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Bakalorz im Interview: "Auch die schwierigen Momente meistern"

"Baka" ist seit zweieinhalb Jahren das Kämpferherz unserer Mannschaft. Gegen den BVB erzielte der 29-Jährige sein erstes Bundesligator, aber auch ohne Torerfolg war unsere Nummer sechs immer enorm wichtig für die Mannschaft. Im 96TV-Interview spricht "Baka" nun über die aktuelle Stimmung im Team, seinen Kumpel Florian "Hübi" Hübner und seine bisher schwerste Zeit bei Hannover 96. Viel Spaß beim Anschauen oder Durchlesen!

"Baka", am Samstag habt Ihr mit dem 2:0 gegen Nürnberg den erhofften Befreiungsschlag gelandet. Seit gestern seid Ihr wieder in der Vorbereitung auf das nächste Spiel gegen die TSG Hoffenheim. Wie spürbar ist dieses Erfolgserlebnis bereits in der Mannschaft?

Bakalorz: Ja, auf jeden Fall spürt man das. Wir haben ja lange auf einen Sieg gewartet, auch auf einen Heimsieg, von daher ist die Euphorie jetzt groß. Wir wissen aber auch, dass das jetzt nicht das schönste Spiel war und wir noch viel Arbeit vor uns haben, aber damit haben wir jetzt begonnen und wir freuen uns riesig auf das nächste Spiel.

Du selbst warst neben Walace laufstärkster 96er auf dem Platz. Auch Deine Zweikampfwerte waren stark. Sind das Qualitäten mit denen Du der Mannschaft auch in Zukunft regelmäßig weiterhelfen möchtest?

Bakalorz: Ja, auf jeden Fall. Das ist natürlich meine Spielweise – so spiele ich gerne. Im Grunde sind das die Tugenden, die sowieso jeder Spieler auf den Platz bringen muss, damit man ein Bundesligaspiel gewinnt. Aber ich versuche natürlich, mich mit meiner Zweikampfstärke und Laufstärke da einzubringen - auch gegen Hoffenheim.

"Baka" setzt sich gekonnt gegen Weigl und Witsel durch.

Blicken wir ein paar Wochen zurück. Du hast gegen den BVB in Dortmund Dein erstes Bundesligator für 96 geschossen. War das trotz der Niederlage ein besonderer Moment?

Bakalorz: Man verliert ja ungern. Von daher war es so ein bisschen komisch, weil es auch mein alter Verein war. Aber man freut sich natürlich immer über ein Tor. Wir haben das Spiel verloren, also habe ich mich im Endeffekt darüber nicht so extrem gefreut.

Auch Dein ehemaliger Mannschaftskamerad Florian Hübner hat zuletzt mal wieder für Union Berlin getroffen. Wir wissen ja alle, dass ihr Euch sehr gut verstanden habt. Habt Ihr noch Kontakt und wenn ja, wie sieht der aus?

Bakalorz: Ja, sehr viel. Wir telefonieren, schreiben über Whatsapp eigentlich so gut wie nach jedem Spiel. Ich freue mich auch riesig darüber, wie es für ihn läuft. Er spielt viel, Union spielt oben mit. Sie können es auch schaffen, aufzusteigen, so wie es aussieht. Von daher freue ich mich riesig darüber, wie es "Hübi" da drüben geht und wir stehen natürlich in regem Austausch.

Vor zweieinhalb Jahren seid Ihr beide gemeinsam zu 96 gekommen. Ist es vielleicht aktuell Deine bisher schwerste Zeit hier mit der Mannschaft?  

Bakalorz: Natürlich. Es ist eine schwierige Situation auf jeden Fall. Aber wenn man gerade zu Saisonende es dann doch schafft und den Klassenerhalt klarmacht mit den Fans im Rücken, dann kann das schon ein geiler Moment sein, auf den man auch nach der Karriere zurückblickt. Es geht nicht immer nur um Aufstiege oder Meisterschaften. Diese Momente, die so schwierig zu meistern sind - darum geht es mir auch.

Am Samstag geht es jetzt nach Hoffenheim. Das Hinspiel hier in der HDI Arena war trotz der 1:3-Niederlage nicht schlecht. Ihr habt erst spät das 3:1 kassiert. Was erwartest Du am Wochenende für eine Partie?

Bakalorz: Es wird wieder eine starke Mannschaft auf uns treffen. Sie haben letzte Woche den Rückstand gegen Dortmund noch aufgeholt, haben eine brutale Offensive und sind natürlich auch gut und kompakt hinten. Also es wird ein sehr schweres Spiel, es wird uns alles abverlangen. Aber vielleicht brauchen wir das jetzt auch in diesem Moment.

Wie könnte unsere Erfolgsformel aussehen, damit wir da etwas mitnehmen?

Bakalorz: Wir müssen einfach wieder die Grundtugenden auf den Platz bringen. Anders gewinnst Du kein Bundesligaspiel. Das ist einfach so. Ich würde mich auch freuen, wenn wir wieder so ein bisschen Euphorie reinkriegen, die Fans mitnehmen können und gemeinsam wissen, der Mann auf dem Platz neben mir tut alles für mich. Wenn das wieder spürbar ist, machen wir da schon einen großen Schritt nach vorne.

Großer Jubel nach dem 2:0 gegen Nürnberg. (DFL/Getty Images/Oliver Hardt)