Nachwuchs, Leistungsbereich

U19/U17: Gut gespielt und knapp verloren

Unglücklich: Sowohl unsere U19 als auch die U17 haben sich für einen engagierten Auftritt nicht belohnen können. Während der ältere Jahrgang beim Spitzenreiter VfL Wolfsburg nach Führung 1:2 verliert, unterliegen unsere B-Junioren beim FC St. Pauli am Samstagnachmittag mit 0:1. Unsere Spielberichte!

Sieht ein besseres 96, hohen Aufwand, aber kein Ertrag: U19-Chefcoach Stephan Schmidt

"Ärgerliche" Niederlage
Die Serie von vier Niederlagen in Folge sollte beim Spitzenreiter VfL Wolfsburg ihr jähes Ende finden, doch die ansprechende Leistung unserer U19 wird abermals nicht belohnt. Obwohl die Wölfe im Vorfeld überhaupt erst in einem von zehn Heimspielen keine drei Zähler eingefahren haben, erspielt sich die Mannschaft in Rot im ersten Durchgang ein klares Chancenplus. "Wir haben ihre Offensive isoliert, indem wir sehr hoch und intensiv gepresst haben", erklärt U19-Cheftrainer Stephan Schmidt seinen erfolgreichen Schachzug gegen die Torfabrik aus der Autostadt, die in dieser Spielzeit durchschnittlich drei Treffer pro Partie produzieren. Folgerichtig geht der Akademie-Nachwuchs durch Mick Gudra mit 1:0 in Front (14.) und hätte über mehr Kälte vor dem VfL-Gehäuse gar beruhigter in die Pause gehen können. "Wir waren in der ersten Halbzeit die überlegene Mannschaft und sind mit einer verdienten Führung in die Pause gegangen", erläutert Schmidt, der in den zweiten 45 Minuten die Cleverness seines Teams vermisst. Direkt nach dem Seitenwechsel gibt es einen unnötigen, unumstrittenen Strafstoß für die Hausherren, den Wolfsburgs Top-Torschütze John Yeboah zum Ausgleich verwandelt (48.). Noch vor dem Duell hatte Fußballlehrer Schmidt vor den gefährlichen Standards der Wölfe gewarnt und prompt entscheidet der VfL Wolfsburg die Begegnung durch Dominik Marx nach einem ruhendem Ball zum 2:1-Endstand (73.). "Wir hatten die Chance zu gewinnen und deshalb ist es ärgerlich, dass wir uns für den Aufwand mal wieder nicht belohnen", bescheinigt Schmidt dem 96-Nachwuchs einen ordentlichen Auftritt ohne Ertrag.

Aus der U19 in die Bundesliga
Die dritte 1:2-Niederlage am Stück spiegelt für unseren U19-Coach keineswegs die Leistung der vergangenen Wochen gegen die Top-Gegner wieder: "Das ist das dritte Mal hintereinander, wo du Punkten kannst, weil wir nicht nur auf Augenhöhe agieren, sondern teilweise besser." Auch beim Zweiten St. Pauli und vergangene Woche gegen RB Leipzig hätten sich die jungen Roten mindestens die Punkteteilung verdient. Doch eine solche gibt es im Repertoire unserer U19 in dieser Saison ohnehin nicht. Als einzige Mannschaft der Liga bleiben Beckenbauer & Co. auch gegen Wolfsburg ohne Remis. Das Duell gegen die Niedersachsen ist jedoch nicht die einzige Thematik, die Schmidt an diesem Wochenende freudig beschäftigt: "Für die 96-Akademie ist es unabhängig von Ergebnissen ein positives Wochenende, weil wir aus der U19, mit Sebastian Soto, die erste Kadernominierung bei den Profis haben." Eine große Bestätigung für nachhaltige Nachwuchsarbeit. Nach Benjamin Hadzic aus der U23 und genaugenommen auch Profi Hendrik Weydandt ist der U20-Nationalspieler der USA in dieser Spielzeit der dritte Akteur, der den Weg aus dem NLZ auf den Bundesliga-Rasen geschafft hat. Denn: Sebastian Soto hat am Samstag sein Bundesliga-Debüt gefeiert – in Wolfsburg. Stand jetzt also fraglich, ob der 18-jährige bei der kommenden Aufgabe unserer U19 mitwirkt. Nächsten Sonntag gastiert der Hamburger SV im Eilenriedestadion.

