TL Stegersbach, Profis

Tupferl des Tages: Hier kommt Kurt

Jeden Tag melden wir uns aus dem 96-Trainingslager mit einem Blog, in dem wir kleine und große Geschichten erzählen von Land und Leuten. Unser tägliches Tupferl aus Stegersbach. Genauso heißt auch der Blog, in dem wir Euch heute Kurt vorstellen. Kurt spielt im Mannschaftshotel eine wichtige Rolle, deshalb haben wir ihn interviewt.

Wie in jedem größeren Hotel hängen auch im Falkensteiner Balance Resort Stegersbach Bilder von den führenden Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Das hat immer etwas Persönliches, die Gäste bekommen ein Gesicht und einen Namen, und notfalls wissen sie damit auch, an wen sie sich wenden können, wenn sie ein Anliegen haben.

Im 96-Mannschaftshotel hängen sieben eingerahmte Porträtbilder im Eingangsbereich direkt gegenüber den Fahrstühlen. Dort hängt natürlich das Bild des Hoteldirektors, unter dessen Namen "Gastgeber" steht. Außerdem ein Bild des Spa-Managers, des Küchenchefs, der Hausdame, des Rezeptionsleiters, des Restaurantleiters - und ein Bild von Kurt, unter dessen Namen folgende Bezeichnung steht: Hauskater. Ein Gespräch mit Kurt, das fast zu schön ist, um wahr zu sein.

Kurt ist regelmäßig vor dem Eingang des Hotels anzutreffen.

Herr Kurt, es ist gar nicht so leicht, einen Termin mit Ihnen zu bekommen. Ich hatte in den vergangenen Tagen den Eindruck, dass Sie immer weglaufen, wenn ich Sie ansprechen wollte ...
Kurt: Nennen Sie mich einfach Kurt. Das ist in Ordnung. Nur bitte nicht Kurtchen, wie das Hotelgäste manchmal tun. Das mag ich gar nicht (schaut grimmig).

Meine Frage war, ob ...
Kurt: Nicht so ungeduldig. Ich bin normalerweise zurückhaltend und bin auch noch nie nach einem Interview gefragt worden. Aber dann habe ich im Internet gesehen, wie Ihr das jeden Tag mit diesem Linton und diesem Flo macht, da habe ich gedacht, okay, höre ich mir mal an, was Ihr alles wissen wollt.

An der Wand mit den Fotos hängt Ihr Bild schräg über dem des Direktors. So unwichtig können Sie dann ja nicht sein. Was macht ein Hauskater so den ganzen langen Tag?
Kurt: Na ja, als Hauskater hat man natürlich zunächst repräsentative Aufgaben. Wir haben hier im Hotel 141 Zimmer und Suiten, da muss man natürlich auf der Anlage präsent sein. Gerne liege ich in der Nähe des Eingangsbereichs, tue so, als würde ich schlafen und beobachte die Leute.

Interessanter Trick. Was ist Ihnen denn bei den 96-Profis aufgefallen?
Kurt: Also dieser große Bus, mit dem Ihr immer zum Training fahrt, vor dem habe ich etwas Angst, da halte ich lieber Abstand. Aber die Spieler sind alle nett. Einer, ich glaube dieser Flo, hat neulich etwas nach mir geschnippt, eine Papierkugel oder so. Das fand ich lustig, der weiß, dass wir Katzen auch gern mal spielen.

Ist das Hotelleben als Hauskater nicht ein bisschen einsam?
Kurt: Nein, abends gehe ich schon mal raus, schauen, was in der Mäusewelt so los ist. Außerdem habe ich ein paar tierische Freunde. Badolin zum Beispiel, einen Fischotter. Netter Kerl. Muss als Maskottchen für die Therme arbeiten und immer den ganzen Tag freundlich sein und Kinder bespaßen, das wäre nicht so mein Ding. Deshalb bin ich froh, dass ich in einem Premium-Adults-Only-Hotel arbeite.

In einem was?
Kurt: Haben Sie nicht die Hotelbroschüre gelesen? Das ist ein Erwachsenenhotel, aber das klingt nicht so schön. Deshalb haben wir das etwas anders formuliert. Ich gebe dem Marketingchef bei uns ab und zu ein paar Tipps - gegen das eine oder andere Leckerli.

Hannover 96 ist ja nicht die erste Profifußballmannschaft, die im Hotel Quartier bezieht. Erkundigen Sie sich vorher, welche Mannschaft da kommt?
Kurt: Natürlich. Vor Euch von 96 war Celtic Glasgow bei uns. Da war ich schon froh, dass die Rangers nicht das Nachbarhotel bezogen haben ... Okay, kleiner Scherz. Ich habe ein bisschen über 96 gegoogelt und dabei entdeckt, dass bei Euch sogar mal eine Katze Co-Trainer war (Katze Zumdick, d. Red.). Und dass Ihr einen Hund als Maskottchen habt, den hättet Ihr ruhig mitbringen können. Ich verstehe mich sehr gut mit Hunden.

Haben Sie eine Wunschmannschaft, die unbedingt mal in Ihrem Hotel zu Gast sein sollte?
Kurt: Ja, die Worcester Ice Cats, eine Eishockeymannschaft aus der American Hockey League. Das wäre cool.

Haben Sie eigentlich Hobbies?
Kurt: Na klar. Fußball, aber nur Zuschauen vom Sofa, nicht selbst spielen. Wenn ich Zeit habe, dann schaue ich mir live Spiele in der Inlinehockey-Bundesliga an. Unser Team in Stegersbach ist klasse, und sie heißen ja die Tigers. Ich verrate Ihnen mal ein Geheimnis: Ich träume manchmal davon, auch so eine Großkatze zu sein. So erhaben, ein bisschen wild,  so ... Ach, ich fange schon wieder an zu träumen.

Vielleicht im nächsten Leben. Katzen haben doch sieben, oder?
Kurt: Ganz ehrlich: Da bin ich mir nicht so sicher. Und auch wenn Ihr den besten Busfahrer der Welt habt, wie ich gehört habe: Würde ich mich sonst verstecken, wenn Euer Mannschaftsbus vorfährt?
hr