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Oberhaus statt Unterhaus?

1896 gegen 1893, Hannover 96 gegen den VfB Stuttgart oder auch Tabellenerster gegen Tabellendritten: Für beide Vereine soll es nur in eine Richtung gehen - nach oben! Welche Zahlen und Fakten sich hinter der Begegnung am 33. Spieltag verbergen - wir werfen im Vorfeld der Partie mal einen Blick darauf.

Die aktuelle Situation
Es ist sozusagen das Spiel der Spiele in dieser Saison: Am kommenden Sonntag empfangen die Roten den VfB. Im Rennen um die heiß begehrten Plätze geht es für beide Klubs um den direkten Wiederaufstieg ins Oberhaus. Stuttgart hat dabei die Nase vorn. Als Tabellenführer mit momentan 66 Punkten liegen die Schwaben in Front, Hannover 96 mit 63 Zählern knapp dahinter auf Rang drei – punktgleich mit Eintracht Braunschweig, die derzeit aufgrund des besseren Torverhältnisses Rang zwei innehaben. Doch wie sieht es im direkten Vergleich der beiden Vereine aus? Ein Blick in die Historie bringt Licht ins Dunkel.

Die Anfänge...
Im Laufe ihrer Geschichte trafen die Niedersachsen und die Schwaben insgesamt 60 Mal aufeinander. Das erste Pflichtspiel datiert aus der Saison 1936/37, als sich beide im DFB-Pokal-Achtelfinale duellierten und der VfB am Ende mit 2:1 gewann. Im Laufe der Jahre kamen zahlreiche Partien hinzu, darunter Spiele mit besonderem Verlauf – wie zum Beispiel das Bundesligaspiel am 11. November 2012. Nach der ersten Hälfte lagen die 96er mit 0:2 in der Mercedes-Benz-Arena hinten. Christian Gentner und Vedad Ibisevic hatten ihre Farben in Führung gebracht und dann womöglich nicht mehr mit der Reaktion des Gastes gerechnet.

Ab Wiederanpfiff warf Hannover 96 die Tormaschine an, Artur Sobiech (57.) und Jan Schlaudraff (65.) sorgten zunächst für den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich, bevor ein Doppelpack von Mohammed Abdellaoue (68./74.) den 4:2-Auswärtssieg für 96 besiegelte. Torreiche Duelle mit just diesem Ergebnis gab es des Öfteren – genauer gesagt viermal. Ein 3:3-Unentschieden und ein torloses Remis folgen in der Statistik (3). Das Standardresultat lautet allerdings 2:1 – 15 Mal ist dieser Endstand verzeichnet.

"Wir sind sehr gut auf den Endspurt vorbereitet und sehr guter Dinge, dass wir Stuttgart schlagen können."
96-Stürmer Martin Harnik

Und im Großen und Ganzen?
In der Gesamtstatistik führt der VfB knapp mit 27 Siegen und 100 geschossenen Toren. Auf Seiten der Roten stehen dagegen 22 Erfolge zu Buche, elfmal trennten sich beide Klubs mit einem Unentschieden. Den Heimvorteil hat auf jeden Fall 96 für sich reserviert, denn in 29 Begegnungen gingen die Roten 14 Mal mit strahlenden Gesichtern vom Platz, elf Unentschieden und nur fünf Niederlagen runden die Bilanz im eigenen Stadion ab. Ausverkauftes Haus heißt es auf jeden Fall auch am kommenden Sonntag, die Unterstützung wird – wie immer in der HDI Arena, erstligareif sein.

Fakten gefällig?
Was es sonst noch so an Fakten gibt? Das Hinspiel in Stuttgart und somit die bisher einzige Begegnung in Liga zwei zwischen den Brustringträgern und den Roten entschieden die 96er mit 2:1 für sich. Martin Harnik und Felix Klaus markierten mit ihren Treffern den Endstand. Apropos Harnik: Der ehemalige VfBler, der seit letzter Saison das 96-Trikot trägt, ist gleichzeitig unser Top-Torjäger. 17 Buden hat der Stürmer bereits in dieser Spielzeit erzielt, eine davon gegen Stuttgart. Als der Offensivakteur noch in Diensten der Schwaben stand, traf er in der Bundesliga zweimal gegen die Roten.

Beide Partien, in denen er Treffer markierte, endeten 4:2. Jetzt netzt er für 96. Womit wir beim Thema Gegentreffer wären. Dabei schneidet der VfB in der laufenden Saison bisher schlechter ab als der kommende Gastgeber: 35 Tore hat der fünffache Deutsche Meister bereits kassiert, die Roten nur 31. Dafür zeigten sich die Jungs von Coach Hannes Wolf 59 Mal treffsicher, die Hausherren haben zehn Tore weniger auf dem Konto, nämlich 49. Dafür führt 96 im Vergleich der "Weißen Westen". 15 Mal gelang es den Roten, zu Null zu spielen, Stuttgart nur neunmal. Die meisten Treffer für seine Farben hat im Übrigen der 96er Hans Siemensmeyer gegen den VfB erzielt (6), Jürgen Klinsmann kommt nur auf fünf. Die meisten Einsätze verbucht mit Jürgen Bandura (20) ebenfalls ein Roter, Willi Entenmann kommt nur auf 16. Doch Statistik hin- oder her: Zahlen lügen zwar nicht, aber die Wahrheit liegt bekanntlich immer noch auf dem Platz. Auch am kommenden Spieltag!
nr