Vorberichte 2016/17

Volle Lautstärke gegen Karlsruhe

Wenn Hannover 96 am Mittwoch ab 17.30 Uhr auf den Karlsruher SC trifft, könnte die Drei morgen zur Lieblingszahl der Roten avancieren: Drittes Heimspiel, drei Punkte und dritter Tabellenplatz? Wer weiß...

Aktuelle Form:
Nach dem kuriosen 3:3-Unentschieden gegen Arminia Bielefeld am vergangenen Sonntag wartet Hannover 96 weiter auf den nächsten Sieg! Zuletzt setzte es zuhause mit dem 0:2 gegen Dynamo Dresden die erste Saisonniederlage. Abhaken und auf ein Neues heißt es jetzt in der englischen Woche, denn: Um den Abstand auf die oberen Tabellenplätze möglichst gering zu halten, ist es an der Zeit, dass sich was dreht, sprich sich aus dem Gedränge der Mitkonkurrenten zu befreien. Und mit momentan acht Zählern ist durchaus noch Luft nach oben, was Punkte und Plätze angeht. Den gleichen Gedanken könnten auch die Gäste aus Karlsruhe ins Auge gefasst haben. Nach fünf Spieltagen in der zweiten Bundesliga haben die Badener eine Bilanz von vier Unentschieden und einer Niederlage vorzuweisen - ergibt in Summe vier Punkte und Rang 15. Zuletzt rettete das Team von Trainer Tomas Oral beim 1:1-Unenschieden gegen den FC St. Pauli ein Pünktchen. Ansonsten hapert es noch in der Offensive – zwei Tore hat der KSC bislang erzielt. Ein Gegner unter Druck, der auch in der HDI Arena sein Glück auf einen Dreier versuchen wird.

Was zuletzt geschah:
Ein Blick zurück ist nötig, um die letzte Begegnungen gegen den KSC in Erinnerung zu rufen. Jeweils mit einem 3:2-Siege endeten die beiden Erstliga-Partien der Saison 2008/09. Auch die beiden vergangenen Aufeinandertreffen im Fussball-Unterhaus entschied 96 jeweils für sich – einen 5:0-Heimspielerfolg sowie einen 2:1-Auswärtssieg verzeichnen die Niedersachsen in der Statistik für sich. Diese spricht auch insgesamt für 96. Nach 31 Begegnungen gingen die Schwarz-Weiß-Grünen ligaübergreifend mit 18 Siegen, vier Unentschieden und neun Niederlagen vom Grün. Für die Gäste läuft es seit Längerem auf fremden Plätzen unrund. Während der KSC zuhause eine Bank ist (seit zwölf Spielen ungeschlagen), tut sich die Mannschaft auswärts schwer: Sieben Pflichtspiele ohne Sieg (vier Remis, drei Niederlagen) und dabei nur zwei Tore auf dem Konto – erfolgreich sieht anders aus. Das letzte Mal ging das Team aus dem Wildpark Anfang März in Düsseldorf mit 1:0 als Sieger vom Platz. Ginge es nach den Wünschen des Gastgebers, so könnte sich die Bilanz weiter fortsetzen – zumindest bis nach dem Schlusspfiff in der HDI Arena.

"Wir lernen von Tag zu Tag, nehmen den Kopf hoch und machen weiter!"
96-Trainer Daniel Stendel
Die Bilanz gegen den KSC: Grund zum Jubeln morgen?

  • In den letzten sechs Gastspielen in Hannover (BL, 2. BL und Pokal gab es zwei Remis und vier Niederlagen, der letzte  KSC-Auswärtssieg an der Leine ist schon 28 Jahre her (ein 3:2 in der Bundesliga im Juli 1988).

  • Vier Punkte aus fünf  Ligapartien bedeuten den schlechtesten Saisonstart für den KSC in der 2. Liga seit 2004/05. Damals hatten die Karlsruher ebenfalls nur vier Punkte nach fünf Spieltagen und mit -5 eine noch schlechtere Torbilanz als in der laufenden Saison.

  • Saisonübergreifend warten die Badener seit acht Pflichtspielen auf einen Sieg (fünf Unentschieden, drei Niederlagen). Den letzten Dreier gab es beim 3:0 gegen Sandhausen am 32. Spieltag der Vorsaison.

Personalcheck:
Auf zwei seiner Spieler muss Trainer Tomas Oral im Spiel gegen 96 verzichten. Gaetan Krebs (Kreuzbandriss) und Manuel Torres (Innenbandverletzung) stehen nicht im Aufgebot. Hatten sich die Optionen für seinen Kader gerade verbessert, so musste 96-Coach Stendel diese Woche eine erneute Hiobsbotschaft hinnehmen. Felipe, der zuletzt nach langer Verletzungspause wieder auf der Ersatzbank Platz genommen hatte, zog sich im Training eine leichte Zerrung der Hüfte zu und fällt gegen Karlsruhe aus. Ebenfalls nicht mit dabei: Martin Harnik, Babacar Gueye, Uffe Bech, Noah Joel Sarenren Bazee, Charlison Benschop und Timo Hübers.

Will auch gegen den KSC seinen Kasten sauber halten: 96-Torhüter Philipp Tschauner

Duell des Tages:
Zwei, die sowohl das 1860-, als auch das 96-Trikot getragen haben oder es noch tun, treffen am Mittwoch aufeinander: Moritz Stoppelkamp und Philipp Tschauner. Mit "Stoppel" kehrt ein alter Bekannter in die HDI Arena zurück, der noch gemeinsam mit Manuel Schmiedebach um die Punkte gekämpft hat. Der 29-Jährige war in der Spielzeit 2010/11 an die Leine gewechselt, absolvierte insgesamt 52 Spiele (zwei Tore) im 96-Dress, bevor es ihn zu Beginn dieser Saison über die Zwischenstationen TSV 1860 München (72 Spiele/16 Tore) und SC Paderborn (59 Spiele/zehn Tore) zum Karlsruher SC zog. Dort war er bislang in allen sechs Spielen (fünfmal Liga, einmal Pokal) im Einsatz. Ein Sonntagsschuss brachte dem gebürtigen Duisburger ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein Hannover 96 einen Rekord ein: Stoppelkamp erzielte 2014 im Trikot des SCP mit einem Treffer aus 82 Metern das weiteste Tor in der Bundesliga-Geschichte überhaupt.

Einer, der solches zu verhindern weiß und will, ist 96-Torhüter Philipp Tschauner, der ebenfalls eine geraume Zeit lang im 1860-Trikot unterwegs war - nämlich vier Spielzeiten (2006 bis 2011). 54 mal hütete der 1,96 Meter große Schlussmann den Kasten der Löwen, bevor er 109 Duelle mit dem FC St. Pauli bestritt und anschließend 2015 zu den Roten wechselte. Seit dieser Saison ist "Tschauni" die neue Nummer eins zwischen den Pfosten, hütete bisher fünf Mal die 96-Kiste. Wer geht am sechsten Spieltag als Sieger vom Platz: Kunsttorschütze oder Torwächter?
nr