber das war dann leider zu spät. Das Derby nächste Woche ist ein komplett neues Spiel. Ich denke, wir wissen alle, worum es da geht. Wir müssen das Spiel heute so schnell wie möglich abhaken und dann am Samstag drei Punkte holen.  

96-Kapitän Dominik Kaiser: Natürlich ist die Elfmeter-Situation ungewöhnlich für mich. Erst zeigt er "Ball gespielt" an, dann dauert es gefühlt drei Minuten, bis der Videoschiedsrichter eingreift und es soll eine klare Fehlentscheidung sein. Das kann ich nicht richtig einschätzen, aber so ist es im Fußball. Wir müssen mit dem Videobeweis leben. Trotzdem hatten wir noch genug Zeit, um das Spiel zu drehen – und das haben wir nicht geschafft.