Spielberichte 2016/17

1:1 - Tief im Westen gepunktet

Mit einem 1:1-Unentschieden trennen sich Hannover 96 und der VfL Bochum am Freitagabend. Die Tore von Johannes Wurtz (73.) auf Bochumer Seite und Salif Sané (74.) fallen dabei innerhalb von zwei Minuten. Wir bedienen uns bei der Wiedergabe des Spielverlaufs dieses Mal hier und da der Worte des vielleicht berühmtesten Bochumers: Herbert Grönemeyer.

Zeit, dass sich was dreht
18.30 Uhr, Zeit, dass sich was dreht – und zwar bei hochsommerlichen 33 Grad im Vonovia-Ruhrstadion. Für Miiko Albornoz und Salif Sané, die beim Pokalspiel in Offenbach nicht bzw. nicht von Beginn an gespielt hatten, führte der Weg anstelle von Edgar Prib und Fynn Arkenberg zurück in die Startelf.

Halt Mich: Klaus von den Beinen geholt
Bereits nach gut einer gespielten Minute zum ersten Mal ein Hauch von Chaos im Bochumer Strafraum: Albornoz taucht – mit einem butterweichen langen Ball von Salif Sané geschickt – vor VfL-Keeper Manuel Riemann auf, kann im letzten Moment jedoch fair gestört werden. Kurz darauf rettet Philipp Tschauner gegen Kevin Stöger, der nach langem Ball allein vor ihm aufgetaucht war. Einen Aufreger gibt es nach gut einer halben Stunde: Unklar, ob Felix Klaus seinem Gegenspieler Stefano Celozzi ein leises "Halt mich" zugeraunt hatte. Der Bochumer Außenverteidiger jedenfalls holt den 96-Flügelflitzer im Strafraum durchaus elfmeterreif von den Beinen (33.). Schiri Markus Schmidt pfeift hier nicht, aber wenig später zum Pausentee. Spielstand: torlos.

Flugzeuge im Bauch: Sané steigt am höchsten
In der 52. Minute ist einmal Land unter im 96-Sechzehner: Felix Bastians steht nach einem Freistoß plötzlich völlig blank vor Tschauner. Der aber fragt nicht lang "Was soll das?", sondern bleibt cool stehen und pariert. Wenig später hat Martin Harnik nach einem Patzer von Tim Hoogland viel Platz an der Strafraum-Linie (65.). Riemann pariert seinen Schuss mit dem Fuß – haarscharf. Dann aber bleibt alles anders: Der kurz davor eingewechselte Johannes Wurtz wird – nach Ballverlust im 96-Aufbauspiel – von Marco Stiepermann geschickt, findet sich allein vorm 96-Kasten wieder und netzt eiskalt ein – 1:0 für Bochum (73.). Es folgt der direkte Gegenschlag der Männer von 96-Trainer Daniel Stendel: Sané steigt nach einem Freistoß von Albornoz hoch in die Luft, als hätte er Flugzeuge im Bauch, und köpft ein. Fisch im Netz – 1:1 (74.). Zwei Tore in zwei Minuten: Mensch, wer sich in dem Zeitraum gerade erleichtert oder mit einer frischen Stadion-Currywurst eingedeckt hat, wird sich ärgern.

Musik nur, wenn sie laut ist!
In der Endphase wird das Spiel zum offenen Schlagabtausch. Jeder will sich auf den letzten Drücker sein Stück vom Himmel, respektive drei Punkte, sichern. Erst ist Tschauner im Eins-gegen-Eins-Duell Sieger gegen den Torschützen Wurtz (83.), dann tanzt der eingewechselte Kenan Karaman mit Hoogland und Felix Bastians Mambo. Riemann aber hält seinen Schuss mit feinem Reflex (86.). Im Endeffekt fehlt 96, das ein klares Chancenübergewicht auf sich vereint, etwas Präzision beim letzten Pass und hier und da einfach das nötige Quäntchen Glück. Am Ende steht ein 1:1-Unentschieden nach einem hochklassigen und intensiven Spiel, das Torgelegenheiten für gut fünfmal so viele Treffer bereitgehalten hätte. Dieser intensive Fußball macht das Spiel der Roten aus – wir mögen eben Musik nur, wenn sie laut ist…
ch

STATISTIK:

VfL Bochum: Riemann - Celozzi, Hoogland, Bastians, Perthel - Losilla, Stiepermann (80. Saglam) - Weilandt, Eisfeld (64. Wurtz), Stöger - Quaschner (71. Canouse)

Hannover 96: Tschauner - Sorg, Anton, Sané, Albornoz - Schmiedebach, Fossum - Harnik, Maier (80. Bakalorz), Klaus (87. Gueye) - Füllkrug (65. Karaman)

Tore: 1:0 Wurtz (73.), 1:1 Sané (74.)

Gelbe Karten: Perthel / Albornoz, Schmiedebach, Harnik

Schiedsrichter: Markus Schmidt

Zuschauer: 20.000