Sozialpädagogische (Jugend-) Arbeit mit Fußballfans

Als Reaktion auf die Zunahme von Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen hat das Fanprojekt Hannover im Jahre 1985 seine Arbeit aufgenommen und ist heute aus der Fußballwelt von Hannover 96 nicht mehr wegzudenken.

Fanprojekte und Fanbeauftragte
Die pädagogisch ausgebildeten Mitarbeiter/innen der Fanprojekte arbeiten unabhängig vom Verein und sind dementsprechend keine Fanbeauftragten.  Während diese Serviceleistungen für Fans anbieten (z.B. Organisation von Bus- und Zugfahrten zu den Spielen), orientiert sich die sozialpädagogische Arbeit der Fanprojekt-Mitarbeiter an der Entwicklung innerhalb der Fanszene und beruht auf dem „Nationalen Konzept für Sport und Sicherheit“. In Hannover arbeiten die Mitarbeiter/innen des Fanprojektes eng mit den Fanbeauftragten von Hannover 96 zusammen: Einmal wöchentlich findet eine gemeinsame Dienstbesprechung statt, in der Reisewege, aktuelle Situationen, Konflikte u. Ä. besprochen werden. Insgesamt ist die Zusammenarbeit des Fanprojekts mit den Fanbeauftragten zwischen der LHH und Hannover 96 in Form eines Kontraktes seit dem Jahr 2008 schriftlich geregelt.

Das Fanprojekt-Team: Tanja Behrends, Manuel Schröder und Michael Anolke (von links).

Schwerpunkte der Arbeit

  • Beziehungsarbeit

Es ist insbesondere Aufgabe des Fanprojektes, sich der jungen Fußballfans anzunehmen, die positiven Eigenschaften ihrer Fan- und damit Jugendkultur zu stärken und negativen Entwicklungen entgegenzuwirken. Hierfür ist eine intensive Beziehungsarbeit auf vertrauensvoller Ebene unabdingbar. Die präventiven Angebote des Fanprojektes richten sich deshalb besonders an die jungen Ultras: Diese sollen durch sozialpädagogische Angebote und Begleitung in ihrer positiven Identifikation mit dem Verein unterstützt werden, um zugleich ein Abrutschen in gewaltbereites Verhalten und damit verbundene Kriminalität zu verhindern.

  • Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung

Das Fanprojekt Hannover ist aktiv in die fußballbezogene Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung vor Ort eingebunden. Wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit ist die Begleitung und Anleitung des „AK 96-Fans gegen Rassismus“, der in Hannover bereits seit 2004 besteht. Der Arbeitskreis besteht aus engagierten Fußballfans, welche die Arbeit aktiv ausgestalten möchten. Es finden monatliche Treffen statt. Der Arbeitskreis entwickelt kontinuierlich Ideen zur Bekämpfung rechter Umtriebe im Fußballumfeld.

Netzwerkarbeit
Das Fanprojekt Hannover verfügt über ein weitläufiges Netzwerk, welches einer regelmäßigen Pflege bedarf. Hierzu zählen Fanorganisationen, städtische Einrichtungen (Jugendzentren, Jugendschutz, Beratungsstellen, etc.) Sicherheitsorgane (Landes- und Bundespolizei sowie der Ordnungsdienst), fachliche Partner (Koordinationsstelle der Fanprojekte, Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte etc.) und alle fußballrelevanten Institutionen – vor allem natürlich Hannover 96. Der hohe Grad der Vernetzung zeigt sich auch an den zahlreichen Ausschüssen, in denen das Fanprojekt als Mitglied vertreten ist. Hierzu zählen u.a. die „Interdisziplinäre Arbeitsgruppe zur Bekämpfung rechter Umtriebe im Fußballumfeld“ (IdAGBrUF), der „Örtliche Ausschuss Sport und Sicherheit“ (ÖASS) und die Spieltags-Sicherheitsbesprechungen.

Projekte und Veranstaltungen

Das Fanprojekt organisiert und koordiniert zahlreiche Veranstaltungen für junge Fußballfans. Die Inhalte bieten dabei eine große Bandbreite: Von Lesungen über Vorträge und Fußballturniere, Fußballflohmärkte oder Spendenaktionen bis hin zu Fanweihnachtsfeiern.

Im Rahmen einer Spendenaktion: Kristian Kartscher, Martin Kind, Tanja Behrends und Johannes Seidel (von links).

Für nähere Informationen und aktuelle Veranstaltungen könnt Ihr Euch auf der Homepage des Fanprojekts informieren oder in direkten Kontakt mit den Mitarbeiter/innen treten.

Hier findet Ihr das ausführliche Konzept des Fanprojektes.

Kontakt:
Fanprojekt Hannover
Herrenstraße 11
30159 Hannover
Telefon: (0511) 44 22 96
Fax: (0511) 44 11 47
E-Mail: fanprojekt-hannover@online.de