Vorbericht

Der Sonne entgegen

Ab in den Süden: Am Sonntag reist Hannover 96 zum TSV 1860 München. Ab 13.30 Uhr heißt es dann in der Allianz Arena, den Anschluss an die oberen Tabellenränge zu festigen.

Aktuelle Form:
Es geht voran. Mit dem 1:0-Heimsieg gegen den Karslruher SC am sechsten Spieltag hat sich Hannover auf Platz vier der Tabelle vorgeschoben. Mit elf Zählern im Gepäck halten die Roten weiterhin den Anschluss an die oberen Plätze und reisen nun am Ende der englischen Woche mit einem Erfolgserlebnis im Gepäck nach München. Dort wartet der TSV 1860 auf die Gäste aus dem Norden. Zuletzt gelang der Elf von Trainer Kosta Runjaic nach einem zwischenzeitlichen Rückstand noch ein 2:2-Unentschieden gegen den FC St. Pauli. Die Münchner Löwen rangieren momentan mit acht Punkten auf dem neunten Tabellenrang. Eine bislang eher ausgeglichene Saison mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen.

Was bisher geschah:
Lange ist es her, dass der TSV 1860 München und Hannover 96 aufeinandergetroffen sind. Zuletzt in der Bundesligasaison 2003/04, wo es zuhause für ein 1:1-Unentschieden reichte und auswärts ein 2:0-Sieg durch Treffer von Dariusz Zuraw und Thomas Brdaric gelang. Zweitligatechnisch gab es allerdings nur vier Begegnungen. Um die Ergebnisse zu erfahren, muss der geneigte Leser schon weiter nach hinten in den 96-Geschichtsbüchern blättern. Die Partien datieren nämlich aus dem letzten Jahrhundert. In den Achtziger- und Neunzigerjahren gab es für die Roten zwei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage –punktetechnisch ist der Ausgang der Nord-Südduelle also durchaus als positiv zu werten. Insgesamt spricht die Statistik allerdings nicht für 96. In den 22 Begegnungen ging Hannover 96 zwölf Mal als Verlierer vom Platz, schaffte drei Mal ein Remis und siegte in sieben Spielen. Am Sonntag besteht als erneut die Chance, die Bilanz aufzupolieren.

Wir haben selbst am eigenen Leibe erfahren, dass jedes Spiel ein schwieriges Spiel ist, auch in dieser zweiten Liga.
96-Trainer Daniel Stendel

Faktencheck:

  • Hannover hat in dieser Saison noch kein Pflichtspiel auf fremden Plätzen verloren (zwei Siege, zwei Remis). Die letzte Auswärtsniederlage gab es für die Niedersachsen am 34.  Spieltag der vergangenen Saison mit 1:3 bei den Bayern.

  • 96-Mittelfeldspieler Marvin Bakalorz steht vor seinem 50. Einsatz im Unterhaus.

  • Hannovers Torwart Philipp Tschauner stand zwischen 2006 und 2011 in 49 Spielen im Kasten des TSV 1860. Sein Teamkollege Marius Wolf erzielte in 39 Partien fünf Tore für die Münchner Löwen.
Jubiläum in München? Marvin Bakalorz könnte sein 50. Spiel in Liga zwei absolvieren.

Personalcheck:
Runjaics Verletztenliste ist lang – sogar länger als die der Roten. Mit Krisztián Simon, Goran Sukalo, Ribamar, Stefan Aigner, Nicholas Helmbrecht, Florian Neuhaus, Ohis Felix Uduokhain und Filip Stojkovic fallen am siebten Spieltag gleich acht Spieler aus. Romuald Lacazette ist nach seinem Mittelfußbruch wieder zur Mannschaft gestoßen. Hinter dem Einsatz von Milos Degenek steht noch ein Fragezeichen. Auf Seiten der 96er haben Felipe und Andre Hoffmann unter der Woche trainiert. Den Roten stehen aber weiterhin Uffe Bech, Charlison Benschop, Babacar Gueye, Timo Hübers und Noah Joel Sarenren Bazee nicht zur Verfügung. Salif Sané ist noch gesperrt.

96-Stürmer Artur Sobiech: Erneuter Torjubel mit seinen Kollegen?

Duell des Tages:
Am Sonntag könnte es zum Spitzentreffen kommen: In den Hauptrollen Michael Liendl und Artur Sobiech. Seit 2015 schnürt der österreichische Nationalspieler seine Fußballschuhe für 1860, stand vergangene Saison 29 mal in der zweiten Liga für die Weiß-Blauen auf dem Platz. Seine Quote: Vier Tore, acht Vorlagen. In dieser Spielzeit kommt Liendl bereits auf sechs Einsätze und drei Treffer und führt somit die interne Torschützenliste der Sechziger an. Zuletzt traf der 30-Jährige beim 2:2-Unentschieden gegen den FC St. Pauli. Auf der Gegenseite könnte Artur Sobiech daran arbeiten, seinen Ertrag zum Thema "Das Runde muss ins Eckige" in die Höhe zu schrauben. Fünf Einsätze verbucht der 96-Stürmer in Liga zwei auf seinem Konto, zwei Treffer inklusive. Was die Gesamtanzahl angeht, so hat der polnische Nationalspieler mit 104 Ligaspielen, 22 Toren und drei Vorlagen im 96-Dress die Nase vorn und führt zudem gemeinsam mit Sebastian Maier (zwei Tore) die Liste der Torjäger bei den Roten an. Zieht Sobiech am Sonntag zum 3:3 in Sachen "Buden erzielen" gegen Liendl gleich oder kann er sogar in Führung gehen? Wir werden sehen…
nr