Profis, Stimmen

"Das kotzt mich an und macht keinen Spaß"

Nach der knappen 0:1-Niederlage gegen die Fohlen ist 96-Kapitän Philipp Tschauner am 96TV-Mikrofon. Gladbach freut sich über Kramers Tor des Tages, 96 hadert mit einer Niederlage, die nicht hätten sein müssen. 96-Manager Horst Heldt stört sich vor allem daran, dass durch den Dauerzwist zwischen Verein und Teilen der aktiven Fanszene die starken sportlichen Leistungen in dieser Saison zur Nebensache geworden sind: "Das kotzt mich echt an und das macht keinen Spaß." Dabei betont er: "Das ist kein Vorwurf in keine Richtung". Lest hier die Stimmen!

96-Trainer André Breitenreiter: In der ersten Halbzeit sind wir nicht gut ins Spiel gekommen. Wir wirkten gehemmt, waren überhaupt nicht kompakt genug. Gladbach kam viel zu schnell zu unserem Tor. In der Pause haben wir umgestellt auf 5-3-2 und waren dann deutlich besser im Spiel. Wir hätten sogar durch Ihlas Bebou in Führung gehen können. Aber natürlich hatte auch Gladbach gute Chancen. So hat ein Fernschuss zur Entscheidung geführt. Der Sieg ist aufgrund der gesamten 90Minuten nicht unverdient. Trotzdem wäre es auch möglich gewesen, einen Punkt mitzunehmen.

Gladbach-Trainer Dieter Hecking: Es war für uns das erwartet schwierige Auswärtsspiel in Hannover. Wir wussten, dass Hannover momentan einen sehr guten Lauf hat, in den letzten Wochen sehr gute Spiele abgeliefert hat. Wir sind aber relativ schnell im Spiel in Richtung 96-Tor gekommen. Gleich zu Beginn hatten wir zwei, drei richtig gute Möglichkeiten, bei denen uns aber der rote Faden vor dem Tor gefehlt hat.

In der zweiten Halbzeit ist Hannover deutlich besser ins Spiel gekommen und hatte eine richtig gute Chance durch Bebou. Danach haben wir uns aber wieder schnell gefasst, haben wieder nach vorne gespielt. Es braucht dann so einen Schuss wie den von Chris Kramer.

96-Manager Horst Heldt zum Spiel: Wir können nicht davon reden, dass es ein glücklicher Sieg war, weil Gladbach – über die gesamten 90 Minuten gesehen – auch einfach mehr Chancen gehabt hat. In der zweiten Halbzeit war es eine offene Partie – da hätten wir auch in Führung gehen können. Leider haben wir es nicht gemacht. Die Gladbacher machen es dann – und es ist eben nicht unverdient.

Horst Heldt darüber, dass die starken sportlichen Leistungen in dieser Saison zur Nebensache geworden sind: Wir könnten alle gemeinsam davon profitieren. Das tun wir aber nicht. Weil wir uns mit allem anderen beschäftigen. Das kotzt mich an. Im wahrsten Sinne des Wortes. Vollkommen wurscht, ob nächstes Spiel einer verletzt, gesperrt und sonst irgendwas ist. Wir beschäftigen uns eh nicht mit Fußball hier zurzeit. Wir machen alles andere, als uns auf den Fußball zu konzentrieren. Das kotzt mich echt an und das macht keinen Spaß. Das ist kein Vorwurf in keine Richtung. Das ist allgemein so.

96-Defensivmann Matthias Ostrzolek: Vorwürfe müssen wir uns für die erste Halbzeit machen, in der wir nicht so gespielt haben, wie wir es uns vorgestellt hatten. Ich glaube, in der zweiten Hälfte hatten wir das Spiel schon unter Kontrolle – haben Druck gemacht und uns Torchancen herausgespielt. Leider haben wir es aber verpasst, das Tor zu erzielen und zum Ende wurde Gladbach dann wieder stärker. Natürlich ist es enttäuschend, dass wir heute zuhause verloren haben, aber es wirft uns nicht um. Wir sind in der Rückrunde so stabil wie in der Hinrunde und werden auch nächste Woche mit Selbstvertrauen nach Frankfurt fahren.

Gladbach-Kapitän Lars Stindl: Der Sieg war verdient. Die letzten Wochen waren sehr zäh für uns, heute haben wir uns für eine ordentliche Leistung endlich mal wieder belohnt. In der ersten Halbzeit haben wir hinten nichts zugelassen und vorne mehrere gute Chancen gehabt. Leider ist es uns nicht gelungen, früher in Führung zu gehen. Nach der Pause haben wir eine schwierige Phase gemeistert, und dann brauchte es eben so einen Sonntagsschuss wie den von Chris Kramer.

Torschütze Christoph Kramer: Heute hätte ich sicher, mit noch mehr Glück, einen lupenreinen Hattrick erzielen können. Das Glück habe ich aber wohl in diesem einen Schuss aufgebraucht. Es ist immer ganz wichtig, dass man für harte Arbeit belohnt wird. Das war auch wichtig für die kommenden Wochen.