TL Stegersbach, Profis

Tupferl des Tages: Wo das Essen für unsere Mannschaft herkommt

Jeden Tag melden wir uns aus dem 96-Trainingslager mit einem Blog, in dem wir kleine und große Geschichten erzählen von Land und Leuten. Unser tägliches Tupferl aus Stegersbach. Genauso heißt auch der Blog, in dem wir Euch heute in die Küche des Mannschaftshotels mitnehmen.

Fan ohne Lieblingself
Philipp Wildling hat sich gut vorbereitet. Nicht nur in der Küche. Der stellvertretende Küchenchef erzählt, dass er sehr gerne Fußball sieht, auch deutschen Fußball. "Nur eine Lieblingsmannschaft habe ich nicht." Als er erfahren hat, dass Hannover 96 während des Trainingslagers in Stegersbach im Falkensteiner Balance Resort wohnen wird, hat er sich erst einmal schlau gemacht und die Tabelle der vergangenen Bundesligasaison angeschaut. "Ich hatte natürlich mitbekommen, dass 96 abgestiegen ist. Aber vielleicht können wir ja mit unserem Essen in der Vorbereitung dafür sorgen, dass es wieder aufwärts geht."

Verantwortlich für die Verpflegung unserer Mannschaft: Koch Philipp Wildling

Abwechslung durch Fußballklubs
Wildling ist vor zwei Jahren zurückgekehrt ins Falkensteiner in Stegersbach, in dem er vorher schon einmal gearbeitet hat. Der gelernte Koch hat auch schon in der Südsteiermark gekocht, in Ischgl und in Kärnten. Er ist in Güssing im Südburgenland geboren, 40 Kilometer von Stegersbach entfernt. Trainingslager von Profi-Fußballteams sind für einen wie Wildling und alle Mitarbeiter in der Küche eine Herausforderung, denn der "normale" Betrieb in den anderen Restaurants des Hotels geht ja weiter. "Die Vorbereitungen, der Lebensmitteleinkauf, das Klären von Fragen, ob es bei den Spielern Allergien gegen bestimmte Speisen gibt oder besondere Wünsche beim Essen, macht diese Zeit schon anders und noch zeitintensiver als sonst", sagt der 32-Jährige. "Aber ich mache die Arbeit gern, und wenn eine Fußballmannschaft wie 96 zu Gast ist, dann ist das immer auch eine schöne Abwechslung für mich."

Zehn Köche
Insgesamt 17 Männer und Frauen arbeiten in der Küche. Wie viele davon Köche sind? Wildling muss kurz überlegen und zählt im Kopf durch. "Zehn Köche", sagt er dann. Was bei den 96-Profis dreimal am Tag auf den Teller kommt, sprechen die Küchenchefs jeden Tag mit 96-Teammanager Fabio Morena durch. "Das Frühstück ist eigentlich Standard, da gucken wir nur, ob es bei Obst oder Gemüse besondere Wünsche gibt", sagt Wildling. "Für Mittag und Abendbrot suchen wir die Menüs aus, schreiben sie auf und legen sie dann vor - meistens passt das. Die Zusammenarbeit mit 96 klappt einwandfrei."

Vorlieben beim Milchreis
Vor 96 war das schottische Team von Celtic Glasgow im Falkensteiner-Hotel zu Gast, auch Paris St. Germain und ZSKA Moskau hat Wildling bereits bekocht. Die kulinarischen Vorlieben unterscheiden sich kaum. "Mal wollen die einen mehr Salz oder das Fleisch durchgebratener oder den Milchreis weniger flüssig", berichtet er. Aber darauf könne man sich schnell einstellen. Nur bei einem Klub aus Katar war alles etwas anders. "Der Verein hat seinen eigenen Koch mitgebracht. Wir haben das Gemüse und das Fleisch geschnitten, gekocht hat der Kollege aus Katar. Das Essen war sehr, sehr scharf gewürzt - wenn ich das den 96-Spielern anbieten würde, würde ich Ärger mit dem Trainer kriegen", sagt Wildling und lacht.

Nudeln, Nudeln, Nudeln
Hühnchen, Putenfleisch und Rindfleisch, alles aus der Region, stehen auf dem Menüzettel der 96-Profis in Stegersbach ganz oben. "Die Hauptmenge beim Einkauf entfällt aber auf Nudeln", sagt Wildling und verrät zum Schluss das Geheimnis einer guten Küche: "Gute Logistik und Motivation." Und Kochkunst, aber das würde einer wie Wildling nie sagen.
hr