TL Stegersbach, Profis

Tupferl des Tages: Zwischen "Amatör-Mitropa-Cup" und 4. Liga

Jeden Tag melden wir uns aus dem 96-Trainingslager mit einem Blog, in dem wir kleine und große Geschichten erzählen von Land und Leuten. Unser tägliches Tupferl aus Stegersbach. Genauso heißt auch der Blog, in dem wir Euch heute den Verein vorstellen, in dessen Thermenstadion die 96-Profis trainieren.

Der ganze Stolz
Bei der Frage nach dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte muss Romeo Mattis nicht lange überlegen. Und statt zu antworten, dreht er sich hinter dem Tresen im Vereinsheim des SV Stegersbach einmal um und streckt sich. Oben auf dem weißen Regal steht ein riesiger Pokal. Mattis macht sich lang, die Trophäe ist schwer, und sie darf auf keinen Fall runterfallen. Denn der "Amatör-Mitropa-Cup" ist der ganze Stolz der Stegersbacher Kicker, die in diesem Jahr ihren 90. Klubgeburtstag feiern.

Romeo Mattis (l.) und Dietmar Rosenkranz mit dem "Amatör-Mitropa-Cup"

Glanzlichter 2008 und 2011
"Dieser Erfolg bleibt ewig", sagt Mattis und erzählt die dazugehörende Geschichte. Nur als Burgenlandmeister darf man an dem "Amatör-Mitropa-Cup" teilnehmen. Es ist ein traditioneller, grenzübergreifender Wettbewerb, wer ihn gewinnt, muss sich gegen Klubs aus Tschechien, der Slowakei oder Ungarn durchsetzen. Wer ihn zweimal gewinnt, darf ihn behalten. Und genau das ist dem SV Stegersbach gelungen. "2008 war der erste große Erfolg", sagt Mattis, "doch weil wir in dem Jahr aufgestiegen sind, konnten wir den Titel nicht verteidigen. Also sind wir wieder abgestiegen, 2011 erneut Burgenlandmeister geworden und haben wieder den Mitropa-Cup gewonnen. Den müssen wir jetzt nicht mehr hergeben." Absteigen muss nicht immer schlecht sein ...

96-Wimpel im Vereinsheim
Romeo Mattis ist beim SV Stegersbach Kassierer, Koch, Kantinenchef. "Die drei K", sagt er. Während die 96-Profis trainieren, versorgt Mattis mit Unterstützung von Dietmar Rosenkranz  die 96-Fans am Nachmittag mit Getränken. Trainingslager in Stegersbach bringen willkommene Zusatzeinnahmen. Hannover 96 ist zum zweiten Mal da, der Wimpel des Klubs hängt an einer großen, blauen Wand im Vereinsheim zwischen dem von Schalke 04 und dem von Bursaspor aus der Türkei. Bevor die 96-Mannschaft am vergangenen Donnerstag im Südburgenland angekommen ist, hat Celtic Glasgow im Thermenstadion mit seiner Tribüne mit den 470 Sitz- und 200 Stehplätzen trainiert. 

Quartier für ÖFB-Auswahl
Österreichs Nationalmannschaft hat bei der EM 2008 im eigenen Land in Stegersbach Quartier bezogen, zwei große Plastik-Maskottchen der Europameisterschaft stehen im Klubheim des SVS und erinnern an den Besuch der prominentesten Elf des Landes. Zur ÖFB-Auswahl gehörte damals der frühere 96er Martin Harnik. Auch Paris St. Germain war da, "ebenfalls ein Highlight", wie Mattis findet. "Genau wie der Besuch der Schalker. Einmal haben wir im Vereinsheim für die Schalker Fans eine blau-weiße Nacht ausgerichtet. Das war unglaublich und der helle Wahnsinn. Die letzten Fans sind um 7 Uhr morgens nach Hause gegangen."

Zurück in die 4. Liga
Vier Jahre hat der SV Stegersbach in der dritthöchsten österreichischen Liga gespielt. "Da kamen schon mal 1000 bis 1500 Zuschauer ins Thermenstadion. Doch dann brach der Größenwahn aus." Mittlerweile ist Stegersbach wieder viertklassig, zu den Spielen kommen noch 300 Zuschauer. "Wir haben kein gutes Einzugsgebiet", sagt Mattis, Graz und Wien sind zu weit weg, talentierte junge Spieler verließen den Verein. Doch mittlerweile trägt die Jugendarbeit wieder Früchte, in der U10 und U11 kicken mehr als 30 Talente. Bis sie in die "Kampfmannschaft" aufrücken, wie es in Österreich heißt, wird es aber noch etwas dauern.

Die Heiltherme kommt
Für die neue Saison in der Burgenlandliga steht am 2. August der nächste Test der Kampfmannschaft an, 96 ist dann schon lange wieder in Hannover und hat das erste Zweitligaspiel bereits hinter sich. Im Thermenstadion, in dem die 96-Profis heute zweimal intensiv trainieren, wird dann der TuS Raiba Heiltherme Bad Waltersdorf zu Gast sein. Was für ein Vereinsname!
hr