Spielberichte 2016/17, Profis

3:2-Heimsieg im Nachbarschaftsduell

Spiel gedreht! Hannover 96 bezwingt den 1. FC Heidenheim mit 3:2 (1:1). Nach der Führung für die Gäste durch John Verhoek (42.) glich Martin Harnik aus (45.+1). In Hälfte zwei lagen die Württemberger nach einem Eigentor Waldemar Antons erneut vorn (60.), bevor Niclas Füllkrug zunächst zum 2:2-Ausgeich traf und Noah Joel Sarenren Bazee mit seinem ersten Profitor den Heimdreier besiegelte (70.).

Neues Innenverteidiger-Duo
Neue Innenverteidigung gegen den 1. FC Heidenheim: 96-Trainer Daniel Stendel muss sowohl auf Felipe (gesperrt) und den angeschlagenen Stefan Strandberg verzichten. Waldemar Anton und Salif Sané rücken dafür auf. Miiko Albornoz und Oliver Sorg rotieren zudem in die Startelf, besetzen die beiden Außenverteidigerpositionen. Auf der gegnerischen Seite fallen Kevin Kraus und Tim Kleindienst verletzt aus.

Er trifft und trifft und trifft: 96-Stürmer Martin Harnik

Heidenheim führt, 96 gleicht aus
Nachbarschaftsduell in der HDI Arena: Zu Gast ist am 15. Spieltag der 1. FC Heidenheim, der vor Beginn noch punktgleich mit den Roten in der Tabelle ist. Beide Teams haben 25 Punkte auf dem Konto. Aber ist mit der Revierkonkurrenz auch gut Kirschen essen? Eine Schrecksekunde auf Seiten der Hausherren gibt es gleich zu Beginn nach einem Pass auf den abseitsverdächtigen Ben Halloran, dessen Schuss am 96-Kasten vorbeistreicht (2.). Nach dem kurzen Klingelstreich der Heidenheimer an Philipp Tschauners Haustür geht es auf der anderen Seite weiter. Salif Sané und Martin Harnik bitten um Einlass fürs Spielgerät, letzterer schiebt das Spielgerät aber nicht ins Tor, sondern über den Querbalken (4.).

Der FCH-Hauseingang bleibt erst einmal verschlossen. Die Elf von Trainer Frank Schmidt kocht in den folgenden Spielminuten ihr Süppchen im eigenen Strafraum – gezwungenermaßen, da 96 den Druck auf den Kessel konstant aufrecht hält. In Minute 22 kommen die Württemberger einmal in die Nähe des 96-Gehäuses, Marcel Titsch-Rivero hat allen Anschein nach aber nicht vor, die Gastgeber zu ärgern – seine Vorlage nimmt den harmlosen Schleichweg durch den Strafraum und verschwindet hinter der Torauslinie. Nach einer halben Stunde legt Noah Joel Sarenren Bazee perfekt von der Strafraumkante vor, Harnik findet allerdings in Torhüter Kevin Müller seinen Meister, der an diesem Abend als Türsteher des Öfteren Beschäftigung bekommt. Sarenren Bazee prallt kurz darauf mit dem FCH-Schlussmann zusammen, Müller muss verletzt ausgewechselt werden. Acht Zeigerumdrehungen später setzt Sorg Prib in Szene, der nur knapp den Ball und somit auch eine mögliche Führung verpasst (38.). Dafür gibt es ein Willkommensgeschenk für Heidenheim. Nach Ballverlust im Mittelfeld landet das Spielgerät bei John Verhoek, der den Moment der Unaufmerksamkeit in der 96-Defensive ausnutzt und zur überraschenden Führung einschiebt (42.). Das lassen die Roten nicht auf sich sitzen, verteidigen ihr Hausrecht im Eigenheim. In der Nachspielzeit findet eine lange Flanke Sanés den Kopf von Sarenren Bazee, der den Ball in Richtung Tor bringt. Dort lauert Harnik und touchiert das Leder noch minimal - 1:1-Ausgleich (45.+1). Es ertönt noch einmal "Nelly The Elephant" im heimischen Wohnzimmer, bevor es zum Pausentee geht.

Antons Eigentor beschehrt FCH-Führung
In Hälfte zwei schrillt im Heidenheimer Strafraum gleich die Alarmanlage, nachdem Sorgs Flanke auf Harnik nur um Zentimeter am Pfosten vorbeigeht (48.). 96 zeigt auch weiterhin, wer hier Herr im Haus ist, überlässt dem Viertplatzierten nur ungern die Hoheit auf dem eigenen Gelände. Doch die Gäste fordern mehr Raum – mit Erfolg. Heidenheim setzt sich über links durch und liegt erneut vorn (60.). Ein Gastgeschenk, da der Ball bei Tschauners Faustabwehr von Antons Knie ins eigene Tor abprallt – 1:2-Rückstand für die Roten. Die Musik spielt allerdings ganz schnell wieder auf Seiten der 96er.

Sarenren Bazee erzielt erstes Profitor
Wieder schmeißt das Heimteam den CD-Spieler im Wohnzimmer an- dieses Mal ertönt die Torhymne im Repeat-Modus. Der eingewechselte Niclas Füllkrug verwandelt Sarenren Bazees Flanke volley zum 2:2-Ausgleich (68.), bevor der Vorlagengeber noch mal höchstpersönlich nach passgenauer Vorlage Kenan Karamans zur 3:2-Führung vollstreckt und damit sein erstes Profitor auf dem Konto verbucht (70.). Ein Nachbarschaftsduell der sehenswerten und vor allem erfolgreichen Sorte in der HDI Arena. Die Roten verteidigen fortan in Platzhirsch-Manier den Vorsprung, lassen sich von den gelegentlichen Angriffen der Heidenheimer ihre auf dem Dachboden eingelagerten drei Punkte nicht nehmen. Harnik nagelt den Ball noch mal an den FCH-Türrahmen (89.), dann ist Schluss.

Fazit: Partie innerhalb von zwei Minuten gedreht und den sechsten Heimsieg eingefahren: Mit Dominanz und Moral über weite Strecken des Spiels schlägt 96 am Ende dem 1. FC Heidenheim dann doch noch die Tür vor der Nase zu und behält die Hausnummer drei. Am nächsten Spieltag wartet erneut ein Tabellennachbar - der VfB Stuttgart.
nr

STATISTIK

Hannover 96: Tschauner - Sorg, Sane, Anton, Albornoz - Bakalorz, Schmiedebach - Sarenren Bazee (85. Fossum), Karaman, Prib (65. Füllkrug) - Harnik (Huth 90.+2)

1. FC Heidenheim: Müller (38. Schnitzler) - Strauß (76. Morabit), Wittek, Beermann, Feick - Griesbeck, Titsch-Rivero - Skarke, Schnatterer - Verhoek, Halloran (71. Thomalla)

Tore: 0:1 Verhoek (42.), 1:1 Harnik (45.+1), 1:2 Anton (60./ET), 2:2 Füllkrug (68.), 3:2 Sarenren Bazee (70.) 

Gelbe Karten: Titsch-Rivero, Griesbeck / -

Schiedsrichter: Thorben Siewer (Drolshagen)

Zuschauer: 28.500