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Positive Bilder für ein positives Ergebnis

Bonusspiel? Von wegen! 96-Trainer André Breitenreiter fordert, dass seine Spieler auch gegen den FC Bayern selbstbewusst auftreten. "Wir müssen daran glauben, dass wir dieses Spiel gewinnen können", sagt er - und setzt dabei auf die Kraft der Bilder.

Gute Laune: 96-Trainer André Breitenreiter (links) und Offensivspieler Takuma Asano.

"Wir haben nichts zu verschenken"
Bonusspiel? Das Wort mag André Breitenreiter nicht. Weil es nach Abschenken klingt. "Aber wir haben in der aktuellen Situation nichts zu verschenken, gegen gar keinen Gegner", sagt der 96-Trainer vor dem anstehenden Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München (Samstag, 15.30 Uhr, HDI Arena). "Wir müssen daran glauben, dass wir auch das Spiel gegen Bayern gewinnen können. Das erwarte ich!"

Also: kein Bonusspiel, ganz klar. Aber eben auch kein Spiel wie jedes andere für den aktuellen Tabellen-17. der Fußball-Bundesliga. "Wir werden einen Sahnetag brauchen, wenn wir etwas holen wollen", sagt Breitenreiter. Zumal die Formkurve der Bayern nach einer Schwächephase im November – mit zwei Unentschieden gegen Freiburg (1:1) und Düsseldorf (3:3) sowie einer Niederlage gegen Dortmund (2:3) – aktuell wieder nach oben zeigt. "Sie haben eine Phase gehabt, in der sie anfällig waren und auch mal vermeintlich kleine Mannschaften gegen sie gepunktet haben", sagt Breitenreiter, "aber sie haben den Turnaround hinbekommen, sind wieder stabil in ihren Leistungen."

"Ich werde keine Bilder malen"
Breitenreiter hofft dennoch auf ein positives Ergebnis am Wochenende - und setzt dabei auf die Kraft der Bilder. "Das heißt jetzt nicht, dass ich welche malen werde", sagt der 96-Trainer und grinst. Die Bilder sollen vielmehr in den Köpfen der Spieler entstehen, durch Videos, die für jeden Spieler individuell zusammengestellt worden sind und zum Beispiel die Stärken und Schwächen des jeweiligen Gegenspielers zeigen. "Wenn die Spieler dann am Freitagabend im Bett oder auf dem Sofa liegen und das Spiel schon mal im Kopf durchgehen, müssen sie sich positive Bilder schaffen", sagt Breitenreiter.

Der 96-Trainer weiß auch schon, wie diese positiven Bilder aussehen könnten. "Die Spieler sollen sich vorstellen, wie sie ihren Gegner ausspielen, oder wie der Ball im Netz zappelt und das ganze Stadion jubelt. Die Abwehrspieler sollen an eine gelunge Rettungsaktion denken und daran, wie sie mit dem Mitspieler abklatschen. Das alles sind positive Bilder", sagt Breitenreiter, "und wenn ich mir die vorstelle, dann gehe ich auch mit einer ganz neuen Motivation in die Partie."

"Ich wollte mich immer beweisen"
Breitenreiter weiß, wovon er spricht. Er hat als Fußballprofi selbst oft genug gegen vermeintlich übermächtige Gegner gespielt. Und er hat das immer als Ansporn verstanden. "Wenn ich mich früher mit den Besten messen konnte, wollte ich auch beweisen, dass ich mithalten kann", sagt Breitenreiter, der in seiner aktiven Karriere unter anderem für Hannover 96, den Hamburger SV und den VfL Wolfsburg gespielt hat. "Ich hoffe, dass meine Spieler das am Wochenende genauso angehen." Und wer weiß, vielleicht folgt dann ja auf die positiven Bilder im Kopf auch ein positives Ergebnis auf dem Platz.
hop