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Antons Schuss ins Glück

Der perfekte Spieltag? Zumindest für Waldemar Anton. Der 21-Jährige bot eine starke Leistung, die er mit seinem ersten Saisontreffer zur 1:0-Führung krönte. Ein Rückblick.

Ein Tor aus dem Rückraum
Es läuft die 28. Spielminute, die Offensivaktion in Richtung Freiburger Tor nimmt Formen an. Während die Breisgauer noch mit der Abwehr des Angriffs beschäftigt sind, steht ein 96er bereits zum Abschluss bereit: Waldemar Anton. Der Ball prallt ab, "Waldi" eilt zielstrebig aus dem Rückraum heran und netzt mit einem strammen Schuss unhaltbar in die linke untere Ecke ein. Der U21-Nationalspieler feiert nicht nur seine Torpremiere in dieser Saison, sondern bringt sein Team mit diesem wuchtigen Treffer in Führung und trägt so einen großen Teil zum späteren 2:1-Heimerfolg bei.

"Waldi" on fire
Es ist der Tag des Waldemar Anton: Obwohl der Innenverteidiger nicht auf seiner gewohnten Position spielt - Trainer André Breitenreiter setzt ihn für den verletzten Pirmin Schwegler im defensiven Mittelfeld ein - ruft "Waldi" wie gewohnt seine Leistung ab. Es ist seine Flexibilität, die den Nachwuchsspieler auszeichnet und die er in den variablen Systemen, die der Coach über die Saison mit seiner Mannschaft spielen lässt, problemlos auf den Platz bringt. Und nicht nur das. Mit 11,94 Kilometern spult Anton das zweitgrößte Laufpensum nach Fossum ab, feuert mit Felix Klaus die meisten Schüsse aufs Tor ab (3), gewinnt mit Niclas Füllkrug die meisten Zweikämpfe (21) und hat die zweitmeisten Ballbesitzphasen (69) nach Salif Sané (72) - und erzielt nebenbei noch ein Tor.

Heldt: "Jetzt wird's langsam beängstigend"
96-Manager Horst Heldt ist sich "Waldis" Qualitäten schon länger bewusst, zeigt sich nach den 90 Minuten über das, was Anton abliefert, trotzdem beeindruckt. "Dass er das kann, wissen wir sowieso. Jetzt macht er auch noch Tore - jetzt wird’s langsam beängstigend. Er hat schon viele berechtigte Lobeshymnen, für seine flexible Art und Weise zu spielen, bekommen. Er macht einfach eine tolle Entwicklung. Das freut mich für ihn." Und Anton? Bescheiden wie immer zeigt sich der 21-Jährige nach Abpfiff, freut sich aber trotzdem über den Treffer. "Auf dieses Tor warte ich schon lange. Ich bin froh, dass es endlich mal geklappt hat."

Primärziel: Klassenerhalt
Der 1,89 Meter große Defensivakteur genießt diesen Moment, weiß aber auch, wem er einen Teil davon zu verdanken hat. "Dass ich mein erstes Saisontor gemacht habe - darüber bin ich sehr froh, aber ich bin auch sehr stolz auf die Mannschaft", lobt der Youngster den Teamgeist. Und schiebt das Erfolgsrezept gleich hinterher: "Es war zwar nicht unser bestes Spiel, aber wir haben die Zweikämpfe gut angenommen und viele zweite Bälle gewonnen." Gegen Freiburg haben sich die Roten endlich für die gute spielerische Leistung belohnt, die sie zwar in den vergangenen zwei Partien bereits gezeigt haben, aber nur in einen Zähler ummünzen konnten. 31 Punkte und momentan Rang neun in der Tabelle ordnet der Innenverteidiger bei aller Freude um den Heimerfolg jedoch mit Vorsicht ein:

"Wir konzentrieren uns erst einmal auf den Klassenerhalt. Was danach kommt, sehen wir dann", resümiert Anton den Spieltag. Recht hat er, der "Waldi"!
nr