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Derby-Geschichte: Die besonderen Spiele gegen den BTSV

Am Samstag geht es nicht nur um drei extrem wichtige Punkte für den Aufstieg. Es geht um das Prestige des Titels "Derbysieger". Die Duelle mit der Braunschweiger Eintracht sind immer besondere Spiele. Das erste liegt 117 Jahre zurück. In den vielen darauffolgenden Aufeinandertreffen wurden teils emotionale, teils kuriose Geschichten geschrieben – und Helden geboren. In zwei Teilen blicken wir auf ganz besondere Derby-Momente zurück.

Die Mutter aller Derbys
Unter den Fußballfans in Deutschland ist die Frage umstritten, welches Derby das älteste und traditionsreichste ist. Viele Anhänger tippen dabei auf das Duell Borussia Dortmund gegen Schalke 04 oder auf das Frankenderby zwischen Nürnberg und Fürth, das es seit 1903 gibt und das am häufigsten ausgetragen wurde. Für 96-Fans steht fest, dass es natürlich nur Spiel der Roten gegen Eintracht Braunschweig sein kann. Aber weit gefehlt: Das Hamburg-interne Duell zwischen Victoria Hamburg und Altona 93 ist das älteste Stadtderby in Deutschland und wurde nachweislich bereits 1897 ausgespielt.

Das erste Derby gegen den BTSV
Erstmals drei Jahre später – also 1900 – standen sich Hannover 96 und Eintracht Braunschweig gegenüber. Bis heute gab es mindestens 172 weitere Duelle. Zusätzlich traten beide Klubs mindestens dreimal als gemeinsame Mannschaft an. Die Archivare beider Vereine forschen derzeit immer noch an der genauen Anzahl der Aufeinandertreffen: Gesichert erscheint derzeit, dass es 123 Pflichtspiele, zwei Pokalduelle und mindestens 48 Freundschaftspartien gab. Gesichert ist auch, dass sich beide Vereine im ersten Pflichtspiel auf neutralem Platz trafen: Am 9. April 1905 fand das Vorrundenspiel um die Norddeutsche Meisterschaft auf dem Victoria-Platz am Angerschlösschen in Magdeburg statt. Dieses Spiel stand nach 90 Minuten 2:2-unentschieden – und wurde folglich verlängert. Die Eintracht gewann schließlich mit 3:2.

Erinnerungsträchtige Derbys
Viele Fans haben sicher ihre ganz speziellen und individuellen Erinnerungen an ihre Derby-Erlebnisse. Ein paar Spiele sind ganz besonders erinnerungsträchtig: So gingen in der Braunschweiger Meistersaison 1966/67 beide Spiele an Hannover 96. Zunächst gewannen die Roten im November 1966 zu Hause mit 4:2, bevor sie im Rückspiel im April 1967 bei der Eintracht einen 1:0-Auswärtssieg feierten.

Feiern nach dem Sieg: Die Derbyhelden um Gerald Asamoah jubeln über das 1:0.

Natürlich ist auch das Regionalliga-Spitzenspiel am 7. Mai 1998 noch vielen Fans lebhaft im Gedächtnis. Gerald Asamoah ließ beim 1:0-Sieg in Braunschweig am vorletzten Spieltag die Aufstiegsträume der Heimelf platzen und legte den Grundstein dafür, dass Hannover 96 zunächst den Sprung in die Relegationsspiele gegen TeBe Berlin und dadurch in die 2. Liga schaffte. Allerdings: Dieser Sieg ist der bisher letzte, den 96 in einem Derby feiern konnte. Es gab seitdem aber auch nur vier Partien. Dennoch: Es wird mal wieder Zeit!

Das Derby mit Stromausfall
Im Bundesligaspiel am 31. Oktober 1970 sahen 22.000 Zuschauer im damaligen Niedersachsenstadion einen 1:0-Derbysieg von Hannover 96. Allerdings verlief das Duell kurios. In der 73. Minute – 96 lag bereits in Führung – wurde es nämlich schlagartig dunkel auf dem Spielfeld: Stromausfall. Es leuchteten nur noch zwei der vier Flutlichtmasten. Der Schiedsrichter schickte beide Teams in die Kabinen und ordnete Reparaturen am Flutlicht an. Nach 17 Minuten konnte die Bundesligapartie dann fortgesetzt werden. Die Roten ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.
dk/hec