STATISTIK

VfL Wolfsburg: Kasten - Sommer, Edwards, Siersleben, Mai - Saracevic, Yeboah (90. Sarcevic), Marx, Messeguem - Jastremski (66. König, 88. Berger), Herrmann (78. Pohlmann)

Hannover 96: Neufeld – van den Berg, Rüther, Beckenbauer, Aytun (88. Koppitz) – Walbrecht, Deliduman (79. Kummer) - Rufidis (76. Dzafo), Beck (64. Trümner), Neiß - Gudra

Tore: 0:1 Gudra (14.), 1:1 Yeboah (48., Elfmeter), 2:1 Marx (73.)

Gelbe Karte: Siersleben, Marx, / Rufidis, Walbrecht

Schiedsrichter: Schlüwe (Laatzen)

Zuschauer: 230


Der Auftritt macht U17-Cheftrainer Mike Barten auch ohne Punkte Hoffnung.

Ausbleibende Belohnung
Unsere U17 hat sich im Abstiegskampf beim FC St. Pauli achtbar geschlagen, steht allerdings wie in den zwei vorangegangenen Partien mit leeren Händen da. "Es war definitiv mehr drin, aber wir hatten nicht das Quäntchen Glück beim Torabschluss", lautet die Zusammenfassung von Cheftrainer Mike Barten im Anschluss an die Begegnung in der Hansestadt. Nach der Pauli-Führung durch Sandjar Hamidi (17.) trifft Maximilian Franke nur den Querbalken, Louis Oppie scheitert mit einem gefährlichen Freistoß am Keeper und ein umstrittenes Foulspiel im heimischen Strafraum wird zu Ungunsten der jungen Roten nicht geahndet. So geht es nach 40 Minuten mit einem unglücklichen Rückstand in die Halbzeitpause, aus der 96 mit höherem Risiko weiter mit gehörigem Kampfgeist aufspielt. Der Akademie-Nachwuchs marschiert, beißt und kratzt, lässt den Kiezkickern keine Gelegenheit zu erhöhen. Die Belohnung für den engagierten Auftritt bleibt am Ende dennoch aus und 96 bleibt in der sechsten Partie in Serie ohne Dreier.

"Gekämpft, gefightet, alles gegeben"
Trotzdem hat unsere U17 die nötigenden Tugenden für einen erfolgreichen Klassenerhalt nicht vermissen lassen. "Die Jungs haben gekämpft, gefightet, alles gegeben und immer an sich geglaubt. Das ist der Weg, den wir für die nächsten Wochen brauchen", zieht Barten ein positives Fazit aus der knappen, unverdienten Niederlage. Im Hinblick auf das Saisonfinale bewegen sich die Roten weiterhin auf dünnem Eis und bleiben vier Spieltage vor dem Abschluss zwei Zähler vor der Abstiegsregion. "Das Ergebnis macht für uns die Aufgabe nicht leichter. Jetzt müssen wir nach Wolfsburg zu einem Spitzenteam. So wie es aussieht, haben wir danach drei Endspiele vor uns", beäugt Barten die aktuelle Gemengelage. Mit Chemnitz, Dresden und TeBe spielt 96 an den letzten drei Partien der Saison gegen direkte Konkurrenten. Kommendes Wochenende geht es zum Zweiten des Tableaus – dem VfL Wolfsburg.
cvm    

STATISTIK

Hannover 96: Kokott – Glombitza, Eichhorn, Homik, Oppie - Franke, Frees (41. Warnecke) - Kutluhan (41. Keissoglou), Lührs, Momuluh (55. Rau) - Gorny (73. Sejto)

FC St. Pauli: Weber - Grosche, Mohr, Voelcke, Rehder - Jarchow, Kafka - Roggow, Wenzel, Akame (61. Wähling) - Hamidi (77. Fedkenhauer)

Tore: 0:1 Hamidi (17.)

Gelbe Karte: Kutluhan, Momuluh, Oppie, Keissoglou, Warnecke / Roggow, Wähling, Voelcke

Schiedsrichter: Wiethüchter (Berlin)

Zuschauer: 55