5:1-Sieg in Halberstadt

Mit 5:1 (3:1) gewannen die Roten ihr heutiges Testspiel beim Oberligisten VfB Germania Halberstadt, das im Rahmen des Trainingslagers in Bad Lauterberg ausgetragen wurde. Für die 96-Treffer vor ca. 1500 Zuschauern sorgten Vladimir But (2), Thomas Christiansen, Silvio Schröter und Tranquillo Barnetta (Foto) in seinem ersten Einsatz im Trikot von Hannover 96. Am Dienstag geht es weiter mit der Partie gegen Lokomotive Plovdiv.

1507 zahlende Zuschauer waren ins Halberstädter Friedensstadion gekommen, um den Abstecher der Roten aus dem Harzer Trainingslager zu sehen. Ewald Lienen begann mit der Dreierkette Schneider, Vinicius und Agac, vor dem ein dicht gestaffeltes Mittelfeld und die Doppelspitze Thomas Christiansen und Roman Wallner agierten.

Nachdem 96 erste gute Gelegenheiten durch Vinicius (Kopfball übers Tor), Mathis (17-Meter-Schlenzer knapp rechts vorbei) und Agac ausgelassen hatte (am langen Pfosten knapp neben das Tor nach Rechtsecke Mathis), sorgten die beiden Sturmspitzen für die 1:0-Führung. Christoph Dabrowski hatte von links punktgenau auf Wallners Kopf geflankt, der aber nur den rechten Pfosten traf. Der TORero stand goldrichtig und staubte ab (16.). Drei Minuten später war es erneut der Ibero-Däne, der für Gefahr sorgte. Gastgeber-Keeper Kischel konnte den scharfen Schuss aus 20 Metern aber gerade noch zur Ecke wehren. Aber kurz darauf durften die Anhänger Germanias jubeln: Der auffällige Wladimir Penev tauchte alleine vor Torhüter Juric auf, der etwas unentschlossen beim Hinauslaufen wirkte, so dass der Halberstädter wenig Mühe hatte, das Leder über diesen in die Maschen zu lupfen (21.).
Im Anschluss übernahmen aber wieder die Roten die Initiative und spielten sich diverse Torgelegenheiten heraus. Christiansen verfehlte per Distanzschuss (25.), But verzog einen Freistoß von der Strafraumgrenze (26.) und Schinner prüfte Kischel per Linksschuss (28.). Nach einer halben Stunde war es dann soweit. Roman Wallner versuchte es über rechts mit einer Einzelaktion aus halbrechter Position und knallte die Kugel gegen den linken Pfosten. Silvio Schröter reagierte am schnellsten und schob den Abpraller neben den rechten Pfosten (30.). Nachdem der Österreicher also zwei Treffer per Pfosten vorbereitet hatte, versuchte er es noch einmal aus 18 Metern, dieses Mal zielte er aber knapp links vorbei (36.), ganauso wie Markus Schinner (38.). Der schönste Angriff der ersten 45 Minuten führte dann schließlich noch zum 3:1-Halbzeitstand: Mathis hatte über links vorbereitet und flach in den Strafraum gespielt, wo Vladimir But direkt mit links draufhielt...wie ein Strich fand das Leder den Weg in die Maschen (41.).

Pünktlich zur zweiten Hälfte kamen nicht nur Daniel Haas für Frank Juric sowie Tranquillo Barnetta für Clint Mathis, sondern es begann auch prompt stark zu regnen. „Quillo“ Barnetta orientierte sich auf den linken Flügel und ließ gleich sein großes Potential aufblitzen. Markus Schinner, der wieder sehr engagiert spielte, schickte den Schweizer prompt steil in die Gasse, und dieser spitzelte das Leder über Kischel hinweg zum 4:1 ins Tor (52.). Kurz darauf konnte Barnetta dann als Vorbereiter glänzen...Christiansen nahm seinen Pass auf, spielte am linken Flügel all seine Schnelligkeit aus und bediente But mustergültig mit einem Querpass. Der Russe musste nur noch eindrücken (55.).
Danach plätscherte die Partie so dahin wie der Dauerregen auf die Regenschirme...es waren kaum noch Chancen zu verzeichnen. Höhepunkt blieb so die Massenauswechslung Ewald Lienens gute zwanzig Minuten vor Schluss. Lediglich der heutige Kapitän Vinicius als auch Haas und Barnetta blieben auf dem Rasen. In den Schlussminuten gab es dann noch einmal zwei kleinere Möglichkeiten durch Michael Tarnat (83., 87.) und Barnetta (89.)., bevor das Schiedsrichtergespann die Partie abpfiff.

Unter den Zuschauern befand sich auch 96-Präsident Martin Kind, der sich mit der Partie durchaus zufrieden zeigte und auch Solidarität mit dem Gastgeber zeigte: „Ich habe mich sehr über das Tor für Germania gefreut . So hat dieses Spiel zwei Gewinner, Halberstadt und Hannover 96!“ Auch für den 96-Trainer war die Partie ein wichtiger Prüfstein. „Wir wollten Spielbelastung haben“, erklärte Lienen. Das habe das Spiel erfüllt, auch wenn man einigen seiner Spieler doch deutlich die Anstrengungen der letzten Wochen angemerkt hätte. „Es war logisch, dass die Spritzigkeit und die Schnelligkeit noch fehlte“: Gerade Spieler wie Ricardo Sousa, die zusätzliche Extraschichten mit Edward Kowalczuk einlegen, würden unter dem Trainingsprogramm leiden. Darüber hinaus hatten die in der letzten Phase eingewechselten Akteure noch am Morgen „Gas gegeben“ (siehe nebenstehenden Bericht).
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STATISTIK

Hannover 96: Juric (ab 46. Haas) – Schneider (ab 71. Wolf), Vinicius, Agac (ab 71. Zuraw) – Dabrowski (ab 71. Lala), But (ab 71. de Guzman), Schröter (ab 71-. Stendel), Mathis (ab 46. Barnetta), Schinner (ab 71. Tarnat) – Wallner (ab 71.Sousa), Christiansen (ab 71. Leandro)

Tore: 0:1 Christiansen (16.), 1:1 Penev (21.), 1:2Schröter (30.), 1:3 But (41.), 1:4 Barnetta (52.), 1:5 But (55.)

Zuschauer: 1.507