Sportkegeln

Scheidler ist Deutscher Meister im Dreibahnenspiel

Vom 19. Mai bis zum 22. Mai 2022 fanden, nach zweijähriger Corona bedingter Spielpause, wieder Deutsche Meisterschaften im Dreibahnenspiel der Sportkegler im Wolfsburger Kegelsportzentrum Reislingen statt. Am Ende des Turniers konnte sich der Abteilungsleiter Thorsten Scheidler zum Deutschen Meister küren.

Die Königsdisziplin
Das Dreibahnenspiel ist die sogenannte Königsdisziplin im Sportkegeln, werden hier doch, anders als im Punktspielbetrieb, alle Bahnarten (ausgenommen Bowling), die es im Kegelsport gibt, in einem Wettbewerb bespielt. In dem 120 Wurf-Wettbewerb sind jeweils 40 Wurf über 4 Bahnen auf den Bahnarten Bohle; Schere und Classic zu absolvieren. Die Bahnarten unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern sind auch komplett anders zu bespielen, somit werden hier alljährlich die komplettesten KeglerInnen in allen Altersklassen in Einzel- und Mannschaftswettbewerben in dieser einzigartigen Disziplin ermittelt. Erstmals konnten daheimgebliebene Interessierte die komplette Meisterschaft im Livestream auf Sportdeutschland.tv verfolgen.

Erste Einzelmeisterschaft
Thorsten Scheidler ist Abteilungsleiter der Hannover 96 SportkeglerInnen und konnte sich als Vize Landesmeister erstmals im Herrenbereich für eine Deutsche Einzelmeisterschaft qualifizieren, was bei nur wenigen Startplätzen pro Landesverband schon ein Erfolg für sich ist. Genau diese Chance wusste der erfahrene Sportkegler für sich zu nutzen! Scheidler konnte direkt bei seiner ersten Teilnahme, den Pokal mit nachhause bringen.

Der Weg zum Ziel
Viele Jahre Bundesligaerfahrung und vergangene Deutsche Mannschaftsmeister Titel helfen zwar mental, nutzen aber eben nur bedingt, an diesem EINEN Tag, in diesem EINEN Wettkampf muss alles klappen, um im Feld der Besten bestehen zu können. Am 20.05.2022, bereits um 09:00 Uhr, startete der Wettbewerb der Herren A (Spieler ab 50 Jahre) mit einem 20-köpfigen Starterfeld, gespickt mit vielen nationalen Klasse Keglern. Bevor Scheidler dann um 10:20 Uhr in der letzten Tour des Wettbewerbs auf die Bahnen ging, baute sich durch die starke Konkurrenz und deren Spitzenergebnisse bereits ein gewisser Druck, aber auch große Vorfreude auf. Bereits in der ersten Tour legten Jan Haagen aus Kiel und der vielfache Nationalspieler Jens Kohlenberg hervorragende 869 Holz (+149 Holz über dem geforderten Schnitt) auf das sprichwörtliche Parkett. Was zu diesem frühen Zeitpunkt noch niemand ahnen konnte, diese Holzzahl sollte für beide zum geteilten Deutschen Vize Meistertitel reichen. Scheidler arbeitete sich Kugel für Kugel, Bahn für Bahn, Bahnart für Bahnart an das Ergebnis der beiden heran und überspielte mit einem unglaublichen 79er-Brett auf der vorletzten Classic-Bahn (auf Classic liegt der geforderte Schnitt bei einer 5 pro Wurf, auf Schere bei einer 6 und auf Bohle bei einer 7 – auf Schere und Bohle zusätzlich in die angezeigten Gassen) bereits die bis dato gespielten Plushölzer deutlich. +165 Holz standen vor der letzten Bahn für Scheidler auf dem Tableau und der Meistertitel war ihm praktisch nicht mehr zu nehmen. Der Rest war nur noch Gänsehaut und Freudentränen, nachdem Scheidler die Bahnen mit 897 Holz (+177 Holz) unter Standing Ovations aller Anwesenden verließ und sich alle Teilnehmer gegenseitig den gebührenden Respekt zollten.

Scheidler spielt absolutes Höchstholz der gesamten Deutschen Meisterschaft
Thorsten, erzähl uns, wie fühlt es sich an, nach über 40 Jahren erfolgreichem Sportkegeln das erste Mal Deutscher Einzelmeister zu sein? "Ganz ehrlich?, im Kreise dieser tollen Kegler dabei gewesen zu sein, war schon unfassbar GEIL (Entschuldigung), aber am Ende Deutscher Meister geworden zu sein ist unbeschreiblich und für mich im Moment nicht in Worte zu fassen. Dass es schlussendlich sogar das absolute Höchstholz der gesamten Deutschen Meisterschaft war, schlägt dem Fass den Boden aus, das macht mich einfach nur stolz, ich danke allen die mich auf diesem Weg begleitet haben.“