Enke froh gegen Super-Mario

Von Hannover 96 berichten: LARS BEIKE und HEIKO OSTENDORP

Die Roten fühlten sich alle ein bisschen wie Sieger. Auch wenn es für die Null-Nummer gegen (Noch-) Meister Stuttgart nur einen Punkt gab.

Im 13. Heimspiel der Saison schaffte Hannover 96 die Premiere: Zum ersten Mal stand hinten die Null! Die größte Schießbude der Liga (24 Heim-Gegentore) endlich dicht! Da strahlte vor allem Star-Torwart Robert Enke: „Das tut gut. Und ist wichtig für mich - und die ganze Mannschaft.“

Enke froh gegen Super-Mario!
Mittwoch waren Hannovers Nr. 1 und Mario Gomez, Deutschlands Torjäger Nr. 1, noch gemeinsam für Deutschland unterwegs. Gomez ballerte die Schweizer Käse-Abwehr beim 4:0 mit zwei Toren löchrig, Enke jubelte auf der Bank mit.

Gestern ballte Enke nach 43 Minuten die Fäuste gegen Gomez - als der Super-Torjäger (16 Treffer in 12 Pflichtspielen 2008) frei an seinem Tor vorbei köpfte. Auch bei der ersten dicken Chance vom Gomez konnte Enke die Hände weg lassen. Der Stuttgarter (beobachtet von einem Scout von Real Madrid) ballerte nur ans Außennetz (15.).

Viel mehr kam nicht vom schwachen Meister. Denn den Rest der biederen VfB-Bemühungen räumten Enkes Vorderleute weg. Der überragende Aberwehr-Chef Ismaël, der starke Abräumer Lala und die ganze Truppe, die leidenschaftlich die Null verteidigten. Lala: „Ein Punkt ist heute eigentlich zu wenig. Aber das wichtigste war, dass wir zu Null gespielt haben.“

Das zweitwichtigste haben die Roten verpasst: Selbst ein Tor zu schießen.

Chancen dazu hatten sie genug. Stajners Kopfball (3.), die Schüsse von Pinto (23.) und Cherundolo (62.) rauschten ebenso vorbei, wie der Kopfball von Vinicius (87.). Und die besten Dinger nach zwei Stajner-Pässen: Erst verstolperte Balitsch (66.), dann rauschte der eingewechselte Lauth vorbei (84.). Alles nur Pech..?

Trainer Dieter Hecking: „Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Mannschaft für den Aufwand mit einem Dreier belohnt. Deshalb bin ich nicht ganz zufrieden.“
Kann er auch nicht sein. Denn unterm Strich steht jetzt nur ein Sieg aus den letzten 10 Spielen, Platz 10, Grauzone.
Enke sieht´s realistisch: „Wenn man ehrlich ist: Wir können nach oben nicht mehr viel reißen. Im Moment sind keine großen Schritte drin, nur kleine. Aber die sind auch wichtig.“

Darum fühlten sich die Roten nach der Nullnummer ein bisschen wie Sieger...