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"Wir sollten das Spiel nicht gewinnen, wir müssen!"

Vor dem Derby spricht 96-Kapitän Manuel Schmiedebach sowohl über den sportlichen, als auch über den emotionalen Wert der Begegnung. "Wir müssen punkten, um die Distanz nach unten zu wahren und den Aufstieg zu realisieren."

"Toller Kampf und drei Punkte"
Einmal ist immer das erste Mal: Derbys hat es zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig bereits einige gegeben – nur ohne die Teilnahme von Manuel Schmiedebach. Dem Kapitän steht nun seine persönliche Premiere am 29. Spieltag bevor. Verletzungen, ein Platz auf der Ersatzbank und eine Rotsperre haben bislang den Einsatz im Niedersachsenduell verhindert. Am Karsamstag soll es nun endlich soweit sein. Was der 96-Kapitän vom Spiel erwartet? "Einen tollen Kampf unserer Mannschaft und drei Punkte." Und das aus vielerlei Gründen: "Wir sind Dritter, wollen aufsteigen und brauchen dafür die drei Zähler, um an Braunschweig vorbeizuziehen", resümiert der 28-Jährige. 

"Wir wissen alle, um was es geht"
Doch nicht nur das. Schmiedebach ist lange genug ein Roter, um die emotionale Bedeutung der Begegnung einschätzen zu können. "Wir wissen alle, um was es geht. Das haben wir in den Hinterköpfen. Man muss die Mannschaft nicht besonders heiß machen." Welchen Stellenwert diese Begegnung bei den 96-Fans in der Vergangenheit hatte und auch heute noch hat, ist dem Mittelfeldspieler bewusst. Er erinnert sich nur zu gut an die Stimmung in der Stadt nach der 0:3-Niederlage gegen den BTSV im April 2014: "Die war nicht die Beste." Die Gefühlslage ist eine Sache, der sportliche Wert eine andere – beides hängt jedoch mit einem Blick auf die momentane Tabelle miteinander zusammen. "Wir sollten das Spiel nicht gewinnen – wir müssen", betont Schmiedebach die Wichtigkeit der Partie. Vor dem Hintergrund, dass sich die Mitkonkurrenten im Rennen um die begehrten Aufstiegsplätze an den kommenden Spieltagen noch gegenseitig die Punkte wegnehmen. Lachender Dritter könnte 96 sein. "Wir müssen punkten, um die Distanz nach unten zu wahren und den Aufstieg realisieren zu können."

Sieben Punkte aus drei Spielen
Schmiedebach und Co. haben nun am 29. Spieltag der Saison 2016/17 die Chance, den ersten Derbysieg nach 19 Jahren einzufahren. Er habe zwar ein paar Spiele der Konkurrenten verfolgt und weiß um deren Stärke in den letzten Minuten – trotzdem  ist der gebürtige Berliner guter Dinge. "Aus den letzten drei Spielen in der Englischen Woche haben wir sieben Punkte geholt. Das ist eine super Ausbeute." Zudem lasse sein Team weniger Torchancen zu und käme vor dem gegnerischen Kasten zu mehr guten Abschlussmöglichkeiten.

"Die zweite Liga ist körperlicher"
"Uns kommt entgegen, dass wir nicht mehr zurückliegen und hinterher rennen müssen." Die Handschrift des neuen Trainers? "Er ist sehr kommunikativ, spricht viel mit einzelnen Spielern und hat eine sehr positive Ansprache", beschreibt der Kapitän André Breitenreiter. Er selbst habe sich mit dem 96-Chefcoach bereits über Trainingsinhalte und seine Aufgabe im Spiel ausgetauscht: "Es kommt darauf an, was von mir gefordert wird. Dann spiele ich das auch." Dass es dabei im Unterhaus nicht von Bedeutung ist, schönen Fußball auf dem Rasen abzuliefern, weiß Schmiedebach inzwischen aus eigener Erfahrung. "Die zweite Liga ist körperlicher, in der ersten Liga wird eher technischer Fußball gespielt." Bevor die Roten wieder in der höchsten deutschen Spielklasse mitmischen können, stehen jedoch noch fünf Begegnungen auf dem Programm – und ein Derby.
nr