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Der Tag nach dem Hexenschuss: Kocak: "Mir geht es wieder deutlich besser"

Gute Nachrichten von und für Kenan Kocak: Dem 96-Trainer, der sich am Morgen vor der Partie in Würzburg im Mannschaftshotel einen schmerzhaften Hexenschuss zugezogen hatte und deshalb nicht in der Flyeralarm Arena auf der Bank sitzen konnte, geht es gesundheitlich besser. Am Mittwoch wird er wieder das Training leiten.

Kenan Kocak geht es besser und er wird am Mittwoch das Training unserer Mannschaft wieder leiten können.

Hilfreiche Spritzen
"Mir geht es deutlich besser", sagt Kocak heute, "die fünf, sechs Spritzen am späten Nachmittag nach der Partie haben zum Glück Wirkung gezeigt." 96-Mannschaftsarzt Axel Partenheimer hatte den Cheftrainer im Teamhotel behandelt, sodass ihn Torwarttrainer Rolf Moßmann zurück nach Hannover fahren konnte. Heute Morgen leitete Kocak vor dem Training bereits wieder die Besprechung in der Kabine.

Plötzlich und heftig
Hinter Kocak liegt ein Spieltag, den er vermutlich niemals vergessen wird. Wer jemals einen Hexenschuss hatte, der weiß, dass sich der Schmerz blitzartig und von einer Sekunden auf die andere einstellt und heftig ist. „Ich habe mich im Hotelzimmer nach meinem Koffer gebückt, und plötzlich ist es passiert. Ich konnte mich einfach nicht mehr bewegen“, erzählt Kocak. Die Hoffnung, trotzdem seine Mannschaft im Stadion coachen zu können, musste der 96-Trainer bei allem Ehrgeiz schnell aufgeben. Mehr als die Schmerzen mit Tabletten zumindest etwas zu lindern war nicht drin.

Gefühl der Ohnmacht
Für Kocak war es der erste Hexenschuss, die Schmerzen im Kreuz kannte er bis dahin auch nur von Erzählungen anderer. "Und es war das erste Mal, dass ich als Trainer ein Spiel meiner Mannschaft verpasst habe", sagt Kocak. "Für mich war das der schlimmste Tag, seit ich bei 96 bin", sagt Kocak. "Dieses Gefühl, machtlos zu sein, nichts ausrichten zu können, das ist schlimm." Kocak war im Hotelbett auf das Handy gewiesen, um über "Sky Go" die Partie der Roten zu verfolgen; mit seinem Assistenten Serhat Umar hielt er telefonisch Kontakt. Doch kurz nach der Pause brach das TV-Bild vom Spiel zusammen, ein Empfang war nicht mehr möglich. Eine Hilfe war die Übertragung vorher aber ohnehin nicht. "Die Kameras sind natürlich immer dort, wo der Ball ist", sagt Kocak, "alsTrainer braucht man aber den Blick auf das Ganze, um alles beurteilen zu können."

Spielstudium in der Nacht
Noch in der Nacht und schon wieder in Hannover hat sich Kocak die ganzen 90 Minuten "ausführlich" angeschaut. Morgen ist trainingsfrei, für Mittwoch steht für den 39-Jährigen fest: "Dann werde ich wieder auf dem Trainingsplatz stehen. Und dann heißt es: Voller Fokus auf das Heimspiel am Sonntag gegen Holstein Kiel." Mit Kenan Kocak wieder an der Seitenlinie.
hr